DGNB

Nachhaltigkeitsbewertung aus der Schweiz

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen arbeitet an einer Adaption des Schweizer REMMS-Systems zur Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden und Portfolios für Deutschland.

Dr. Sarina Schmalz, Universität Stuttgart, Dr. Stefan Fahrländer, REMMS, Susanne Eickermann-Riepe FRICS, RICS/ICG Institut, und Johannes Kreißig, DGNB, auf der Expo Real 2025. Bildquelle: DGNB
Dr. Sarina Schmalz, Universität Stuttgart, Dr. Stefan Fahrländer, REMMS, Susanne Eickermann-Riepe FRICS, RICS/ICG Institut, und Johannes Kreißig, DGNB, auf der Expo Real 2025. Bildquelle: DGNB

REMMS, ein System zur Nachhaltigkeitsbeurteilung von Gebäuden und Portfolios, das in der Schweiz entwickelt wurde und etabliert ist, soll für die Anwendung in Deutschland adaptiert werden. Die DGNB wird dabei vom Institut für Baubetriebslehre der Universität Stuttgart und dem gemeinnützigen Verein REMMS unterstützt. Für Interessierte besteht die Möglichkeit, sich aktiv an der Adaption zu beteiligen und damit an der Standardisierung der Methodik in Deutschland mitzuwirken.

„REMMS bietet einen einfachen Einstieg in die Nachhaltigkeitsbewertung von Immobilien und ist damit gleichermaßen für Bestandshalter, Immobilienentwickler und Eigenheimbesitzer interessant. Das Tool ergänzt die Bestrebungen der DGNB, ganzheitliche Nachhaltigkeitsqualität im DGNB Zertifizierungssystem messbar zu machen, und hilft, das Thema in einer breiten Öffentlichkeit zu verankern. Ich bin mir sicher, dass REMMS in Zukunft eine wichtige Rolle bei der DGNB Zertifizierung für Gebäude im Betrieb spielen wird. Daher war es naheliegend, dass die Anpassung für Deutschland durch die DGNB koordiniert wird“, sagt Johannes Kreißig, Geschäftsführer der DGNB.

Das in der Schweiz etablierte System REMMS (Real Estate Meta-rating and Monitoring on Sustainability) nutzt dort verfügbare und öffentlich zugängliche Daten sowie Selbstauskünfte der Objekteigentümer, um eine erste Nachhaltigkeitsbeurteilung von Gebäuden und Portfolios vorzunehmen. Es ist ganzheitlich ausgelegt und betrachtet verschiedenste Aspekte der Nachhaltigkeit in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Neben der zu bewertenden Immobilie werden auch das unmittelbare Umfeld und der Standort berücksichtigt.

Zielgruppe für die Anwendung sind bestandshaltende Unternehmen, Banken und Finanzvermittler, Immobilienvermittler und Wohnungseigentumsverwalter. Wie in der Schweiz soll auch in Deutschland ein Einstiegsangebot geschaffen werden, das einmalig eine kostenfreie Bewertung der eigenen Immobilie nach REMMS ermöglicht.

Anpassung an die Rahmenbedingungen in Deutschland

Ziel ist es, das REMMS-Modell an die in Deutschland öffentlich verfügbaren Daten und Benchmarks unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen und automatisiert in eine Beurteilung einfließen zu lassen.

So soll eine niederschwellige und transparente Vergleichbarkeit über alle Immobilientypen und Nutzungsszenarien hinweg ermöglicht werden. Neben dem Status quo eines Objektes werden anhand der verfügbaren Daten auch Umweltrisiken, Handlungsbedarfe und Potenziale aufgezeigt und gegebenenfalls Vorschläge zur Optimierung unterbreitet.

Möglichkeiten zur Beteiligung

Aktuell werden Projektbeteiligte gesucht, die sich sowohl inhaltlich als auch finanziell bei der Anpassung des Tools an den deutschen Markt einbringen. Neben den Möglichkeiten der aktiven Mitgestaltung der Anpassungsschwerpunkte in einem Expertengremium profitieren Projektbeteiligte von einem frühzeitigen Zugang zur Methodik und den Bewertungsergebnissen, der namentlichen Nennung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sowie der damit verbundenen Positionierung als Vorreiter für eine transparente und verantwortungsvolle Immobilienbewirtschaftung.

Weitere Informationen zum Projektstatus und zu den Möglichkeiten der Beteiligung gibt es hier.

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