Heizungsbranche gegen Planwirtschaft im Wärmemarkt

Die drei Spitzenverbände der Heizungsbranche, der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), der Deutsche Großhandelsverband Haustechnik (DG Haustechnik) sowie der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) haben sich im Rahmen der Deutschen Wärmekonferenz am 27. September 2016 klar zur politisch beschlossenen Energiewende bekannt, sich aber gegen eine zu starke staatliche Regulierung des größten Energieverbrauchssektors Deutschland, den Wärmemarkt, ausgesprochen.

„Unsere Forderungen an die Politik lauten: Im Gegensatz zu staatlichen Zwängen für mehr Klima- und Ressourcenschutz fordern wir von der Politik eine konsequente und verstetigte, an marktwirtschaftliche Prinzipien orientierte Politik der Anreize umzusetzen“. Manfred Greis, Präsident des BDH
„Unsere Forderungen an die Politik lauten: Im Gegensatz zu staatlichen Zwängen für mehr Klima- und Ressourcenschutz fordern wir von der Politik eine konsequente und verstetigte, an marktwirtschaftliche Prinzipien orientierte Politik der Anreize umzusetzen“. Manfred Greis, Präsident des BDH

In einer gemeinsam veröffentlichten „Berliner Erklärung“ bestätigten die Verbände die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, zugleich machten die Akteure aber deutlich, dass klare Informationen und Überzeugung der Investoren gefragt seien anstelle von ordnungsrechtlichen Zwangsmaßnahmen. „Der derzeit in der Ressortabstimmung befindliche Klimaschutzplan 2050 hebelt marktwirtschaftliche Prinzipien aus. Er droht, Innovationen und den Wettbewerb um die kosteneffizienteste Lösung zu verhindern. Verbote und Gebote führen erfahrungsgemäß bei Investoren eher zu Vermeidungsstrategien und somit zu Attentismus im Markt“, betonte BDH-Präsident Manfred Geis. Dem Szenario des Klimaschutzplans 2050 folgend, rechnen die Verbände vor, dass aufgrund des darin verankerten Wirtschaftlichkeitsgebots die finanzielle Mehrbelastung des staatlichen Haushalts bei rund 700 Mrd. € läge. Diese Mehrbelastung gehe letztlich zu Lasten der Steuerzahler.

„Berliner Erklärung“ zur Wärmewende
Die Spitzenverbände der deutschen Heizungsindustrie (BDH), des Heizungshandwerks (ZVSHK) und des Heizungsgroßhandels (DGH) setzen sich für eine marktwirtschaftliche energie- und umweltpolitische Strategie für den größten Energieverbrauchssektor Deutschlands, den Wärmemarkt, ein. Diese marktwirtschaftliche Strategie dient dem Ziel, die enormen Energieeinspar- und CO2-Minderungspotenziale im Wärmemarkt beschleunigt zu haben. Von den in deutschen Heizungskellern installierten rund 21 Millionen Heizungen entsprechen nur ca. 33 % dem Stand der Technik. Würden die verbleibenden ca. 14 Millionen Heizungen auf den Stand der Technik gebracht, könnten ca. 15 % des deutschen Energieverbrauchs und entsprechende CO2-Mengen eingespart werden. Kein anderer Energieverbrauchssektor in Deutschland bietet höhere Einsparpotenziale als der Heizungsbereich.

Die deutsche Industrie bietet für alle Energiearten – fossile und erneuerbare – optimale technische Lösungen an. Diese ermöglichen hohe Effizienzsteigerungen und die Möglichkeit, immer höhere Anteile erneuerbarer Energien einzukoppeln. Heizungshandwerk und Heizungsgroßhandel setzen die Doppelstrategie aus Effizienz und erneuerbaren Energien vor Ort kompetent um.

Die drei Verbände sehen aktuelle umwelt- und energiepolitische Tendenzen hin zu mehr ordnungsrechtlichen Zwängen für Haueigentümer überaus kritisch. Wer potenzielle private Investoren zu Effizienzinvestitionen zwingen möchte, löst keine Effizienzsteigerung aus, sondern Attentismus. Im Gegensatz zu staatlichen Zwängen für mehr Klima- und Ressourcenschutz setzten die drei Spitzenverbände daher auf eine konsequente und verstetigte Politik der Anreize. Solche Anreize mobilisieren das reichlich vorhandene private Kapital und lenken es in die für den Klima- und Ressourcenschutz unabdingbar notwendige energetische Modernisierung veralteter Heizungsanlagen.

Zur marktwirtschaftlichen Strategie gehört die Technologieoffenheit im Gegensatz zu Technologievorhaben oder Technologieverboten. Ebenso bedarf es einer Neutralität der Energieträger. Anstelle eines staatlich verordneten Energiemixes im Wärmemarkt steht damit der Wettbewerb verschiedener Energiearten. Auch fordern die Verbände dazu auf, die immensen Speicherpotenziale der erneuerbaren Energien aus Strom über Power-to-X-Technologien zu fördern. Der Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt kann über diese neuen technologischen Ansätze deutlich gesteigert werden, ganz im Sinne der angestrebten Klima- und Ressourcenschutzziele der Bundesregierung.

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