Allgemeine Lufttechnik

Sichere Lösungen gegen COVID-19

Im Kampf gegen die aktuelle Pandemie hat die Lüftungstechnik eine zentrale Bedeutung, vor allem wenn es um die kontinuierliche und hinreichende Lüftung in geschlossenen Räumen geht. DerVDMA und seine Mitgliedsunternehmen zeigen, wie sich das Thema in der Praxis infektionssicher angehen lässt.

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Die pro.vention Fachkonferenz und Messe für Infektionsschutz fand im November als Hybrid sowohl online als auch vor Ort mit ausgefeiltem Hygiene- und Lüftungskonzept statt. Bild: VDMA
Die pro.vention Fachkonferenz und Messe für Infektionsschutz fand im November als Hybrid sowohl online als auch vor Ort mit ausgefeiltem Hygiene- und Lüftungskonzept statt. Bild: VDMA

VDMA-Informationsblätter

Nach Beginn der Pandemie entstand kurzfristig das Informationsblatt „Betrieb und Nutzung von lüftungstechnischen Anlagen in Zeiten von COVID-19“ /1/. Experten des Fachverbandes Allgemeine Lufttechnik im VDMA geben darin Empfehlungen und Hinweise zu Betrieb und Nutzung lüftungstechnischer Anlagen, um die Verbreitung von COVID-19 durch richtige Handhabung der Lüftungssysteme zu unterbinden. Das Dokument basiert in wesentlichen Passagen auf einem Papier der Federation of European Heating, Ventilation and Air Conditioning Associations (REHVA), ist an die Erfordernisse des deutschen Marktes angepasst und wurde zuletzt Anfang November an neueste wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst.

Aktuell stehen Einrichtungen des Gesundheitswesens erneut vor enormen Herausforderungen. Daher gilt es insbesondere, die benötigten Behandlungskapazitäten, etwa durch Umnutzung von Räumen, für Erkrankte und Verdachtsfälle bereit zu stellen. Raumlufttechnische Anlagen spielen in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Der Betrieb und die Nutzung dieser Anlagen wirft bei Trägern und Betreibern von Einrichtungen des Gesundheitswesens jedoch auch viele Fragen auf. Sie werden in einer Informationsschrift der Arbeitsgemeinschaft Instandhaltung Gebäudetechnik (AIG) im VDMA aufgegriffen.„Raumlufttechnische Anlagen in Zeiten von COVID-19 -Empfehlungen für das Gesundheitswesen“ /2/ entstand unter Mitwirkung von Unternehmen der Fachabteilung Klima- und Lüftungstechnik sowie Experten externer Institutionen.

pro.vention: Infektionsschutz-Fachmesse und Konferenz

Im Rahmen der pro.vention Anfang November 2020 nutzten VDMA-Fachverband und Mitgliedsunternehmen der Klima- und Lüftungsbranche die Gelegenheit, online und vor Ort in Erfurt über Möglichkeiten moderner Lüftungstechnik als zentraler Faktor für gute und gesundheitlich zuträgliche Raumluftverhältnissezu informieren und die neuesten Luftreinigungsgeräte vorzustellen.Auf der Fachkonferenz mit dabei: BerlinerLuft. Technik GmbH, Camfil GmbH, Delbag GmbH, Helios Ventilatoren GmbH + Co KG, LTG AG und die Trox GmbH.Neben der infektionsschutzgerechten Optimierung bestehender, zentraler Lüftungsanlagen wurden dezentrale Lüftungsgeräte und im Umluftbetrieb arbeitende Luftreiniger in den Fokus genommen. Das aktuelle VDMA Hersteller- und Lieferverzeichnis Luftreiniger /3/ listet in diesem Zusammenhang mobile und feststehende Luftreiniger auf, unterschieden nach Methoden der Luftbehandlung. So gibt es Geräte mit Schwebstofffilter, UV-C Bestrahlung oder auch Kombinationen aus beiden. Geräte mit integrierten HEPA-Filtern können angesaugte Sekundärluft sicher von Viren befreien, da diese nach dem Ansaugen in besagtem Filtern verbleiben und dem Raum nicht mehr zugeführt werden. Eine andere Technologie stellt die Bestrahlung von Sekundärluft mit hochenergetischem UV-C-Licht dar. Diese Strahlung inaktiviert zuverlässig Viren, Sporen und Schimmelpilze. Im Fall von Viren wird das Erbgut so verändert, dass sich dieses nicht mehr reproduzieren kann.

„Der Auftritt der VDMA-Mitglieder auf der pro.vention gibt einen guten Überblick über die Bedeutung der Raumlufttechnik beim Infektionsschutz und zeigt, dass auch der Einsatz von Luftreinigungsgeräten einen wichtigen zusätzlichen Beitrag leisten kann, vor allem dort, wo mechanische Lüftung nicht oder nicht ausreichend möglich ist“, so Wolf Hartmann, Vorstandsvorsitzender der LTG Aktiengesellschaft. „Unser gemeinsamer Beitrag im Fachkongress bietet hierbei eine Übersicht über Möglichkeiten der Nachrüstung dezentraler Lüftungsgeräte und das Spektrum der mobilen Entkeimungslösungen.“

Messetaugliches Lüftungskonzept

Bei aktuell steigenden Fallzahlenwar u.a. das detailliert durchdachte Hygienekonzept seitens der Messe Erfurt ausschlaggebend für eine Teilnahme der Unternehmen. Sicherheithatte höchste Priorität. Im Zentrum der zahlreichen Hygienemaßnahmen stand eine optimale Belüftungstechnik der Veranstaltungsräume.

Mehrere vollautomatische Lüftungsanlagen versorgten die Hallen unter Betrachtung der Luftqualität (PPM Messung) bedarfsgemäß mit Frischluft. Ein Wechsel der Filteranlage war der Veranstaltung vorausgegangen. Zusätzlich wurden die Hallen vor Veranstaltungsbeginn sowie in den Pausen und bei Bedarf während der Veranstaltung manuell über die Außentüren gelüftet. Unter Volllast gefahren, erfolgte ein dreifacher Luftaustausch pro Stunde.

Im Normalfall bieten Messen die einmalige Möglichkeit, Innovationen, Serviceleistungen und Angebote direkt und ohne Streuverluste vorzustellen sowie aktiv mit Kunden ins Gespräch zu kommen. „Coronabedingt ist das in diesem Jahr etwas anders – viele Messen wurden abgesagt“, sagte Udo Jung, Geschäftsführer der Trox GmbH. „Mit der pro.vention konnte jetzt ein positives und wichtiges Signal gesendet werden. Denn gerade die Lüftungsindustrie hat jede Menge Lösungen parat und die einmalige Chance, als wichtiger Faktor zu einem Mehr an Normalität wahrgenommen zu werden“, so Jung. Hierbei geht es nicht nur um Messen, sondern um alle Veranstaltungen, die mit Hilfe von Anlagen oder Geräten wie Luftreinigern risikoarm durchgeführt werden können.

Hierzu Andreas von Thun, Vorsitzender der Geschäftsführung BerlinerLuft. Technik GmbH ergänzend: „Die Luft- und Klimatechnik ist eine Schlüsselbranche in der Pandemie. Der Luftaustauch von verbrauchter und virenbelasteter Luft mit Frischluft ist ein essenziell wichtiger Beitrag, um das Infektionsrisiko von COVID-19 zu reduzieren. Neuentwickelte Umluftreinigungssysteme flankieren diese Maßnahmen nachhaltig. Die Gebäudetechnik muss alle nur möglichen Kommunikationsplattformen nutzen, um die Bedeutung der Branche gegenüber Politikern, Investoren, Betreibern aber auch den Endverbrauchern näherzubringen.“

Für die VDMA-Mitgliedsunternehmen stand eine Teilnahme an der pro.vention schnell fest. Jung hierzu stellvertretend: „Das Hygienekonzept und die Kombination aus Präsenz- und Online-Veranstaltung haben uns überzeugt. Wir waren uns sicher, dass das Infektionsrisiko für unsere Mitarbeiter und Kunden auf einem absoluten Minimum gehalten werden kann – eigenverantwortliches Handeln eines jeden natürlich vorausgesetzt.“

Quellen

/1/ https://tinyurl.com/y3o3ce5r

/2/ https://tinyurl.com/y6cx73yr

/3/ https://tinyurl.com/yxoepllf

Astrid Thieme-Medinger

Astrid Thieme-Medinger
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