Simon Freter, Geschäftsbereichsleiter Netzservice & Bäder der Stadtwerke Bad Pyrmont GmbH verantwortet den kommunalen Betrieb des Erlebnisbades. „Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen von 2008 bis 2010 stand eine Enthärtungsanlage für die neuen Installationen außer Frage. Mit etwa 20 °dH waren wir in der Vergangenheit eigentlich ständig damit beschäftigt, verkalkte Wärmetauscher und Duschköpfe reinigen zu lassen oder auszutauschen.“ Der Warmwasserbedarf in der Pyrmonter Welle liegt jährlich bei ca. 2.500 m³. Daher entschieden sich die Bad Pyrmonter Stadtwerke damals für die Installation einer 6-fach Enthärtungsanlage.
Herausforderung Kalksteinbildung
Christian Rudic Vranic kümmert sich als Badbetriebsleiter um den einwandfreien Betrieb der komplexen technischen Infrastruktur. Kalksteinbildung als Risiko für die Bädertechnik nimmt der Betriebsleiter sehr ernst. „An Wochentagen wird das Hallenbad vormittags überwiegend von Schulklassen genutzt. In den 30 Duschen muss dann für einen kurzen Zeitraum eine große Menge Warmwasser zur Verfügung stehen. Wir merken deshalb ziemlich schnell, wenn Wärmetauscher zusitzen“, so Christian Rudic Vranic. Fünf 800 l Warmwasserspeicher im Speicherladeprinzip decken die täglichen Verbrauchsspitzen über einen Plattenwärmetauscher bedarfsorientiert ab. Kurz nach der Wiedereröffnung musste ein Schaden an der Enthärtungsanlage behoben werden, der genau deshalb nicht lange unbemerkt blieb, da die Warmwasserversorgung binnen kürzester Zeit beeinträchtigt war. „Aufgrund der Resthärte von 8°dH hatten wir innerhalb kürzester Zeit wieder Kalkablagerungen und Probleme mit dem Wärmetauscher. Wir haben den Wärmetauscher daraufhin ausgetauscht, aber Pflege und Wartung haben bei unserem enormen Wasserdurchsatz einfach zu viel Zeit in Anspruch genommen. Außerdem hatten wir einen Salzbedarf von über einer Tonne jährlich, was den Betrieb zusätzlich erschwerte.“ Früher wurden zwei Mal im Jahr die Salzsäcke auf Paletten geliefert. Sie mussten in den Keller in den schwer zugänglichen Technikraum mit niedriger Deckenhöhe transportiert und dort eingelagert werden.
Systemwechsel stabilisiert Warmwasserversorgung bei Verbrauchsspitzen
Simon Freter ergriff deshalb 2017 die Initiative, und schlug einen Wechsel auf chemiefreie Kalkschutztechnik vor. Als Innungsmitglied der SHK-Innung Bad Pyrmont kannte er das Wirkprinzip der Impfkristallbildung bereits.
Nach einem ausführlichen Beratungstermin mit dem WATERCryst Außendienst stand fest, dass eine BIOCAT KS 11000 im Kaltwasserzulauf zum Warmwasserbereiter installiert werden sollte. Der Betriebskostenvergleich zu Beginn der Planungen und die langjährige präzise Kostenkalkulation über den herstellerseitigen Servicevertrag mit Fixpreis-Garantie waren wesentliche Kriterien für den Wechsel auf chemiefreie Kalkschutztechnik.

Bild: WATERCryst Wassertechnik GmbH
„Seit 2017 haben ungefähr eine halbe Million Besucher unsere Duschen genutzt“, schätzt Christian Rudic Vranic. „In diesem Zeitraum hatten wir keinen einzigen kalkbedingten Schaden im Warmwasserbereich. Auch die hohe Gleichzeitigkeit des Warmwasserbedarfs beeinträchtigt die Kalkschutzwirksamkeit überhaupt nicht. Selbst die Thermoelemente der Duscharmaturen im Saunabereich, die am selben Warmwasserstrang hängen, machen seither keinen Ärger mehr. Früher mussten wir die Thermoelemente einmal im Quartal tauschen. Jetzt reinigen wir sie einfach einmal im Jahr und alles funktioniert einwandfrei.“ Aufgrund des Kalkschutzes im Warmwasserbereich konnten die Instandsetzungsmaßnahmen an den Duscharmaturen- sowie der Wärmetauscher auf ein Minimum reduziert werden. Besonders erfreulich: Aggressive Reinigungsmittel, wie sie durchaus in anderen Bereichen des Badbetriebs zum Einsatz kommen, benötigt die Pyrmonter Welle seither nicht mehr, um die Edelstahl-Armaturen zu reinigen. Damit haben sich Werterhalt und Lebenszyklus der Warmwasser-Installationen deutlich steigern lassen.

Positive Umweltbilanz
Chemiefreie Kalkschutztechnik erzielt ihre Wirksamkeit ohne Zugabe von Dosiermitteln oder Aufbereitungsstoffen. Deshalb sind Verfahren auf Grundlage der Impfkristallbildung nach DIN 1988-200 (Teil 12.7) besonders ressourcenschonend, weil das Abwasser nicht belastet wird. Zusätzlich wirkt sich der Wasserbedarf vorteilhaft auf die Betriebskosten aus. Und schließlich muss das Katalysator-Granulat im Inneren der Kalkschutzanlage nur alle fünf Jahre getauscht werden.
Fazit
Die Kosten für Betriebsmittel sowie Instandsetzungs- und Reparaturmaßnahmen im Warmwasserbereich konnten seit dem Systemwechsel auf chemiefreie Kalkschutztechnik stark gesenkt werden.
Eine Information der Watercryst Wassertechnik GmbH, Haan
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