Betreutes Wohnen mit intelligenter Regelungstechnik
Mit 308 Funk-Stellantrieben, 231 Raumfühlern und dezentraliserten ZE-Zentraleinheiten für mehr als 200 individuell geregelte Räume verdeutlicht dieser Erfahrungsbericht einen grundlegenden Wandel auf dem französischen Markt: Die Energieeffizienz eines Gebäudes beginnt ganz nah bei den Bewohnern.
Betreutes Wohnen für pflegebedürftige Senioren, in Frankreich als „EHPAD“ bezeichnet, sind ganz besondere Gebäude im Dienstleistungssektor. Sie sind rund um die Uhr in Betrieb, beherbergen schutzbedürftige Menschen und müssen ein hohes Maß an Komfort gewährleisten, ohne dass es zu Betriebsunterbrechungen kommt.
Abgesehen von der aus wirtschaftlichen Gründen erforderlichen Präzision der Regelung kann die Heizung in dieser Art von Einrichtung nicht wie in einem herkömmlichen Bürogebäude gesteuert werden. Die Bewohner verbringen einen Großteil ihrer Zeit in ihren Zimmern. Ihre Empfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen ist oft größer als die der Allgemeinbevölkerung. Ein zu sehr oder unzureichend beheiztes oder wiederholten Temperaturschwankungen ausgesetztes Zimmer kann schnell zu einer Quelle des Unbehagens werden.
Zu den menschlichen Anforderungen kommen erhebliche betriebliche Auflagen: Verbrauchssteuerung, Überwachung der Anlagen, Reduzierung von Energieverlusten, schnelles Eingreifen der technischen Teams und Anpassung an die französischen Vorschriften zur Energieeffizienz.
Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt im Seniorenheim „Les Jardins de Gournay“ durchgeführt, bei dem Thermozyklus in Zusammenarbeit mit OuiSense, einem führenden Anbieter im Bereich Gebäudeautomation auf dem französischen Markt, die Heizungsregelung und Gebäudeüberwachung übernimmt.
Die Heizungsregelung im Mittelpunkt des Systems
Das Projekt basiert auf einem einfachen Prinzip: Um ein Gebäude effizient zu steuern, muss man zunächst an der richtigen Stelle messen und regeln.
Die vorhandenen Hydraulikheizkörper wurden mit funkgesteuerten Thermostatköpfen ausgestattet, intelligente Mini-Raumfühler messen kontinuierlich die Temperatur und die ZE-Zentraleinheiten steuern das System in Echtzeit durch native Kommunikation mit der Gebäudeleittechnik. So profitieren mehr als 200 Zimmer und Wohnbereiche von einer zuverlässigen und einfach zu bedienenden individuellen Regelung.

Diese Systemarchitektur ermöglicht es, jeden Raum als eigenständigen thermischen Bereich zu behandeln. Ein nach Süden ausgerichtetes Zimmer verhält sich anders als ein nach Norden gelegenes. Ein Eckraum hat andere Anforderungen als ein geschützter Raum in der Mitte des Gebäudes. Sonneneinstrahlung, Belegung, geöffnete Fenster oder auch die Trägheit der Heizkörper führen von Raum zu Raum zu sehr unterschiedlichen Situationen.
Genau hier kommt der intelligenten Raumregelung ihre volle Bedeutung zu.
Im Gegensatz zu einem klassischen Ansatz, bei dem die Temperatur oft in unmittelbarer Nähe des Heizkörpers gemessen wird, stützt sich Thermozyklus auf Raumfühler, die in den Räumen angebracht sind. Die berücksichtigte Temperatur ist somit die Raumtemperatur und per Definition die von den Bewohnern tatsächlich empfundene Temperatur, nicht die am Heizkörper gemessene, die naturgemäß ungenau ist.
Intelligenz in jedem Bereich
Der Unterschied von Thermozyklus liegt nicht nur in der dezentralen Messung. Er beruht auch auf seinem patentierten thermozyklischen Algorithmus, der darauf ausgelegt ist, das thermische Verhalten jedes Raums und jedes Heizkörpers völlig autonom zu erlernen.
Das System analysiert die Trägheit des Raums, die Wärmezufuhr, die Aufheizgeschwindigkeit und den tatsächlichen Bedarf, um die Ventilstellung automatisch anzupassen. Das Ziel ist nicht, mehr zu heizen, sondern richtig zu heizen: das heißt genau die Energie bereitzustellen, die zur Einhaltung der Solltemperatur erforderlich ist, ohne Überhitzung oder unnötige Schwankungen.
Dieser Ansatz ermöglicht eine Genauigkeit von ±0,15 °C um die Solltemperatur – ein unübertroffenes Niveau, das sofortige Einsparungen ermöglicht.
Die Lösung umfasst zudem mehrere nützliche Funktionen für den täglichen Betrieb: einen automatischen hydraulischen Abgleich, die Berücksichtigung kostenloser Wärmequellen, eine automatische Erkennung geöffneter Fenster ohne Einbau spezieller Schalter sowie die Übermittlung von Informationen an die zentralen Steuereinheiten.
OuiSense, führender Partner im Bereich Gebäudeautomation auf dem französischen Markt
Für dieses Projekt wurde Thermozyklus in eine mit OuiSense implementierte Gebäudetechnik-Architektur integriert.
OuiSense ist heute ein wichtiger Akteur im Bereich der Gebäudetechnik in Frankreich. Das Unternehmen unterstützt Dienstleistungsgebäude, Gesundheitseinrichtungen, Kommunen und Betreiber bei der Einführung von Lösungen für Überwachung, Automatisierung und Reduzierung des Energiebedarfs.
In den „Jardins de Gournay“ stellt OuiSense die Überwachungsebene bereit, die es den technischen Teams ermöglicht, die Daten aus der Thermozyklus-Regelung voll auszuschöpfen.
Die ZE-Zentraleinheiten bündeln und verarbeiten die Informationen, die von den Thermostatköpfen und Raumfühlern geliefert werden. Diese Daten können anschließend in der Gebäudeleitplattform ausgewertet werden: Temperaturüberwachung, Anpassung der Sollwerte, Zeitprogrammierung, Visualisierung der Betriebszustände, Erkennung von Abweichungen und übergreifende Steuerung der Anlage.
Diese Komplementarität ist von entscheidender Bedeutung. Thermozyklus sorgt für Intelligenz auf Raumebene; OuiSense wandelt diese lokale Intelligenz in ein übergreifendes Betriebsinstrument um.
Eine leistungsfähige Gebäudeleittechnik beginnt mit zuverlässigen Daten
Die BACS-Verordnung hat die Gebäudeleittechnik wieder in den Mittelpunkt der Strategien zur Energieeffizienz von Dienstleistungsgebäuden in Frankreich gerückt. Diese Vorschrift darf jedoch nicht als bloße Verpflichtung zur Installation eines Überwachungssystems verstanden werden.
Der französische Rechtsrahmen
In Frankreich unterliegen Dienstleistungsgebäude zwei wichtigen Rechtsrahmen im Bereich der Energieeffizienz.
Das BACS-Gesetz (Building Automation and Control Systems) schreibt vor, dass neue und bestehende Dienstleistungsgebäude mit dem höchsten Energieverbrauch schrittweise mit Automatisierungs- und Steuerungssystemen für die technischen Anlagen ausgestattet werden müssen. Diese Systeme müssen insbesondere die Überwachung, Aufzeichnung, Analyse und Anpassung des Betriebs der Anlagen an den tatsächlichen Bedarf des Gebäudes ermöglichen. Die Fristen gelten insbesondere für Anlagen mit einer Leistung von mehr als 290 kW ab 2025 und für solche mit einer Leistung von mehr als 70 kW ab 2027.
Das „Tertiaire“-Gesetz, auch als „Dispositif Éco Énergie Tertiaire“ bezeichnet, schreibt eine schrittweise Senkung des Endenergieverbrauchs in Dienstleistungsgebäuden mit einer Fläche von mehr als 1.000 m² vor. Die französischen Ziele sehen eine Senkung um mindestens 40 % im Jahr 2030, 50 % im Jahr 2040 und 60 % im Jahr 2050 im Vergleich zu einem Referenzjahr vor.
Diese Rechtsvorschriften stellen die französische Umsetzung der europäischen Politik zur Energieeffizienz von Gebäuden dar. Sie stärken die Rolle der Gebäudeleittechnik, aber auch die der Endgeräte, da eine Optimierung nur dann wirksam sein kann, wenn die technischen Systeme über zuverlässige Daten und die Möglichkeit verfügen, in den tatsächlich genutzten Bereichen präzise einzugreifen.
Ein Gebäudemanagementsystem kann nur dann leistungsfähig sein, wenn die Daten, die es verarbeitet, präzise, zuverlässig und repräsentativ für die tatsächlichen Gegebenheiten im Gebäude sind.
In vielen Gebäuden kennt das Überwachungssystem den Zustand des Heizraums, die Vorlauftemperatur oder den Betrieb der Pumpen genau. Doch manchmal verfügt es nur über wenige Informationen darüber, was tatsächlich in den einzelnen Räumen vor sich geht.
In einem Seniorenheim lässt sich die Leistung nicht allein im Technikraum messen. Sie wird in den Zimmern gemessen, anhand der tatsächlichen thermischen Umgebung, die sich im Komfort der Bewohnerinnen und Bewohner widerspiegelt.
Im Seniorenheim „Les Jardins de Gournay“ liefern die 231 Thermozyklus-Raumfühler detaillierte Informationen für jeden einzelnen Raum. Diese Detailgenauigkeit verschafft der Gebäudeleittechnik OuiSense einen viel präziseren Überblick über das Gebäude und ermöglicht es, ganz genau auf die tatsächlichen Bedürfnisse einzugehen.
Eine Funklösung, die für bewohnte Gebäude geeignet ist
Die energetische Sanierung einer Gesundheitseinrichtung bringt zudem eine große Herausforderung mit sich: Die Eingriffe in bewohnten Räumen müssen auf ein Minimum beschränkt werden.
Die Funkversion von Thermozyklus bietet hier eine Lösung. Sie ermöglicht die Ausstattung der Zimmer, ohne dass ein eigenes Verkabelungsnetz zwischen den Endgeräten verlegt werden muss. Die Fühler und Thermostatköpfe können vorab parametriert werden, um die Verweildauer in jedem Raum zu verkürzen – ein wichtiger Vorteil für Projekte, die bei laufendem Betrieb durchgeführt werden.

Diese einfache Umsetzung ist ein starkes Argument für Pflegeheime, Krankenhäuser und medizinisch-soziale Einrichtungen, die ihre Anlagen modernisieren müssen, ohne den täglichen Betrieb zu stören.
Ein vorbildliches Beispiel aus dem französischen Markt
Das Projekt des Seniorenheims „Les Jardins de Gournay“ spiegelt eine neue Realität hinsichtlich der Energieeffizienz von Gebäuden wider. Diese hängt nun von der gesamten Steuerungskette ab: Raummessung, Heizungsregelung, Kommunikation mit den Zentraleinheiten, Integration in das Gebäudemanagementsystem und Datenauswertung.
In dieser Kette spielt Thermozyklus eine zentrale Rolle.
Die Lösung sorgt für Präzision, lokale Intelligenz und Handlungsfähigkeit auf der Ebene jedes einzelnen Zimmers. OuiSense wiederum wertet diese Informationen in einem offenen Gebäudemanagementsystem aus, das von den technischen Teams genutzt werden kann.
In Gournay zeigen Thermozyklus und OuiSense, dass es möglich ist, den Komfort der Bewohner, einen einfachen Betrieb und eine fortschrittliche Energieverteilung in Einklang zu bringen, ohne technische Leistung und Lebensqualität gegeneinander auszuspielen.
In diesem Sinne werden derzeit zahlreiche weitere Krankenhäuser vom Duo OuiSense-Thermozyklus ausgestattet, insbesondere in Kremlin-Bicêtre (94) oder in Pont-Saint-Esprit (30).
Eine Information der Thermozyklus GmbH & Co. KG, Gauting
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