Springer Quartier Hamburg

Wo Verlagsgeschichte auf moderne Architektur trifft

Ein denkmalgeschütztes Hochhaus aus der Nachkriegsmoderne, ein Neubau im Geist der Hamburger Kontorhäuser, 61.000 m² Bruttogeschossfläche und sieben Jahrzehnte Mediengeschichte: Die Architekt:innen von Gerkan, Marg und Partner (gmp) haben aus dem von 1950 bis 1956 für den Verleger Axel Springer errichteten Verlagshochhaus ein markantes innerstädtisches Büroquartier gemacht.

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Der Neubau mit Kontor-Charme Bild: HGEsch
Der Neubau mit Kontor-Charme Bild: HGEsch

Das vom Architekten Ferdinand Streb entworfene vierzehngeschossige Springer-Hochhaus prägt seit sieben Jahrzehnten die Hamburger Skyline. Verleger Axel Springer leitete von hier aus mehr als zehn Jahre, bis ins Jahr 1967, sein aufstrebendes Verlagsimperium. Als das Büro gmp Architekten den Auftrag zur Sanierung und Erweiterung übernahm, standen Fassade, Lobby und Eingangsbereich des historischen Gebäudeteils unter Denkmalschutz.

Das denkmalgeschützte Verlagshochhaus Bild: Markus Bredt

Denkmalschutz als gestalterische Aufgabe

Die Architekt:innen standen vor vielfältigen Herausforderungen: zu dünn aufgetragener Beton auf der Bewehrung, fehlende Wärmedämmung, begrenzte Deckentragfähigkeit, Fragen des Brandschutzes und der Absturzsicherung. All das sind klassische Begleiterscheinungen der Nachkriegsmoderne, die oft filigran wirkt, aber in der Sanierung anspruchsvoll ist. Weil eine innenliegende Dämmung wegen der verbleibenden lichten Raumhöhe nicht in Betracht kam, musste sie außen angebracht werden – in enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz, denn die Gestaltung des Hochhauses durfte nicht beeinträchtigt werden.

Die historischen Natursteinriemchen der Brüstungsfelder konnten aus Gewichtsgründen nicht erhalten werden. An ihre Stelle trat heller, quarzglitzernder Warthauer Sandstein. Schmale Stege zwischen den bearbeiteten Feldern halten die Erinnerung an die ursprünglichen Riemchen wach und verleihen der Fassade eine lebendige, fast skulpturale Qualität. Eine Doppelverglasung der neuen Kastenfenster mit außenliegendem Sonnenschutz reduziert den Wärmeeintrag. Im Foyer blieb das raumgreifende zweiteilige Mosaikbild des 1958 verstorbenen Künstlers Wilhelm Haerlin erhalten.

Neubau mit Kontor-Charme

Dort, wo einst der Mitteltrakt des Verlagsgebäudes stand, entstand zwischen 2015 und 2021 ein achtgeschossiger Büro- und Geschäftskomplex. Der großvolumige Baukörper folgt dem Straßenverlauf und schließt den Blockrand zum öffentlichen Raum. Mit zwei zurückspringenden Staffelgeschossen nimmt er die Traufhöhen der Nachbarbauten auf. Der Neubau beherbergt 53 Wohnungen mit französischen Fenstern und Glasbrüstungen: Ein- und Zwei-Zimmer-Apartments mit Wohnfläche zwischen 45 und 95 m², ausgerichtet auf Wochenpendler, Studierende und Kleinfamilien. Die helle Natursteinfassade knüpft an das Erscheinungsbild des Hochhauses an und schafft ein stimmiges Ensemble. Zwischen dem Springer Quartier und dem nördlich gelegenen Bezirksamt Hamburg-Mitte macht eine öffentliche Fußgängerpassage das Quartier nun, anders als zuvor, durchquerbar.

Heute arbeiten im Springer Quartier u. a. die Axel Springer SE, KPMG, Norton Rose Fulbright, Copenhagen Infrastructure Partners, Sthree und Object Carpet sowie der Bauherr, die MOMENI Gruppe. Das Quartier ist nach dem Nachhaltigkeitsstandard LEED Gold zertifiziert. Einzelhandel und Gastronomie machen das Areal lebendig.

Zu den Nutzern des Quartiers gehört der Bauherr, die MOMENI Gruppe. Bild: HGEsch

Das restaurierte Verlegerbüro

Hoch oben im historischen Teil liegt das restaurierte Büro von Axel Springer. Harmonisch fügen sich die von gmp entwickelten neuen Elemente – wie die Kastenfenster – in den historischen Kontext des Raums. Unter dem einst von Axel Springer in Auftrag gegebenen Teppich wurde das originale Parkett entdeckt und fachgerecht aufgearbeitet. Unmittelbar darüber im insgesamt 50 m hohen Gebäude befindet sich das einstige Casino des Hauses, das heute als Großraumbüro der Hamburger BILD-Redaktion dient.

Das ehemalige Verlegerbüro von Axel Springer. Bild: HGEsch

Zeitgeschichte mit Grohe: Von Atlanta Exquisite bis Blue Professional

Die Sorgfalt im Umgang mit dem Bestand zeigt sich bis in die Sanitärräume. Im sanierten Springer-Hochhaus blieben Armaturen der Grohe-Linie Atlanta Exquisite aus den Jahren 1970 bis 1983 erhalten. Mit ihren robusten Brillant-Griffen haben sie die Jahrzehnte unbeschadet überstanden und setzen bis heute stilvolle Akzente in den historischen Räumen.

Die Grohe Blue Professional Küchenarmatur bietet gekühltes, gefiltertes und auf Wunsch gesprudeltes Wasser. Bild: HGEsch

In den Büros des Bauherrn sorgt die Küchenarmatur Grohe Blue Professional für frisches Trinkwasser auf Knopfdruck – gekühlt, gefiltert, mit oder ohne Kohlensäure. Das System reduziert Transportwege und Verpackungsmüll und hat gegenüber Wasser in Flaschen einen deutlich niedrigeren CO₂-Fußabdruck.*

* Bei der Produktion und dem Transport von 1 l Wasser in PETFlaschen entstehen pro Liter mindestens 108,47 g CO₂. Grohe Blue Professional verursacht pro Liter nur 15,59 g CO₂.
Quelle: „Creation of a Product Carbon Footprint for Grohe watersystems for drinking and hot water supply“, Sebastian Schär, Prof. Dr. Jutta Geldermann, Universität Duisburg-Essen (2021). Die in der Studie angesetzte Nutzungsdauer von Grohe Blue Professional beträgt fünf Jahre.

Eine Information der Grohe Deutschland Vertriebs GmbH, Porta Westfalica

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Wo Verlagsgeschichte auf moderne Architektur trifft
Seite 134 bis 135
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