The Cradle

C2C Pilotprojekt am Rhein

Ökologisch nachhaltig bauen und vor Bränden schützen.

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The Cradle ist das erste Projekt in Deutschland, das nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip entstand. Bild: Mario Brand
The Cradle ist das erste Projekt in Deutschland, das nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip entstand. Bild: Mario Brand

Die Autorin: Anette Blum, Priorit AG, Hanau

An prominentem Standort in Düsseldorf entstand eines der ersten Gebäude Deutschlands, das nach dem so genannten C2C-Prinzip (Cradle to Cradle, von der Wiege zur Wiege) gebaut wurde. Bei dieser besonders nachhaltigen Bauweise kommen vor allem wiederverwendbare Materialien zum Einsatz. Bauherr des Pilotprojekts am Rhein ist The Cradle GmbH & Co. KG. The Cradle ist auch der Name des architektonischen Leuchtturmprojekts, das zukunftsweisend für die Baubranche und die Arbeitswelt ist. Es passt hervorragend zum ambitionierten Ziel der Stadt Düsseldorf, bis 2035 klimaneutral zu werden.

Das Holzhybridgebäude verfügt über ein rautenförmiges Holztragwerk, das durch seine Ausrichtung nach dem Sonnenverlauf gleichzeitig als Sonnenschutz dient und durch verschiedene Auslässe in den einzelnen Geschossen künstliche Beleuchtung und elektrisch betriebene Jalousien einspart.

Auch von innen setzt das C2C-Pilotprojekt spannende optische und gesundheitsfördernde Akzente wie begrünte Wände und Feinstaub-Aktivkohlefilter für ein gesundes Raumklima.

Brandschutztechnische Lösungen

Der schonende und zugleich effiziente Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist im Bereich Umwelt ein zentrales Thema, auch für Priorit. Die Rohplatten der verbauten Priorit Produkte werden aus natürlichen und in nahezu unbegrenzten Mengen zur Verfügung stehenden Bestandteilen hergestellt und bestehen aus Inhaltsstoffen ohne bedenkliche Zusätze. Der Abbau des Grundmaterials sowie die Produktion der Platten erfolgt in Deutschland, ebenso wie die Weiterverarbeitung und die Herstellung der fertigen Brandschutzprodukte.

Im Projekt The Cradle wurden Revisionsabschlüsse der Baureihen Priodoor RTH und RTX sowie Entrauchungsklappen Priodoor ETX-RDA eingesetzt.

Installationsschächte

Innerhalb des Gebäudes werden die haustechnischen Installationen durch vertikale Schächte in die einzelnen Etagen geführt. Damit im Brandfall ein Ausbreiten von Feuer und Rauch in andere Stockwerke verhindert wird, müssen Installationsschächte einschließlich der darin befindlichen Revisionsöffnungsverschlüsse aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und eine Feuerwiderstandsfähigkeit haben, die der höchsten notwendigen Feuerwiderstandsfähigkeit der von ihnen durchdrungenen raumabschließenden Bauteile entspricht.

Um die Installationsschächte zugänglich zu halten und gleichzeitig die baurechtlichen Vorschriften sicherzustellen, kamen Priodoor RTX Revisionsabschlüsse in Größen von Höhe 500 Millimeter × Breite 500 Millimeter bis zu Höhe 2.010 Millimeter × Breite 985 Millimeter in den Einbauvarianten nicht fußbodengleich (Einbau in größerer Höhe) und fußbodengleich zum Einsatz.

Für begehbaren Schächte waren die Revisionsabschlüsse Priodoor RTH das Maß der Dinge. Diese Abschlüsse wurden gemäß den Anforderungen der Hochhausrichtlinie entwickelt und halten einer Brandbeanspruchung von innen und außen Stand. Die von beiden Seiten geprüfte Feuerwiderstandsfähigkeit von 30 oder 90 Minuten beinhaltet zudem die Einhaltung der für Wände, Schächte und die Abschlüsse der Öffnungen geforderte Temperaturerhöhung von maximal 180 Kelvin auf der brandabgewandten Seite sowie eine geprüfte Rauchdichtigkeit. Um die dezente Optik nicht zu stören, wurde bei der Konstruktion bewusst ein innenliegender Obentürschließer gewählt. Der Türdrücker auf der Innenseite stellt bei begehbaren Schächten eine einfache und sichere Öffnung von innen sicher.

Priodoor RTH – Revisionsabschluss mit innenliegendem Obentürschließer und Drücker auf der Innenseite Bild: Mario Brand

Entrauchung

Notwendige Flure und notwendige Treppenräume inklusive den dazugehörigen Aufzugsvorräumen müssen nach dem Baurecht im Fall eines Brandes ausreichend lange nutzbar sein. Die Benutzung darf nicht durch Rauch gefährdet werden. Aus diesem Grund spielen Rauchabzüge in Brandschutzkonzepten eine wichtige Rolle. Rauchschutz-Druck-Anlagen (RDA) dienen im Brandfall der Rauchfreihaltung von Rettungswegen in vertikaler und horizontaler Richtung (Sicherheitstreppenräume).

In dem Bürogebäude wurde eine Rauchschutzdruckanlage installiert. Damit diese im Brandfall eine ausreichende Entrauchung der Rettungswege sicherstellt, wurden die Priorit Entrauchungsklappen Priodoor ETX-RDA in den Abmessungen von einer Breite 890 Millimeter und einer Höhe von 2.100 Millimeter als Bestandteil der RDA-Anlage verbaut. Die Entrauchungsklappen bieten den Brandgasen so eine großformatige, freie und ungehinderte Abströmfläche. Durch die Steuerung der bauseitigen Rauchschutzdruckanlage öffnen die Entrauchungsklappen im Brandfall selbsttätig. Im Normalbetrieb sind die Klappen rauchdicht und besitzen eine Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten.

Großformatige Entrauchungsklappe Priodoor ETX-RDA Bild: Mario Brand

Optisch anpassbare Oberfläche ermöglicht Individualität

Sowohl die Revisionsabschlüsse als auch die Entrauchungsklappen wurden mit einer Oberfläche in der Grundierfolie Priopaint hergestellt. Sie erfüllt den Zweck einer einfachen Anpassung oder einer bewussten Akzentuierung der technischen, funktionalen Brandschutzprodukte. Sowohl ein einheitliches Anlegen der Revisionsabschlüsse mit der Wandoberfläche als auch eine Anpassung der Entrauchungsklappen an die Farbgebung des Aufzugsvorraums wurden damit ermöglicht.

Sicherheit, Funktionalität, Optik und Nachhaltigkeit: Die baulichen Brandschutzlösungen von Priorit überzeugten in allen diesen Bereichen. ⟵

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C2C Pilotprojekt am Rhein
Seite 38 bis 39
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