Heizen, Kühlen und Lüften im ehemaligen Luftschutzbauwerk
Vom Schutzraum zur Kulturadresse
Ursprünglich als Luftschutzbauwerk Nr. 25 errichtet, zählt der Bilker Bunker zu den zahlreichen Relikten des Zweiten Weltkriegs, die bis heute das Bild deutscher Großstädte prägen. Seit 2007 aus der Zivilschutzbindung entlassen, wurde das Gebäude von der Häuserwachküssgesellschaft mbH KÜSSDENFROSCH gekauft. Mit einem Faible für erhaltenswerte Architektur und wirtschaftlichem Fingerspitzengefühl wagte sie den Umbau: Im Inneren entstand ein gemeinnütziger Kunst- und Kulturraum – auf dem Dach fünf luxuriöse Maisonettewohnungen mit insgesamt 670 m2 Wohnfläche. Kasten einfügen!!!!
Projekt-Steckbrief
- 4 Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpen PUD-SHWM140YAA in Kaskade zur Beheizung des Bunkerkörpers (ca. 2.300 m2)
- 2 reversible Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpen PUZ-SHWM120YAA in Kaskade zur Beheizung und Kühlung der Dachwohnungen (670 m²)
- Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
- Rippenrohr-Heizkörper, Fußbodenheizung, Pufferspeicher
- Zubadan-Technologie für voll nutzbare Heizleistung bis –15 °C
Modern wohnen, ohne Kompromisse beim Erhalt
Die bauliche Umgestaltung des Bunkers war alles andere als Standard. Große Deckenöffnungen mussten durch meterdicken Stahlbeton geschaffen werden – sie sorgten für Licht, Offenheit und neue Raumkonzepte. Die Wohnungen auf dem Dach – zwischen 97 und 164 m2 groß – erhielten nicht nur Fußbodenheizungen, sondern auch ein System zur Flächenkühlung im Sommer.
Wärmetechnische Anforderungen an ein denkmalgeschütztes Gebäude
Die Aufgabe: Ein Gebäude mit meterdicken Betonwänden und minimaler Außenhülle ganzjährig effizient beheizen – und das nach geltendem Gebäudeenergiegesetz (GEG). Dabei sollte sowohl im Bunker als auch in den Wohnungen eine moderne, zukunftssichere Lösung zum Einsatz kommen. Die Antwort: Luft/Wasser-Wärmepumpen von Mitsubishi Electric, installiert von der PBS-Energiesysteme GmbH aus Haan. Insgesamt sechs Geräte der Ecodan-Serie bilden das Herzstück der Wärmeversorgung – aufgeteilt in zwei Kaskaden.

„Die Anforderungen des GEG an die Heiztechnik galten aufgrund des Denkmalschutzes für den Luftschutzbunker nicht. Für die fünf Wohnungen, die auf den Bunker gesetzt wurden, hingegen schon“, erklärt Peter Dukome, Projektleiter bei der PBS-Energiesysteme GmbH. „Eine Wärmeversorgung auf Basis fossiler Energieträger wurde zwar in Erwägung gezogen, jedoch schnell verworfen.“
Vier Wärmepumpen für die Versorgung des Bunkerkerns
Für den massiven Bunker selbst fiel die Wahl auf eine Vierer-Kaskade aus Luft/Wasser-Wärmepumpen vom Typ PUD-SHWM140YAA mit jeweils 14 kW Nennwärmeleistung. Diese versorgen die rund 2.300 m2 große Nutzfläche des Gebäudes mit wohliger Wärme.
Gekühlt wird hier nicht; stattdessen kommt eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz, die gleichzeitig für Frischluft sorgt. Aufgrund der robusten Bauweise und der Denkmalschutzauflagen ist sie unverzichtbar.
Die Kaskadierung bietet eine Reihe von Vorteilen: Hohe Effizienz auch im Teillastbetrieb, Redundanz im Wartungsfall und maximale Modulationsfähigkeit für stabile Temperaturen – bei minimalem Energieeinsatz. Die Wärmeverteilung übernehmen spezielle Rippenrohr-Heizkörper mit Rohstahl-Optik, die nicht nur technisch überzeugen, sondern auch gestalterisch dem rauen Charme des Bunkers gerecht werden.
Zwei reversible Systeme für Heizen und Kühlen der Wohneinheiten
Für die neuen Wohneinheiten wurde eine separate Zweier-Kaskade installiert: Zwei reversible Wärmepumpen vom Typ PUZ-SHWM120YAA mit jeweils 12,1 kW Heiz- und 12 kW Kühlleistung. Über die Fußbodenheizung versorgen sie die Wohnungen bei Bedarf nicht nur mit Wärme – sondern auch mit Kühle. Im Kühlbetrieb fließt 16 °C temperiertes Wasser durch die Böden und senkt so die Raumtemperatur ganz ohne klassische Klimageräte. Dies elegante Lösung steigert den Wohnkomfort im Sommer signifikant.

„Das ist einer der vielen Vorteile einer Wärmepumpe, dass man mit ihr nicht nur heizen kann, sondern im Sommer kann sie – in dieser Ausführung – auch die Kühlung des Gebäudes übernehmen“, so Projektleiter Dukome.
Zubadan inside
Ein technisches Highlight teilen sich beide Systeme: die patentierte Zubadan-Technologie. Sie sorgt für konstante Heizleistung auch bei Außentemperaturen bis –15 °C. Möglich macht das der Flash-Injection-Kreislauf, der ein Zwei-Phasen-Gemisch direkt in den Verdichter einspritzt. Das hält den Kältemittelmassenstrom konstant und spart zusätzlich Energie. In der Gesamtwirkung macht die Zubadan-Technologie einen elektrischen Heizstab oder einen zusätzlichen Wärmeerzeuger überflüssig.
Gut platziert, leicht zugänglich
Auch die Integration in die Gebäudearchitektur zeigt Liebe zum Detail. Die Außengeräte der Kaskade wurden auf einem Absatz oberhalb der Toreinfahrt montiert, die Geräte für die Wohnungen an der Fassade im dritten Obergeschoss. Beide Standorte bieten gute Luftzirkulation, sind optisch zurückhaltend und akustisch unauffällig.

Für die Wärmeverteilung wurden jeweils Hydromodule installiert, die den Energietausch zwischen Kältemittel und Heizwasser übernehmen. Zusätzlich puffern zwei Speicher die erzeugte Energie, sichern die Abtauung der Außengeräte im Winter und überbrücken Stromsperrzeiten. Die Technikräume befinden sich im dritten und vierten Obergeschoss – kompakt, durchdacht, effizient.

Fazit: Ein Leuchtturmprojekt mit Weitblick
Der Bilker Bunker zeigt eindrucksvoll, wie aus einem ungenutzten Betonkoloss ein nachhaltiger Ort für Gemeinschaft, Kunst und modernes Wohnen werden kann. Dank innovativer Wärmepumpentechnik von Mitsubishi Electric wurde aus einem Relikt der Vergangenheit ein Raum für die Zukunft geschaffen – energieeffizient, denkmalgerecht und vor allem: mit System.
Eine Information der Mitsubishi Electric Europe B. V. Living Environment Systems, Ratingen
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