06/25 Editorial

Das geht doch effizienter!

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Berechnungsverfahren für die Auslegung der TGA sollten ebenso weiterentwickelt werden wie die Technik selbst. Bild: HUSS-MEDIEN/stock.adobe.com/rawpixel/Markoff
Berechnungsverfahren für die Auslegung der TGA sollten ebenso weiterentwickelt werden wie die Technik selbst. Bild: HUSS-MEDIEN/stock.adobe.com/rawpixel/Markoff

Die Bundesregierung will neue Fossilgaskraftwerke bauen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft bestätigt die Notwendigkeit des Zubaus, fordert aber H2-Kompatibilität.

Doch die vorgesehenen etwa 20–22 GW (und sogar mehr) könnten schneller und zum halben Preis durch Biogas bereitgestellt werden, sagte Horst Seide, Präsident des Fachverbandes Biogas, Ende August in einer Pressekonferenz. Zudem gebe es viele andere erneuerbare Energieträger.

Strom zum Beispiel steht immer öfter im Übermaß aus Sonne und Wind zur Verfügung. Finanztip, ein Portal für Menschen, die nicht unbedingt technische Kenntnisse besitzen müssen, hat an mehreren Beispielen vorgerechnet, wie wenig wirtschaftlich für Ein- und Zweifamilienhausbesitzende ein anstehender Heizungstausch mittels neuem Gaskessel im Vergleich zu einer Wärmepumpe wäre. Man darf rückschließen, dass das bei anderen Gebäudetypen ähnlich aussieht. Neben den Investitionskosten spielen dabei Förderungen, und in der Betriebsphase dann der steigende CO2-Preis und wachsende Netzkosten für eine schrumpfende Anzahl von Gasnetzanschlüssen eine Rolle.

Die vergleichsweise hohen Erstinvestitionen für Wärmepumpensysteme werden zum einen durch staatliche Zuschüsse abgefedert. Zum anderen bietet sich aber auch ein Nachdenken darüber an, ob etablierte Berechnungsmethoden für die Systemauslegung die realen Bedingungen abbilden. Nicht wenige Gebäudeenergie- und TGA-Planende legen Wärmepumpen für kleinere Heizlasten aus als nach Norm gerechnet, damit sie effizient arbeiten, und/oder sie ermitteln die Heizlast und die Kühllast von vornherein mittels dynamischer Simulationen, beziehen Gebäudeausrichtung, passive Wärmegewinne und weitere Kriterien ein. Ob Wärmepumpe, Solarthermie oder andere Ausgangskomponenten für Heiz- und Kühlsysteme: kleiner heißt in der Regel kostengünstiger. Eine ganz neue Methode der energetischen Dimensionierung hat nun ein Braunschweiger Ingenieurbüro entwickelt. MGT stellt sie in einer Artikelserie vor; den ersten lesen Sie in dieser Ausgabe ab S.10.

Neben der Dimensionierung haben weitere Faktoren Einluss auf Energieverbrauch, Investitions- und Betriebskosten der Heizung und Kühlung. Wärmepumpen etwa werden schon von Herstellerseite aus immer effizienter und betriebssicherer (S.44). Doch auch die Gesamtsysteme, in die sie eingebunden sind, können und müssen fortlaufend optimiert werden. Dazu leistet u.a. die Forschung ihren Beitrag (S.47). In unserem Top-Thema zeigen wir Ihnen zudem je ein Positivbeispiel für den Einsatz von Wärmepumpen und Geothermie in einem denkmalgeschützten Gebäude (S.40) und einem Wärmenetz (S.56).

Ihre

MSc, Dipl.-Ing. Silke Schilling

Dipl.-Ing. Silke Schilling
Chefredakteurin
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