05/25 Editorial

Zu heiß, zu trocken, zu nass, zu teuer

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Eine Hitzewelle trieb die Temperaturen in Spanien, hier der spanischen Stadt Bilbao, in außergewöhnliche Höhen. Auch in deutschen Städten ist zunehmend extreme Hitze zu beobachten, die durch Versiegelung noch verstärkt wird. Bild: stock.adobe.com/Mazur Travel
Eine Hitzewelle trieb die Temperaturen in Spanien, hier der spanischen Stadt Bilbao, in außergewöhnliche Höhen. Auch in deutschen Städten ist zunehmend extreme Hitze zu beobachten, die durch Versiegelung noch verstärkt wird. Bild: stock.adobe.com/Mazur Travel

Trinkwasser in ausreichender Menge und Qualität ist auch in Deutschland keine Selbstverständlichkeit mehr. Die knapper werdende Ressource muss daher intelligent und nachhaltig genutzt werden, heißt es von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA).

Der Klimawandel hat in Deutschland bereits vor Jahren einen Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur verursacht, der die einst in Paris vereinbarte Grenze von 1,5 °C signifikant übersteigt – und auch höher liegt als anderswo auf der Welt. Doch auch global scheint diese Grenze jetzt gerissen. Damit einher gehen jedes Jahr mehr Hitzetage und tropische Nächte, oft schon im Frühjahr. Zudem wurden im ersten Halbjahr 2025 an der Station Potsdam des Deutschen Wetterdienstes auf dem Telegrafenberg so geringe Niederschlagsmengen gemessen wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1893, meldet das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Die Regenmenge sinkt, und regnet es doch, dann sind das oft Wassermassen, die von versiegelten oder durch mehrere Dürrejahre ausgetrockneten Oberflächen nicht aufgefangen werden können.

Alle Jahre wieder berichtet die MGT im August zum Thema. Während Deutschland bei der Umsetzung der gesetzlichen Klimaziele, d. h. der Ursachenbekämpfung, nur in einigen Bereichen vorankommt, sind Städte und Kommunen zunehmend gezwungen, an der Minderung der Folgen zu arbeiten. Stichworte sind etwa Hitzeaktionspläne und Trinkwasserbrunnen, Flächenentsiegelung, Schutz und Erweiterung von Stadtgrün sowie Förderprogramme für die Regenwasserrückhaltung und -nutzung.

Doppelter Nutzen

Eine verstärkte Regen- und Grauwassernutzung in Gärten und Grünanlagen, Haushalten und Gewerbe kann den Druck auf die Trinkwasserressourcen mindern. Intelligent vernetzt, kann zurückgewonnene Wärme aus dem Grauwasser zudem den Heizenergiebedarf von Gebäuden senken. Wie man mit der Installation eines zweiten Leitungsnetzes und weiteren smarten Maßnahmen mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt, zeigen etwa die Initiativen einer Berliner Wohnungsgenossenschaft (S. 19).

Barrieren gegen Starkregen

Während man in Südeuropa und auch Skandinavien mit Temperaturrekorden und ihren Folgen kämpfte, war der Juli in Berlin recht regenreich; es gab doppelt so viel Niederschlag wie im langjährigen Durchschnitt. Das hilft, kann aber den Mangel der zurückliegenden Jahre nicht ausgleichen: Der Boden ist metertief ausgetrocknet. Während die verzeichnete Regenmenge hier noch nicht aus dem Rahmen fiel, gaben die warmen Temperaturen dennoch Anlass zur Beachtung. Wärmere Luft kann deutlich mehr Wasser aufnehmen, pro Kelvin Anstieg sind es 7 %.

Damit kommt es bundesweit immer häufiger zu Starkregenereignissen. Hier müssen Gebäudebetreiber vorsorgen und Immobilien u. a. gegen das Eindringen von Regen- und Abwasser aus temporär überlasteten öffentlichen Kanalnetzen absichern. Maßnahmen für einen sicheren Rückstauschutz erläutert der Fachartikel auf S. 12.

Gas adé

… sagt die Mannheimer MVV Energie AG als erstes deutsches Energieversorgungsunternehmen. In zehn Jahren wird das Netz stillgelegt, denn der Gaspreis wird u. a. durch die Einführung des ETS-2 für CO2-Emissionen in Bereiche steigen, die den fossilen Brennstoff zunehmend unwirtschaftlich machen. Die Alternativen: Eine Fernwärmeversorgung, die sich aus klimaneutralen Energiequellen speist; die MVV hat hier bereits erste Großwärmepumpen im Betrieb. In den Gebieten in der und um die Stadt, die davon nicht erreicht werden, müssen sich Immobilieneigentümer und -betreiber selbst um den Austausch der Fossilgasheizung gegen Wärmepumpen und andere klimaneutrale Technologien kümmern. Der Beitrag auf S. 28 liefert Hintergründe.

M.Sc., Dipl.-Ing. (FH) Silke Schilling

Dipl.-Ing. Silke Schilling
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