Masken schützen nicht vor Sauerstoffmangel. Bild: stock.adobe.com/Rido

Liebe Leserinnen und Leser,

in der Corona-Pandemie zeigt sich Licht am Horizont. Die Impfzahlen steigen, die Inzidenzen sinken, das öffentliche Leben nimmt zusehends Fahrt auf. Geschäfte, Hotels und Restaurants dürfen verstärkt Menschen einlassen, Büros sollen sich wieder füllen, Kinder und Jugendliche in die Schulen zurückkehren.

Die Pandemie hat zahlreiche Probleme verschärft, die bereits zuvor latent existierten. Aus den Erfahrungen wird hier und da gelernt – hoffentlich mit lang anhaltendem Effekt. Einer dieser Problembereiche ist der Bildungssektor, der sowohl bei der Digitalisierung aufholen muss als auch bei grundlegenden gebäudetechnischen Voraussetzungen wie der Belüftung von Klassenräumen. Erstere wurde vielerorts von kreativem Lehrpersonal auf den Weg gebracht; bei letzterer gewann man lange den Eindruck, dass das Problem ausgesessen werden muss – und zwar zu Hause.

Inzwischen hat der Gesetzgeber erkannt, dass die ursprünglich aufgelegte Bundesförderung „Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von stationären raumlufttechnischen Anlagen“ nicht greift, wenn, wie in der Mehrzahl der Bildungseinrichtungen, überhaupt keine Lüftungsanlagen existieren. In Kindergärten und Grundschulen sollen nach Beschluss der Bundesregierung vom 12. Mai also künftig auch neue Anlagen mit bis zu 80 % Zuschuss gefördert werden. Begründet wird die Auswahl damit, dass für Kinder unter 12 Jahren auf absehbare Zeit kein Impfstoff zur Verfügung steht. Aha.

Man darf gespannt sein, ob das Programm wieder eingestampft wird, wenn der Impfschutz dann da ist oder ob doch langfristiger gedacht wird und ein gesundes Raumklima in Schulen für alle Altersklassen förderwürdiger Standard werden darf. Lüftungsanlagen dienen schließlich nicht nur dem akuten Infektionsschutz.

Kaum weniger wichtig für die Gesundheit als unverbrauchte frische Luft ist hygienisch einwandfreies Trinkwasser. Um die Wärmewende im Gebäudesektor zu bewältigen, muss die Energie für dessen Erwärmung künftig zunehmend aus erneuerbaren Quellen stammen. Zugleich darf die Trinkwassergüte nicht leiden. Unser Top-Thema ab S. 16 widmet sich Fragen um die Installation, Stagnationsvermeidung und Energieeffizienz.

Ihre

Silke Schilling

M.Sc., Dipl.-Ing. (FH) Silke Schilling

Dipl.-Ing. Silke Schilling
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