Bioenergiedorf 2.0 geht in die Umsetzung

Ein Nahwärmenetz mit einer Länge von 9 km, 150 Hausanschlüsse und eine Bauzeit von 18 Monaten: Mengsberg, ein Ortsteil von Neustadt (Hessen), wird zum Bioenergiedorf. Das 70-seitige Vertragswerk ist jetzt unterschrieben worden.

Vordere Reihe Mitglieder des Vorstands (v. l.): Thomas Theiss, Karlheinz Kurz, Susanne Wilhelm, Klaus Schwalm Hintere Reihe (v. l.): Aufsichtsrat Thomas Groll (Bürgermeister), Georg Stegemann (Viessmann), Marco Ohme (Viessmann), Aufsichtsratsvorsitzender Harald Trümner, Volker Helfenbein (Viessmann)
Vordere Reihe Mitglieder des Vorstands (v. l.): Thomas Theiss, Karlheinz Kurz, Susanne Wilhelm, Klaus Schwalm Hintere Reihe (v. l.): Aufsichtsrat Thomas Groll (Bürgermeister), Georg Stegemann (Viessmann), Marco Ohme (Viessmann), Aufsichtsratsvorsitzender Harald Trümner, Volker Helfenbein (Viessmann)

Begonnen hatte alles bereits im November 2012, als Marco Ohme, Leiter des Projekt Engineering Centers bei Viessmann, und Georg Stegemann, Leiter der Projektentwicklung „Bioenergiedörfer und –systeme“, das erste Mal vor Ort waren, um den Bürgermeister der Stadt Neustadt, Thomas Groll, den Ortsvorsteher aus Mengsberg, Karlheinz Kurz, sowie weitere Stadtverordnete zum Thema „Regenerative Nahwärmeversorgung“ zu informieren.
Im Sommer 2013 wurde Viessmann mit der Durchführung einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die die Wirtschaftlichkeit auf Basis einer landwirtschaftlichen Biogasanlage in Verbindung mit einem Hackschnitzelkessel betrachten sollte. Auch wenn eine wirtschaftliche Umsetzung auf dieser Basis nachgewiesen werden konnte, machten die Änderungen im EEG 2014 dieser klassischen Umsetzungsvariante eines Bioenergiedorfs einen Strich durch die Rechnung.

Die Entscheidung fiel 2014
Das Beispiel Büsingen am Bodensee vor Augen (das erste Bioenergiedorf auf Basis von Holzhackschnitzeln und Solarthermie) wurde die Machbarkeitsstudie Anfang 2014 um das Thema Solarthermie erweitert. Im Mai 2014 fiel dann die Entscheidung, die Entwicklung des Projekts auf dieser Basis fortzuführen (Stichwort: „Bioenergiedorf 2.0“). Im November 2014 wurde dann aus der Initiativgruppe die Bioenergiegenossenschaft Mengsberg BEGM eG gegründet, ein wichtiger Meilenstein für die weitere Entwicklung des Projekts.
Viessmann wird jetzt in etwa 18 Monaten Bauzeit und in zwei Bauabschnitten ein Nahwärmenetz mit einer Länge von knapp 9 km mit etwa 150 Hausübergabestationen in den Häusern der Anschlussnehmer installieren. Die Heizzentrale besteht aus einem Holzhackschnitzelkessel mit einer Leistung von 1,1 MW, einem Niedertemperatur-Heizkessel auf Basis von Bio-Propan als Redundanzkessel sowie dem zur Zeit mit Abstand größten Solarthermiefeld in einem Bioenergiedorf und eines der größten Solarthermiefelder in Deutschland überhaupt.
Die Bruttokollektorfläche beträgt knapp 3.000 m² und liefert in Verbindung mit einem 300 m³ großen Pufferspeicher 17 % des gesamten Wärmebedarfs der Nahwärmeversorgung und fast 100 % des Wärmebedarfs in den Sommermonaten. Die Gesamtinvestition des Projekts beträgt 5,5 Mio. €.

Weitere Informationen: www.begmengsberg.de

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