Gebäudearmaturen 2015: Umsätze kommen wieder etwas in Fahrt
In den einzelnen Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze sehr verschieden. Erfreuliches gab es nur aus der Produktgruppe der Sanitärarmaturen zu vermelden. Hier verzeichneten die Umsätze nominal ein Plus von 11 %. Heizungsarmaturen (minus 5 %) und Technische Gebäudearmaturen (minus 10 %) mussten im vergangenen Jahr hingegen einen teils deutlichen Umsatzrückgang verkraften. Besonders stark rückläufig waren in beiden Bereichen die Geschäfte auf den ausländischen Märkten außerhalb des Eurowährungsraums, was sich auf die abkühlende Weltkonjunktur zurückführen lässt.
Exporte in die wichtigsten drei Abnehmerländer wachsen
Von Januar bis Dezember 2015 exportierte Deutschland Gebäudearmaturen im Wert von insgesamt 2,6 Mrd. €. Das sind 4,1 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Rückenwind spürte Deutschland als Exportnation dabei vor allem durch den schwächeren Euro-Wechselkurs.
Den größten Zuwachs unter den Top-10 konnten dabei die Exporte in die USA verzeichnen, wo sich die Wirtschaft weiterhin robust entwickelt. Vor allem die Stimmung unter den amerikanischen Konsumenten ist momentan wieder gut. Da der Konsum die Hauptstütze der florierenden Konjunktur in den USA ist und sich auch die Baubranche weiterhin positiv entwickelt, zogen die deutschen Exporte kräftig an. Um satte 18,7 % auf 230,5 Mio. € wuchsen die Gebäudearmaturen-Exporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die USA behaupteten dadurch den 2. Platz der wichtigsten Absatzländer deutscher Gebäudearmaturen. Auf Rang 1 landete – wie zuvor – Frankreich mit einer im Vergleich nur geringfügigen Steigerung von 0,1 % auf 252,4 Mio.€. Das drittgrößte Absatzland war Österreich, das Gebäudearmaturen im Wert von 173,7 Mio. € (plus 3,2 %) aus Deutschland abnahm.
BRIC-Staaten schwächeln größtenteils
Aufgrund des Verfalls der Rohstoffpreise und dementsprechend niedriger Staatseinnahmen mussten Brasilien und Russland im vergangenen Jahr ihre Ausgaben kürzen und schlitterten in eine Rezession. Dies schlägt sich auch auf den deutschen Export an Gebäudearmaturen nieder. Die Exporte nach Brasilien sanken um 16,3 %, die Ausfuhren nach Russland gar um 29,1 %.
In China wurde der Prozess weg von export- und investitionsgetriebenem Wachstum und hin zu einem nachhaltigen Wachstum über die Binnennachfrage (also Konsum und Dienstleistungen) weiter vorangetrieben. Dies schlug sich in einem abermals geringeren Wirtschaftswachstum nieder. Die Ausfuhren von Gebäudearmaturen dorthin schwächelten im Gesamtjahr 2015 dementsprechend und fielen um 4,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Deutlich dynamischer dagegen entwickelte sich Indien. Unter dem neuen Regierungschef Narendra Modi erlebt das Land momentan einen Aufschwung, wovon auch der deutsche Export profitierte. Gebäudearmaturen-Ausfuhren nach Indien legten um starke 36,5 % zu.
Prognose 2016: leichtes Wachstum erwartet
Das größte Risiko für die Exportnation Deutschland besteht darin, dass sich neben den schwächelnden Schwellenländern auch noch die US-Konjunktur abkühlt. Auch in Europa gibt es mit der Griechenland-Krise und dem Ukraine-Konflikt ungelöste Probleme. Außerdem bremst der akute Nachwuchsmangel im SHK-Handwerk das Wachstum. Hoffen lässt jedoch die gute Konsumlaune der Verbraucher, die von höheren Nettoeinkommen profitieren sowie die steigenden Ausgaben der öffentlichen Hand für Flüchtlinge, die die Konjunktur ankurbeln. Im optimalen Fall kann die starke Inlandsnachfrage die schwächere Auslandsnachfrage ausgleichen. Der Fachverband Armaturen erwartet für 2016 daher ein nominales Wachstum von 1 %.














