Visualisierung von Gebäudeökobilanzen für mehr Klimaschutz

Das Institut für Technische Gebäudeausrüstung der TH Köln untersucht mit Kooperationspartnern, wie digitale Modelle mehr Nachhaltigkeit im Planungsprozess unterstützen können.

Quelle: stock.adobe.com/Melinda Nagy
Quelle: stock.adobe.com/Melinda Nagy

„Zum Lebenszyklus eines Gebäudes gehören die Gewinnung und Herstellung von Rohstoffen, der Materialtransport, der Bau und schließlich der Rückbau mit Entsorgung und Recycling. Allerdings wird bislang nur der Energieverbrauch während der Betriebsphase eines Gebäudes bei der Planung berücksichtigt. Die Emissionen der anderen Phasen werden weitestgehend ausgelassen. Die Anwendung von Ökobilanzen soll das ändern: Die Gebäudeökobilanz ist eine Methode, mit der relevante Umweltwirkungen eines gesamten Gebäudes analysiert werden, beispielsweise von Materialien und Verfahren“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Michaela Lambertz vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung der TH Köln.

Eine zentrale Herausforderung liegt darin, die Zahlenwerte praxistauglich aufzubereiten. Eine vereinfachte Darstellung der Ergebnisse lässt sich mit Building Information Modeling (BIM) erreichen - digitale 3D-Gebäudemodelle, die Daten der Ökobilanzen integrieren können. Im frühen Stadium der Planung sollen die verarbeiteten Informationen als Entscheidungshilfen für ökologische Optimierungen sorgen. „Wir arbeiten an simplen und intuitiven Visualisierungen, etwa mit Farben im Ampelsystem: Grün steht für eine gute, rot für eine schlechte Ökobilanz. Außerdem erarbeiten wir eine Umrechnung in verständliche Indikatoren, beispielsweise in gefahrene Autokilometer, gepflanzte Bäume oder Umweltfolgekosten in Euro“, so Theißen.

Den Schadstoffgehalt in Materialien und dessen Einfluss auf die Gesundheit will das Team ebenfalls einbeziehen. Künftig soll ein digitaler Assistent die Gebäudeökobilanz und die Risikostoffbetrachtung in der digitalen Gebäudeplanung verbinden, dessen Anwendung innerhalb der BIM-Projektabwicklung möglich sein soll.
Das Forschungsprojekt „Intuitive Kommunikation und Visualisierung von Gebäudeökobilanzen und Risikostoffen zur Entscheidungsunterstützung im digitalen Planungsprozess“ läuft bis August 2022 und wird von der DBU gefördert. Partner sind das Software-Unternehmen CAALA GmbH und die Gesellschaft für ökologische Projekte Ascona GbR.

Printer Friendly, PDF & Email
06.07.2026
DGNB-Positionspapier
In einem aktuellen Papier fordert die DGNB die Anerkennung produktspezifischer Ökobilanzdaten beim Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude. Bislang finden nur Durchschnittswerte Anwendung.
14.04.2026
Mehr als nur Sensorik
Ein professionalisiertes IoT stärkt Klimaresilienz und Energieeffizienz und hilft dabei, die Gebäudesicherheit datenbasiert zu verbessern
06.05.2026
Solar-Computer
Mit den Neuerungen beim Revit-Plug-in GBIS hebt Solar-Computer die Planung und Berechnung von Heizungs-, Trinkwasser- und weiteren TGA-Netzen auf ein neues Niveau.
07.09.2026
Studie
In einer Pilotstudie zur Lebenszyklusanalyse (LCA) in der seriellen Sanierung vergleicht die dena die Treibhausgasemissionen und die Kohlenstoffspeicherfähigkeit mit denen einer konventionellen...
22.09.2026
PEAKnx
PEAKnx hat sein KNX-Touchpanel Control 12 umfassend überarbeitet. Die neue Generation bietet zusätzliche Bedienmöglichkeiten, ein aktualisiertes Gehäusedesign und mehr Rechenleistung.
13.07.2026
Gebäudeemissionen
Laut einem EU-Forschungsprojekt mit Beteiligung der TU Graz hätte die Verringerung des durchschnittlichen Wohnraums pro Person um nur 2 m² die größten Auswirkungen auf die Reduktion der CO2-Emissionen...