Die Gebäude werden mit Hilfe vorgefertigter Sanierungselemente und eines digitalisierten Bauprozesses auf ein klimaneutrales Energieniveau gebracht. Die Sanierungsarbeiten erfolgen in bewohntem Zustand und sollen bis Anfang 2022 abgeschlossen sein.
Hülle und Gebäudetechnik für CO2-neutrales Wohnen
Die 1967 errichteten Mehrfamilienhäuser in der Mörikestraße bekommen als neue Hülle eine Fassadenkonstruktion in Holztafelbauweise mit großformatigen vorgefertigten Elementen. Auf einem komplett neuen Dachaufbau werden nahezu vollflächig Photovoltaik-Module verlegt, deren Leistung den NetZero-Standard erfüllt und für das CO2-neutrale Wohnen verantwortlich ist. Fassaden und Dach erfüllen den KFW-Effizienzhaus 55-Standard.
Jede Wohnung erhält eine multifunktionale Einheit zur Wärmeversorgung Warmwasserbereitung und kontrollierter Wohnraumlüftung. In Bad, Küche und Flur wird die verbrauchte Luft abgesaugt und über Luftkanäle nach außen geführt. Auf gleichem Weg erfolgt die Zufuhr von Frischluft zum Gerät, wo die Luft durch Wärmepumpen auf Raumtemperatur erwärmt wird und gleichmäßig in die Wohn- und Schlafräume verteilt wird. Die Fenster erhalten hochwertige Blendrahmen. Das Treppenhaus wird saniert und mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Die Wohnungen bekommen neue Balkone und die Kellerdecke wird mit Steinwolle gedämmt.
Energiesprong steht für serielles Sanieren mit vorgefertigten Elementen auf den klimaneutralen NetZero-Standard. Die Gebäude erzeugen dabei im Jahr so viel erneuerbare Energie, wie die Bewohner für Heizung, Warmwasser und Strom in einem definierten Rahmen verbrauchen.
Eigentümer ist die VBW Bauen und Wohnen GmbH aus Bochum. Die Realisierung erfolgt mit dem Bauunternehmen B&O Bau NRW GmbH und der Stadtwerke Bochum GmbH als Energiepartner. Die Deutsche-Energie-Agentur (dena) begleitet das Pilotprojekt.
„Mit dem Energiesprong-Prinzip haben wir die Chance, innovative Lösungen, Nachhaltigkeit und bezahlbaren Wohnraum in Einklang zu bringen", sagt Sebastian Eck, Teamleiter Innovation, VBW Bauen und Wohnen GmbH. "Beim seriellen Sanieren haben wir vier Ziele im Fokus: Zum einen verkürzen wir die Sanierungszeiten durch seriell vorgefertigte Bauteile. Zum zweiten entstehen CO2-neutrale Gebäude mit geringen Energiekosten. Zum dritten gehen wir nachhaltig vor, in dem wir nachwachsende und hochwertige Materialien verwenden, wie zum Beispiel Holz. Und zum vierten sorgen wir für die Zukunftssicherheit unserer Kunden durch eine langfristige Performance, denn alle am Projekt beteiligten Partner werden die Gebäude auch zukünftig beobachten, um die energetischen Standards sicherzustellen und einzuhalten.“
„Im Neubau sind Systemhäuser unser Standard und wir profitieren enorm von der hohen Qualität und Geschwindigkeit der seriellen Vorfertigung. Dies in der Sanierung anzuwenden um die PS auf die Straße zu bringen und ein einheitliches, skalierbares Produkt zu entwickeln, das in der Lage ist, dennoch auf den Bestand zu reagieren, ist die spannende Herausforderung", sagt Nadin Bozorgzadeh, Prokuristin B&O Bau NRW.














