Vorfertigung als Beschleuniger

TGA-Module für die serielle Sanierung

Das Berliner Unternehmen ecoworks hat eine Reihe fassadenintegrierter TGA-Module entwickelt, die die Sanierung von Bestandsgebäuden signifikant beschleunigen können und Kosten senken.

Das fassadenintegrierte TGA-Modul kann verschiedene Haustechnik-Gewerke kombinieren, z.B. Heizung, Wasser, Abwasser, Lüftung, Elektro und mehr. Darstellung: ecoworks
Das fassadenintegrierte TGA-Modul kann verschiedene Haustechnik-Gewerke kombinieren, z.B. Heizung, Wasser, Abwasser, Lüftung, Elektro und mehr. Darstellung: ecoworks

Die Erneuerung der Haustechnik gilt als eine der größten Hürden für die schnelle und skalierbare energetische Sanierung von Wohngebäuden. Das Berliner Unternehmen ecoworks hat diese Herausforderung angenommen und sie durch die konsequente Weiterentwicklung eines fassadenintegrierten TGA-Moduls gelöst. Es reduziert die Bauzeit im TGA-Bereich um bis zu 75% und senkt die Kosten signifikant.

Zudem hat ecoworks als erstes Unternehmen ein serielles TGA-Modul in den Größen Small, Medium und Large (40, 60 und 80 Zentimeter) entwickelt und implementiert.

Die serielle Sanierung weckt häufig Bilder von schnell montierten, hochmodernen Fassaden. Doch der wahre Schlüssel zu einem klimaneutralen Gebäudebestand liegt in der Anbindung der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) über die neue Gebäudehülle. Die Modernisierung von Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen in bewohnten Gebäuden ist komplex und stellt traditionelle Verfahren vor immense Probleme. ecoworks, Pionier und Innovationsführer der seriellen Sanierung, beweist mit seinem ganzheitlichen Ansatz, dass industrielle Vorfertigung auch hier die Lösung ist.

Die Herausforderung: Komplexität im Bestand und Fachkräftemangel

In Bestandsgebäuden treffen serielle Sanierer auf über Jahrzehnte gewachsene Strukturen. Individuelle Gasthermen, veraltete Rohrnetze und unterschiedliche Heizkörpertypen erschweren die Umstellung auf zentrale, klimafreundliche Systeme wie Wärmepumpen. Diese arbeiten mit niedrigeren Vorlauftemperaturen und benötigen eine optimal gedämmte Gebäudehülle, um effizient zu sein.

„Eine isolierte Fassadensanierung greift zu kurz. Erst das Zusammenspiel von hocheffizienter Hülle und minimalinvasiv erneuerter Anlagentechnik führt zum maximalen Erfolg in der seriellen Sanierung“, erklärt Emanuel Heisenberg, Gründer und CEO von ecoworks. Die Situation wird zusätzlich durch den akuten Fachkräftemangel im Handwerk verschärft – auch in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Hier liegt ein weiterer Vorteil der seriellen Sanierung gegenüber konventionellen Bau- und Produktionsverfahren, die deutlich mehr Fachkräfte auf Baustellen und in Betrieben erfordern und binden.

Die Lösung: Digitale Planung und industrielle Vorfertigung

Der Prozess beginnt mit einem vollständigen digitalen Zwilling des Gebäudes, erstellt mittels 3D-Laserscans. In diesem BIM-Modell (Building Information Modeling) werden Gebäudehülle und Gebäudetechnik als ein integrales System geplant. Anstatt die komplexe Technik auf der Baustelle aus unzähligen Einzelteilen zusammenzusetzen, verlagert ecoworks den Großteil der Wertschöpfung in die Fabrik. Das Ergebnis ist ein fassadenintegriertes TGA-Modul, in dem verschiedene Leitungen (TGA-Gewerke) kombiniert und integriert werden können: Heizung, Wasser, Abwasser, Lüftung, Elektro und PV – sogar Glasfaserkabel für Highspeed-Internet sind möglich.

Das Besondere am ecoworks TGA-Modul ist die Revisionierbarkeit durch einen leichten frontseitigen Zugang zum TGA-Register und zu den darin integrierten Leitungen sowie seine Unauff älligkeit, denn das TGA-Modul ist fl ächenbündig in die Fassade integriert und hat dieselbe Außenwandbekleidung. Lediglich schmale Fugen deuten auf das Modul hin.

Die Leitungen im TGA-Modul sind witterungsgeschützt, wärmegedämmt und frostsicher. Die Nichtbrennbarkeit von Einkapselung und Einblasdämmung stellt den erforderlichen Brandschutz sicher.

Die Komponenten des TGA-Moduls werden entsprechend den jeweiligen Projektanforderungen digital geplant, im Werk vorgefertigt und montagefertig zur Baustelle geliefert. Nach der Montage werden die Leitungen auf Dichtigkeit geprüft. Der hohe Vorfertigungsgrad erleichtert die Materialdisposition und garantiert eine hohe, gleichbleibende Qualität.

Zeitersparnis, Kostensenkung und minimale Belastung für die Mietenden

Die Vorteile dieses industriellen Vorgehens sind beträchtlich: Die Montagezeit auf der Baustelle verkürzt sich im Vergleich zu herkömmlichen Installationen um bis zu 75%. Da Eingriffe in die Wohnungen auf ein Minimum reduziert werden, erhöht sich die Akzeptanz bei den Mietenden deutlich.

„Viele sehen in der Erneuerung der Haustechnik den größten Bremsklotz der Wärmewende. Wir haben diesen Knackpunkt gezielt in den Fokus genommen“, sagt Heisenberg. „Mit unserem TGA-Modul verwandeln wir die Herausforderung in einen Beschleuniger. Dank präziser Planung und Vorfertigung entkoppeln wir uns vom Fachkräftemangel, senken die Gesamtkosten für die TGA-Stränge um bis zu 30% und ermöglichen eine schnelle, planbare und für die Mietenden schonende Sanierung. Das ist der Schlüssel, um die Klimaziele im Gebäudebestand zu erreichen.“

Für Auftraggeber aus der Wohnungswirtschaft wird aus einer unübersichtlichen Baustelle mit vielen Einzelgewerken ein planbares und leicht überwachbares Projekt mit einem standardisierten Produkt. Die Effizienz der Installation demonstriert ecoworks in einem Zeitraffer-Video eines Sanierungsprojektes in Hattingen.

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