SHK-Innung und Fraunhofer ISE

Stromausfall in Berlin schädigte weniger Wärmepumpen als gedacht

Eine Umfrage von Innung SHK Berlin und Fraunhofer ISE hat ergeben, dass der Stromausfall im Januar in Berlin weniger Schäden an Wärmepumpen verursachte als zunächst angenommen wurde.

Präventive Maßnahmen wie das Ablassen von Wasser oder das Einrichten hydraulischer Brücken können Beschädigungen von Wärmepumpen durch Stromausfall verhindern. Bild: stock.adobe.com/snapshotfreddy
Präventive Maßnahmen wie das Ablassen von Wasser oder das Einrichten hydraulischer Brücken können Beschädigungen von Wärmepumpen durch Stromausfall verhindern. Bild: stock.adobe.com/snapshotfreddy

Vom 03. bis 07. Januar 2026 war aufgrund eines Brandanschlags für rund 100 Stunden die Stromversorgung für 45.000 Privathaushalte, Gewerbebetriebe, Krankenhäuser, Schulen, Pflegeheime im Berliner Südwesten unterbrochen. Die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE haben die Auswirkungen des Stromausfalls auf installierte Wärmepumpen mittels einer Umfrage unter Berliner Innungsbetrieben erfasst. Die Auswertung zeigt: Dank des proaktiven Handelns der Fachbetriebe sowie der Industrie konnten Schäden weitgehend verhindert werden.

Prävention wirkte: Schäden bei nur 10% der Anlagen festgestellt

Durch präventive Maßnahmen konnten bei dem ungewöhnlich langen Stromausfall mögliche Schäden an Wärmepumpen weitgehend vermieden werden. Während des Stromausfalls standen die befragten Fachbetriebe und Service-Teams der Industrie mit ihren Kundinnen und Kunden in engem telefonischem Austausch oder führten gezielte Vor-Ort-Services durch.

Besonders wirksam waren präventive Maßnahmen wie das Ablassen von Wasser oder das Einrichten hydraulischer Brücken. „Diese frühzeitigen händischen Eingriffe erwiesen sich als entscheidend, um die Funktionsfähigkeit der Systeme zu sichern“, erklärt Innungsgeschäftsführer Andreas Koch-Martin. Insgesamt gab die Mehrzahl der befragten Betriebe an, dass sie während des Stromausfalls nicht aufgrund von Frostschäden bei Wärmepumpen kontaktiert wurden.

Insgesamt wiesen rund 10% der Anlagen Schäden auf, vor allem an Rohrleitungen im Außenbereich oder am Lüftertopf. Diese müssen vor Wiederinbetriebnahme behoben werden. Wärmetauscher blieben unversehrt, Totalschäden traten bei den befragten Handwerksbetrieben nicht auf. Auch sicherheitskritische Vorfälle im Zusammenhang mit Kältemitteln wurden nicht gemeldet. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Schäden an Wärmepumpen geringer sind als zunächst befürchtet“, äußert sich Annette Uhl, Projektleiterin am Fraunhofer ISE.

Wartung senkt Risiken – Leitfaden in Arbeit

Die Ergebnisse unterstreichen zudem die Bedeutung regelmäßiger Wartung. Gut gepflegte Anlagen zeigten ein geringeres Schadensrisiko. Nach Wiederkehr der Stromversorgung benötigten viele Anlagen dann Unterstützung durch Fachbetriebe.

Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse erarbeiten die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer ISE nun einen praxisorientierten Leitfaden. Dieser soll Fachbetriebe und Betreiber dabei unterstützen, bei zukünftigen Stromausfällen noch gezielter und effizienter reagieren zu können.

Forschungsprojekt

Die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer ISE arbeiten derzeit im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Forschungsprojekts WESPE gemeinsam mit weiteren Akteuren am effizienten Einbau von Wärmepumpen.

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