Eingeladen hatte die Iconag-Leittechnik in Zusammenarbeit mit dem AMEV (Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen).
Bauherren, Planer und Betreiber von Liegenschaftsportfolios müssen künftig konkretere Vorgaben machen, um ihre Gebäude im Zuge der Digitalisierung sowie im Kontext des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und der Environmental Social Governance (ESG) effizienter und nachhaltiger zu planen und zu bewirtschaften. Sie hatten von der eintägigen Fachtagung wichtige Erkenntnisse erwartet und wurden nicht enttäuscht.
Expertinnen und Experten der Branche boten ein spannendes Programm. Sie zeigten, welche Voraussetzungen die BACnet-Infrastruktur erfüllen muss, damit die Daten und Funktionen der Gebäudeautomation, Energie- und Verbrauchszähler sowie anderer Systeme und Werkzeuge durch Anwendung des BACtwins abstimmungsfrei geprüft und ausgetauscht werden können. Sie stellten die vielfältigen Vorteile für den Einsatz des BACtwin bei Gebäudeplanung, -Inbetriebnahme und -betrieb heraus.
Die Vorträge befassten sich mit den Grundlagen des BACtwin und seinem Einsatz als Antwort auf die Herausforderungen der Systemintegration und für eine erfolgreiche Energiewende in Nichtwohngebäuden. Dazu wurden Beispiele von realisierten Projekten aus der Praxis aufgezeigt.
Ein Beitrag zum BACtwin Benutzeradressierungssystem (kurz BACtwin BAS) stellte heraus, dass mit diesem erstmals ein einheitliches Adressierungssystem vorliege. Neue KI-basierte Strategien wurden vorgestellt, die eine Migration bestehender Adressierungssysteme unterschiedlicher Bauabschnitte und Hersteller auf das BACtwin BAS ermöglichen. Besonders interessant: ICONAG bietet hierfür den kostenlosen BACtwin-Konverter zur Konvertierung und Vereinheitlichung bestehender Benutzeradressierungssystemen beziehungsweise Anlagenkennzeichnungsschlüssel in den allgemeingültigen BACtwin-BAS an.
Informationen unter: https://lp.iconag.com/bactwin-konverter/
Abschließend erläuterte Christian Wild, Geschäftsführer der Iconag-Leittechnik, wie der BACtwin die Anforderungen des § 71a Gebäudeenergiegesetz erfüllen kann: „Um die gesetzlichen Vorgaben einhalten und die Klimaziele erreichen zu können, müssen Gebäude nachhaltig betrieben werden – mithilfe des Einsatzes neuer Technologien wie dem BACtwin“, lautete sein Fazit.
Das Resümee der Abschlussdiskussion
Im Kontext des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und der Environmental Social Governance (ESG) sowie der Digitalisierung müssen Bauherren und Investoren ihren Planern und Errichtern konkretere Vorgaben machen, damit Gebäude nachhaltig gesetzeskonform geplant und bewirtschaftet werden. Der BACtwin ist ein wichtiges Werkzeug, um die Grundlage für eine durchgängige Digitalisierung des technischen Gebäudemanagements zu schaffen und die für die Energiewende notwendige Effizienzverbesserung und Verbrauchsoptimierung im Gebäudebetrieb zu erreichen. Die AMEV-Empfehlung "BACtwin" der staatlichen und kommunalen Verwaltungen ist hier wegweisend. Der BACtwin wurde bereits von einigen Betreibern großer Immobilienportfolios im Rahmen ihrer BACnet-Lastenhefte eingeführt.
Das nächste und dritte BACtwin-Forum befindet sich bereits in der Planung. Termin ist der 23. September 2025.
BACtwin im Bundesbau
Auf den BACtwin setzt neben vielen anderen Unternehmen, Institutionen und Organisationen auch das Bundesbauministerium. Erlass des Bundesbauministeriums zur Einführung des BACtwin für alle Bundesbauten:
„Der Begriff „BACtwin“ steht für „Digitaler Zwilling in der Gebäudeautomation mit BACnet“ und orientiert sich am Digitalen Zwilling im Kontext von Industrie 4.0 und an BIM im Bauwesen. Kernstück ist die BACtwin-Bibliothek, deren Templates und Tabellen das BACtwin-Datenmodell (XLSX) definieren. Das Datenmodell unterstützt einen medienbruchfreien Datenaustausch, ermöglicht automatisierte 1:1-Prüfungen und erhöht so die Leistungsfähigkeit der Planungs-, Engineering-Tools und Prüf-Tools deutlich. Aus diesem Grund führe ich die neu erstellte AMEV-Empfehlung „BACtwin“ (Nr. 174) ein.“
Ministerialdirektor Dirk Scheinemann, Leiter der Abteilung Baupolitik, Bauwirtschaft, Bundesbau, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.