Umfrage

Kommunale Wärmewende kämpft mit Hindernissen

Wärmeprojekte in Kommunen werden besonders erschwert durch die rechtlichen Rahmenbedingungen, Personalmangel und zu geringe Etats. Dies zeigt eine Umfrage der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Hemmnisse für 11 "Vorreiter-Kommunen" in der kommunlaen Wärmewende. Quelle: AEE / shutterstock
Hemmnisse für 11 "Vorreiter-Kommunen" in der kommunlaen Wärmewende. Quelle: AEE / shutterstock

Im Rahmen des Projekts „Kommunale Wärmewende“ der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) und des Fraunhofer Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) wurden Kommunalvertreter*innen zu Hemmnissen bei der Umsetzung der Wärmewende befragt. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Im Detail haben die befragten Kommunen als Hindernisse die komplexen Genehmigungsprozesse für neue Anlagen und hohe Förderanforderungen angegeben. Die Ölpreisentwicklung und die mangelnde CO2-Bepreisung wurden als Herausforderung der Wirtschaftlichkeit erwähnt. Weitere Hindernisse sind unsichere Positionen von Klimaschutzmanager*innen in den Kommunen, wenig Expertise im Handwerk, komplexe Abstimmungsprozesse zwischen politischen Vertreter*innen, Verwaltung und Forschung sowie die aufwendige Bestandssanierung durch Eigentümer*innen.

„Aktuell hat der Wärmesektor einen Anteil von rund 40 Prozent an den energiebedingten Kohlenstoffdioxid-Emissionen Deutschlands. Kommunen spielen eine Schlüsselrolle, um die Wärmewende umzusetzen und die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Trotzdem zeigt diese Befragung, dass Städte und Gemeinden vor zahlreichen strukturellen Hindernissen stehen, die es ihnen erschweren, notwendige Projekte durchzuführen“, sagt Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE.

Zur Methodik

Die Befragung wurde im zweiten und dritten Quartal 2020 durchgeführt. Bundesweit waren Kommunen eingeladen, an der Recherche teilzunehmen. Zunächst beantworteten sie einen Fragebogen, zum Teil auch durch Telefongespräche, die ein tieferes Verständnis der Ergebnisse ermöglichten.

In Abhängigkeit der Umsetzungsaktivität wurden die befragten Kommunen in Vorreiter-Kommunen (11 Kommunen) und Einsteiger-Kommunen (19 Kommunen) eingestuft. Bei der Eingruppierung spielten sowohl Kriterien wie die Einbindung von Bürger*innen, Klimaschutzkonzepte und die Vielfalt an Akteuren (z.B. Bürgergenossenschaften) als auch die CO2-Emissionen pro Sektor und Einwohner*innen eine Rolle. Auch qualitative Werte wie die Förderung des Umdenkens in der Bevölkerung wurden bei der Einordnung berücksichtigt. Vorreiter-Kommunen befinden sich auf dem richtigen Weg, die Klimaschutzziele für 2050 zu erreichen, während Einsteiger-Kommunen noch keine Projekte durchgeführt haben.

Die Ergebnisse der Befragung sind unter diesem Link verfügbar. Weitere Informationen zum Projekt „Kommunale Wärmewende“ können Sie auf www.waermewende.de finden.

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