Fachpublikation FP-05-2024 zur Innenbeschichtung von Rohrleitungen
Im überalterten Immobilienbestand stehen die Betreiber zunehmend vor großen Herausforderungen, wenn es um die Sanierung von Trinkwasserinstallation geht. Bewohner müssen ausquartiert werden oder sind in der Bauphase in ihrer Wohnqualität eingeschränkt, Rohrleitungsschächte sind baulich freizulegen. Die Investitionskosten sind nicht zu unterschätzen. Hier scheint eine Innenbeschichtung von Rohrleitungen eine verlockende Alternative zu sein.
Innenbeschichtung mit Risiken und Nebnewirkungen
Dass diese Methode jedoch mit gesundheitlichen Risiken für die Verbraucher verbunden sein kann, machte das Umweltbundesamt bereits mehrfach in seinen Publikationen deutlich. Gesundheitsämter und Sachverständige werden immer häufiger mit Schadensfällen konfrontiert, bei denen Rohrinnensanierungen eine bedeutende Rolle spielen.
Der DVQST e.V. hat zu diesem Thema eine neue Fachpublikation erstellt, in der Hintergründe über die Funktionstauglichkeit sowie gesundheitliche Risiken erläutert und potenziell erhöhte Folgekosten für Betreiber thematisiert werden.
So können Inhaltsstoffe wie Bisphenol A und Epichlorhydrin, die zur Herstellung von Epoxidharzen verwendet werden, zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schädigungen wie Diabetes, Unfruchtbarkeit oder Krebs führen.
Besonders in Anlagen, welche bereits vor mehreren Jahren beschichtet wurden, stehen Betreiber oft vor der Problematik unbeherrschbaren Legionellenbefalls, Nutzerklagen über unangenehme Gerüche und verstärkter Korrosionserscheinungen in der Trinkwasserinstallation.
Die Gründe hierfür können vielfältig sein und die Ursachenforschung ist je nach Symptomatik entsprechend aufwendig. So wird hierbei häufig eine inhomogene Beschichtung mit Blasenbildung, Haarrissen und verstopften Abgängen festgestellt. Diese Bereiche bieten krankheitserregenden Bakterien wie Legionellen ein hervorragend geschütztes Wachstumsumfeld.
Besonders wichtig zur Abwägung des Für und Wider einer Rohrinnenbeschichtung ist die Kenntnis der rechtlichen Grundlagen aus Infektionsschutzgesetz (IfsG), Trinkwasserverordnung (TrinkwV) und Verordnung über die allgemeinen Versorgungsbedingungen für die Wasserversorgung (AVBWasserV) in Verbindung mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik.
Die DVQST FP-05-2024 erläutert detailliert und allgemeinverständlich die physikalischen, chemischen und mikrobiologischen Prozesse und verdeutlicht die regelwerksbezogenen Zusammenhänge. Hierbei wird schnell deutlich, weshalb die angewendeten Verfahren, die Eignung der verwendeten Materialien sowie die Überprüfung der einwandfreien Funktion in der Praxis nahezu nicht umsetzbar sind.
Letztendlich ist der Betreiber für die Gebrauchstauglichkeit der Trinkwasserinstallation und die Sicherstellung einer hygienisch einwandfreien Trinkwasserqualität im Gebäude verantwortlich, auch wenn Gewährleistungs- oder Garantiefristen längst abgelaufen sind.
Die Fachpublikation DVQST FP-05-2024 „Innenbeschichtung von Rohrleitungen in Trinkwasserinstallationen“ steht ab sofort zum kostenfreien Download auf der Homepage des DVQST zur Verfügung.














