Prognose Gewerbebau 2025

Digitalisierung und Energiewende sorgen für Bewegung

Die Bauwirtschaft blickt aufgrund des Rückgangs von Bauaufträgen mit gemischten Gefühlen ins Jahr 2024. Die aktuelle Bauprognose von BauInfoConsult zeigt jedoch: Zumindest bei den Aussichten für den Gewerbebau mischt sich etwas mehr Licht in den Schatten, den der rückläufige Wohnungsbau wirft.

Bild: stock.adobe.com/ Calado
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Zwar macht der Nichtwohnungsbau bis 2025 wohl ebenfalls keine großen Sprünge – dennoch gibt es einige Bausegmente, die sich berechtigte Hoffnung auf verstärkte Bauaktivitäten machen können. Das liegt vor allem an den beiden gesellschaftlichen Megatrends Digitalisierung und Energiewende, die den Gewerbebau stimulieren. Aber auch im öffentlich geprägten Bildungssektor gibt es bauliche Bewegung.

Nichtwohnungsneubau kann 2024 etwas Boden gut machen, doch 2025 wird es schon wieder stiller

Die Genehmigungsentwicklung im Nichtwohnungsneubau lässt trotz rückläufiger Tendenz für 2024 ein leichtes Fertigstellungsplus erwarten, das nicht zuletzt auf die unumgänglichen Kapazitätserweiterungen im Industrie- und Handelslogistiksektor zurückzuführen sein werden. Im Prognosezeitraum der aktuellen BauInfoConsult-Studie „Der Baumarkt von übermorgen“ wird es daher auch zu einer gewissen Genehmigungsbelebung im Neubau kommen – allerdings wirkt sich dies wohl frühestens nach 2025 wieder in nennendwerten Fertigstellungszuwächsen im Nichtwohnbausektor aus.

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Unterschiedliche regionale Voraussetzungen

Vor allem im Norden rechnet die BauInfoConsult-Prognose mit einem Zuwachs an Fertigstellungen im Nichtwohnungsneubau. Auch der Osten Deutschlands startet mit einer günstigen Entwicklung in 2024, die sich danach allerdings wieder abschwächt. Weniger günstig sieht die Entwicklung aber wohl durchgängig in den großen Bauregionen Süden und vor allem Westen aus.

Deutlichste Zuwächse bei der fertiggestellten Fläche in Baunische

Betrachtet man die zu erwartenden Entwicklungen in den verschiedenen Bausektoren im Detail, ergeben sich vor allem für die kleineren Nischensektoren teilwiese beträchtliche Wachstumschancen: So können vor allem die sogenannten „Gebäude der Ver- und Entsorgung“ mit Flächenzuwächsen rechnen. In dieser statistischen Kategorie, zu der unter anderem Gebäude zur Energiegewinnung und -verteilung, Elektrizitätswerke, Umspannwerke oder Abfallverwertungsanlagen gezählt werden, ist im Schnitt von 2023 bis 2025 ein Zuwachs der fertiggestellten Fläche von über 6 Prozent zu erwarten. Der Ausbau der Netze im Zusammenhang mit der Energiewende, der im Tiefbau zu den umsatzstärksten Trendentwicklungen zählt, wirkt sich so indirekt auch auf den Hochbausektor aus – zumindest bei den damit verbundenen Gebäuden.
Eine weitere Nische, für die die Aussichten in den nächsten beiden Jahren zumindest baulich gut aussehen, ist der Schulbereich. Da die öffentliche Hand die Budgets auch im Bereich Bildung notorisch auf Sparflamme hält, ist dieses Segment im Neubau recht klein – gleichwohl ist bei allgemein- und berufsbildenden Schulen von 2023 bis 2025 immerhin mit beinahe 3 Prozent durchschnittlichem Flächenzuwachs zu rechnen.

Die Digitalisierung lässt grüßen: Warenlagerhausflächen schwellen weiter an

Die bisher angeführten Positivbeispiele betreffen bauliche Nischen, die den generellen schwachen Haupttrend im Nichtwohnungsbau nur wenig beeinflussen können. Dennoch gehört auch einer der wichtigsten Bausektoren im Nichtwohnbereich zu den Bausektoren mit Wachstumspotenzial: Warenlagergebäude, zu denen zum Beispiel klassische Lagerhäuser, Lagerhallen, Kühlhäuser, Logistik- oder Güterhallen zählen, können im Prognosezeitraum ebenfalls Boden gut machen (im Schnitt von 2023 bis 2025: knapp 2 % mehr neu gebaute Nutzfläche).
Das Logistiksegment profitiert ganz offensichtlich weiter von der Digitalisierung des Einkaufsverhaltens. Galt die Ausweitung der Online-Einkäufe in Deutschland zunächst noch als vorübergehendes Phänomen der Coronalockdowns, so wird doch mittlerweile immer deutlicher, dass dieser Trend gekommen ist, um zu bleiben. Die Lagerkapazitäten werden daher laufend weiter ausgebaut – was wiederum dem Neubausektor zugutekommt.

Über die Studie

Die hier umrissenen Prognoseergebnisse für den Nichtwohnungsneubau stammen aus der aktuellen Studie „Der Baumarkt von übermorgen: Mittelfristige Prognosen“. Auf Basis indikatorgestützter Modelle hat BauInfoConsult darin Anzahl, Größe und Baukostenentwicklung für über 330 Merkmale der deutschen Hochbaustatistik berechnet. Unter anderem gibt die Studie detaillierte Auskunft über die Entwicklung von genehmigten und fertiggestellten Projekten, Wohneinheiten, Fläche, Rauminhalt und Volumen in € für Segmente wie:

  • Einfamilienhäuser
  • Zweifamilienhäuser
  • Drei- und Mehrfamilienhäuser
  • Wohnheime
  • Haustypen (freistehend, doppelt, gereiht)
  • Anzahl der Wohnungen & Geschosse in Gebäuden
  • Anteil der Eigentumswohnungen
  • Fabrik- und Werkstattgebäude
  • Handels- und Lagergebäude
  • Büro- und Verwaltungsgebäude
  • Hotels und Gaststätten
  • Gebäude für Bildung
  • Gebäude des Gesundheitswesens
  • Freizeit-, Erholungs- und Sportgebäude
  • landwirtschaftliche Betriebsgebäude
  • Gebäude für öffentliche Sicherheit
  • Bedeutung des privaten, gewerblichen und öffentlichen Baus

 

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