forsa-Umfrage

Die Mehrheit der Deutschen will mehr Tempo bei GreenTech

Die Mehrheit der Deutschen erwartet von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mehr Tempo bei der Entwicklung "grüner" Technologien. Das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des forsa-Meinungsforschungsinstituts im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für den DBU-Umweltmonitor „GreenTech“.

93% der Deutschen stufen technologische Innovationen als sehr oder eher wichtig ein. Dies ergibt eine repräsentative forsa Umfrage zu GreenTech im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Grafik: DBU
93% der Deutschen stufen technologische Innovationen als sehr oder eher wichtig ein. Dies ergibt eine repräsentative forsa Umfrage zu GreenTech im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Grafik: DBU

Die Branche mit grünen Technologien, im Fachjargon kurz GreenTech, bleibt zwar für eine von Krisen und Kriegen durchgerüttelte Wirtschaft Wachstumsmotor, Stabilitätsfaktor und Innovationstreiber zugleich. Doch offenbar erwarten die Deutschen von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft noch mehr Tempo in diesem Sektor. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des forsa-Meinungsforschungsinstituts im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für den DBU-Umweltmonitor „GreenTech“.

„Die GreenTech-Branche ist eine Erfolgsgeschichte made in Germany. Seit 2010 hat der Sektor die Bruttowertschöpfung hierzulande jedes Jahr um rund fünf Prozent gesteigert – und stellt zudem mehr als acht Prozent der Exporte sicher. Diesen Trumpf dürfen wir nicht verspielen", sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. "Mit innovativem Umweltschutz lässt sich Geld verdienen.“

Ergebnisse der Umfrage übertragbar auf Gesamtheit der Bevölkerung

Es mangele nicht an klugen Köpfen, so Bonde. „Das zeigen die jedes Jahr von der DBU hundertfach geförderten Projekte mittelständischer Unternehmen und Startups.“ Grüne Technologie mache „die Wirtschaft wettbewerbsfähig“, sagt der DBU-Generalsekretär. Dem 2025 vorgelegten GreenTech-Atlas zufolge vereint die Branche mit grünen Technologien auf Grundlage umweltfreundlicher Produktentwicklungen und Firmenstrategien die Bereiche Umwelt, Technik, Wissenschaft und Wirtschaft. Der GreenTech-Atlas unterscheidet sieben sogenannte „Leitmärkte“, darunter Circular Economy (eine umfassende Kreislaufwirtschaft), Energieeffizienz und umweltfreundliche Mobilität.

Die forsa-Umfrage vom 6. bis 19. Januar dieses Jahres zu GreenTech sollte unter anderem herausfinden, wie die Menschen in Deutschland auf umweltfreundliche Technologien und damit verbundene Industrien schauen. Abgefragt wurden ebenfalls Meinungen zur Rolle des Staates etwa bei Förderungen sowie Präferenzen beim Konsum umweltfreundlicher Waren. Die forsa-Ergebnisse können wie bei ähnlichen Stichprobenerhebungen mit üblicher Fehlertoleranz (in diesem Fall plus/minus drei Prozentpunkte) auf die Gesamtheit der Bevölkerung ab 18 Jahren in Deutschland übertragen werden.

Mehrheit der Befragten: Deutschland hat großen Nachholbedarf bei grüner Technologie

Fast zwei Drittel der insgesamt 1.006 forsa-Befragten bewerten demnach den Fortschritt Deutschlands auf Feldern wie erneuerbare Energie, Energieeffizienz, Recycling und Wasserstoff im globalen Maßstab als durchschnittlich, fast ein Viertel gar als rückständig. Lediglich 11% sehen Deutschland in den genannten Themen als führend. Diese Erkenntnisse sind umso bemerkenswerter, als eine klare Mehrheit der Befragten (80%) laut forsa überzeugt ist, dass Herstellung und Export umweltfreundlicher Technologien wichtige Säulen für Deutschlands wirtschaftliche Zukunft sind. Bonde: „Das Votum ist ein wichtiges Signal an Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik, um in Deutschland weiter die Weichen für umweltinnovative GreenTech-Vorhaben zu stellen.“

Wunsch nach Innovationen in den Branchen Bildung und Digitalisierung sowie Gesundheit und Pflege

Die überragende Mehrheit der Deutschen (93%) hat keinen Zweifel daran, dass technologische Innovationen für die Zukunft des Landes sehr oder eher wichtig sind. In der Kategorie „sehr wichtig“ liegen dabei Männer mit 70% deutlich vor den Frauen (38%).

Eine umgekehrte Geschlechterpräferenz tritt bei einer anderen Frage zutage. Die Befragten durften aus einer Liste bis zu drei Branchen auswählen, für die sie sich am meisten Innovationen wünschten. Auf den ersten drei Plätzen liegen die Branchen Bildung und Digitalisierung (61%), Gesundheit und Pflege (60%) sowie umweltfreundliche Energieversorgung (49%). Erst weit dahinter folgen Verkehr und Mobilität (39%) sowie Bau und Wohnen (18%) – beides Sektoren mit viel Potenzial zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgasemissionen.Der Unterschied zwischen Männern und Frauen manifestiert sich besonders im Bereich Gesundheit und Pflege: Frauen (70%) wünschen sich demnach deutlich häufiger als Männer (50%) in diesem Bereich mehr innovatives GreenTech.

Stärkeres Förderengagement des Staates bei GreenTech gefordert

Laut forsa-Umfrage wünscht sich eine deutliche Mehrheit der Deutschen (69%) ein stärkeres Engagement des Staates. Rund 16% sind mit der gegenwärtigen Förderung durch den Staat zufrieden. Lediglich ein Zehntel meint hingegen, es werde staatlicherseits zu viel gefördert.

Von denen, die sich ein stärkeres Engagement wünschen, empfehlen jeweils zwei Drittel (65%) eine stärkere Förderung des Staates für Forschung und Entwicklung sowie in der Kreislaufwirtschaft, also etwa Recycling und Wiederverwertung.

Wer sich für eine stärkere staatliche Förderung von Umwelttechnologien ausspricht, konnte zudem die nach persönlicher Sicht Hauptverantwortlichen für den Ausbau von Umwelttechnologien benennen. Fazit: Gefordert sind demnach vor allem Staat und Politik, so 39% der Befragten. 21% weist diese Rolle indes Industrie und Unternehmen zu. Und rund ein Drittel (32%) meint, alle seien gleichermaßen für den Ausbau verantwortlich – von Politik über Wirtschaft bis Wissenschaft.
 

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