Solarthermie für die Fernheizung

Deutschlands größtes Solarheizkraftwerk geht in Betrieb

In Leipzig ging dieser Tage Deutschlands größte Solarthermieanlage in Betrieb. Rund 13.000 Solarkollektoren der Anlage werden künftig zur Fernwärmeversorgung der Stadt beitragen.

(v. l. n. r.) Erik Jelinek, Leipziger Stadtwerke, Dr. Maik Piehler, zweiter GF Leipziger Stadtwerke, Sebastian Scheel, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium (SMWA), Karsten Rogall, GF Leipziger Stadtwerke. Matthias Johler, GF Ritter Solartechnik GmbH & Co. KG, Moritz Ritter, Beiratsvorsitzender Ritter Solartechnik GmbH & Co. KG / Präsident für Solarthermie im Bundesverband Solarwirtschaft, Guido Wimmer, Projektleiter Ritter XL Solar nahmen die Anlage in Betrieb. Bild: Leipziger Stadtwerke
(v. l. n. r.) Erik Jelinek, Leipziger Stadtwerke, Dr. Maik Piehler, zweiter GF Leipziger Stadtwerke, Sebastian Scheel, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium (SMWA), Karsten Rogall, GF Leipziger Stadtwerke. Matthias Johler, GF Ritter Solartechnik GmbH & Co. KG, Moritz Ritter, Beiratsvorsitzender Ritter Solartechnik GmbH & Co. KG / Präsident für Solarthermie im Bundesverband Solarwirtschaft, Guido Wimmer, Projektleiter Ritter XL Solar nahmen die Anlage in Betrieb. Bild: Leipziger Stadtwerke

Mit einer der größten Solarthermieanlagen der Welt speisen die Leipziger Stadtwerke künftig CO-freie Wärme direkt in ihr Fernwärmenetz ein. Das Projekt gilt als wichtiger Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und zeigt, welche Rolle Solarthermie künftig in kommunalen Wärmenetzen spielen kann.

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter bezeichnete das von den Stadtwerken Leipzig in Kooperation mit dem Technologiepartner Ritter XL Solar realisierte Vorhaben anlässlich der Eröffnung als wichtigen Beitrag zur Verbindung von Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Leipzig setze mit dem Ausbau der Fernwärme, der Nutzung industrieller Abwärme und dem Einsatz von Solarthermie bundesweit beachtete Akzente.

„Leipzig und seine Stadtwerke sind ein starker Impulsgeber bei der Gewährleistung von Versorgungssicherheit, die im Einklang mit Klimafreundlichkeit steht. Sowohl beim Ausbau des städtischen Fernwärme-Netzes, bei der cleveren Abwärme-Nutzung aus Leuna für Leipzig als auch beim Thema Solarthermie geht Leipzig voran und setzt überregional wichtige Zeichen“, sagt Sebastian Scheel, sächsischer Staatssekretär für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz. „Die neue Solarthermie Leipzig West zeigt, wie erneuerbare Energien und Artenschutz verbunden werden können“, betont Leipzigs Klimabürgermeister Heiko Rosenthal. „Um Leipzigs Klimaschutzziele zu erreichen, treiben wir die klimaneutrale Strom- und Wärmeversorgung voran, die auf hochmoderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und den Ausbau erneuerbarer Energien setzt - von Windenergie über Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden bis hin zur Nutzung der Sonnenenergie für Fernwärme“, so Rosenthal.

Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke, betont: „Nachhaltigkeit heißt für uns, Versorgungssicherheit und Klimaschutz zusammenzudenken und voranzutreiben. Die neue Anlage ist ein weiterer Beweis dafür. Wir erhöhen damit den Anteil erneuerbarer Energie in unserem Fernwärmesystem.“ Im Sommer liefert die Anlage täglich bis zu rund 20 Prozent für den Leipziger Wärmebedarf, übers Jahr sind es im Schnitt rund 2 Prozent. „Wir sind stolz auf die hochmoderne Anlage, die als weiterer Baustein eines robusten Portfolios nun einen Beitrag für Leipzigs Wärmewende leistet, und somit unseren Energie-Mix ergänzt“, sagt sein Geschäftsführer-Kollege Dr. Maik Piehler.

„Wir haben schon mehrere Großprojekte verwirklicht – von Potsdam über Mühlhausen bis Greifswald. Das hier ist eine neue Dimension. Es ist die viertgrößte Solarthermie-Anlage weltweit, die in ein Wärmenetz einspeist – und die größte Deutschlands. Letzteres wird sie auch auf Jahre bleiben. Ich bin überzeugt davon, dass das Konzept nach Leipziger Vorbild in ganz Deutschland sinnvoll sein könnte.“ Matthias Johler, Geschäftsführer des Unternehmens Ritter Solartechnik, zu welchem die Marke Ritter XL Solar gehört.

„Wenn wir die jüngste Dynamik der Energiemärkte sehen, muss die Zukunft der Energie in Deutschland ein Mix sein, bei dem die Erneuerbaren wachsen. Sonne spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagt Moritz Ritter, Beiratsvorsitzender von Ritter Solartechnik sowie Präsident für Solarthermie im Bundesverband Solarwirtschaft.

Der Bundesverband Solarwirtschaft sieht in dem Leipziger Projekt ein wichtiges Vorbild für andere Kommunen. Bundesweit sind derzeit rund 60 Solarthermie-Freiflächenanlagen in Betrieb. Angesichts von rund 3.800 Wärmenetzen in Deutschland besteht jedoch noch erhebliches Ausbaupotenzial. Nach Berechnungen der Prognos AG könnte netzgebundene Solarthermie künftig jährlich rund 4,5 Terawattstunden erneuerbare Wärme bereitstellen.

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