Branchenstudie

Bautrends 2023: Und wo bleibt das Positive? Hersteller setzen auf Gebäudewende

Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstitut BauInfoConsult, erwarten 66 Kernakteure der Industrie für Bau- und Installationsprodukte eine weiter sinkende Baunachfrage, sehen aber auch positive Entwicklungen.

Bild: BauInfoConsult
Bild: BauInfoConsult

Das Marktforschungsinstitut BauInfoConsult hat in den Erhebungen für die neue Branchenstudie Jahresanalyse unter anderem 66 Kernakteure der Industrie für Bau- und Installationsprodukte zu den zentralen Trends am Bau für 2023 und 2024 befragt. Der Fachkräftemangel überschattet einmal mehr alle Entwicklungen: Über drei Viertel der Hersteller sehen die Personalengpässe in der Bauwirtschaft als prägend für 2023 und 2024. Für knapp zwei Drittel sind die erhöhten Baupreise ebenfalls eine Erscheinung, die die nächsten zwei Jahre weiter prägen wird –nicht zuletzt, weil es weiterhin erhöhte Materialpreise geben wird (wovon ein knappes Drittel der Hersteller fest ausgeht). Und jeder zweite Produzent erwartet nicht zuletzt deshalb eine weiter sinkende Baunachfrage. Doch immerhin können die Hersteller neben diesen negativen Haupttendenzen auch positive Entwicklungen feststellen.

Erfrischenderweise gibt es mit Nachhaltigkeit (50 %) und Energieeffizienz (30 %) wenigstens auch einen vielbeobachteten Trend, der nicht mit dem schwieriger werdenden Bauumfeld zu tun hat – es sei denn, man geht von der häufig gehörten (wenn auch aus Expertensicht nur bedingt richtigen) Ansicht aus, dass die gesetzlichen Vorgaben in Richtung Energieeffizienz die Bauprodukte und das Bauen per se teurer und fachkräfteintensiver machen und so die negativen Effekte auf die Baukonjunktur noch zusätzlich intensivieren würden.

Da der Neubau aufgrund weiter sinkender Fertigstellungszahlen laut vorläufigen Ergebnissen der aktuellen BauInfoConsult-Bauprognose wohl bis auf Weiteres als Impulsgeber ausfällt, ist das Modernisierungs- und Sanierungssegment gefragt. Doch auch hier hängt von der Heizungssanierung bis zur Dachgeschossdämmung derzeit alles an den Lippen der Berliner Koalitionäre: Sollte das neue Gebäudeenergiegesetz – wie derzeit leider zu befürchten – nicht vor der Sommerpause verabschiedet werden (und so zeitnah für Planungssicherheit sorgen), dürfte auf Bauherrenseite weiterhin (verständlicher) Attentismus vorherrschen und so die Realisierung vieler für den Klimaschutz dringend nötiger Maßnahmen weiter verzögern.

Hintergrund: BauInfoConsult Jahresanalyse

In der Online-Befragung im April 2023 gaben 66 Geschäftsführer und Verantwortliche aus Marketing und Vertrieb ihre Einschätzungen zu den aktuellen Trends und Konjunkturaussichten ab. Die Einschätzungen stammen vornehmlich aus den Branchen Heizung, Lüftung und Klima, Türen und Fenster, Dach- und Holzbau, Werkzeuge, Maschinen und anderes Arbeitszubehör, Außenwand sowie Elektroinstallation.

Die Ergebnisse der Herstellerumfrage fließen in die „Jahresanalyse Deutschland 2023/2024“ von BauInfoConsult ein, die zweibändige umfassende Baukonjunktur- und Bautrendstudie von BauInfoConsult zu den aktuellen Entwicklungen in der Bau- und Installationsbranche in Deutschland. Auf Grundlage von eigener Marktforschung, Prognosemethodik und Desk Research werden Trends und Entwicklungen aus der Branche übersichtlich aufbereitet.

Die vollständige Jahresanalyse wird von August bis September 2023 zum Preis von 950 € zzgl. MwSt. von BauInfoConsult in 2 Teilbänden veröffentlicht und durch ergänzende Power BI-Dashboards digital erweitert. Die Studie berücksichtigt unter anderem die folgenden Themen:

  • Trends am Bau 2023 und 2024
  • Top-Nachfragetrends in der Bau- und Installationsbranche bis 2026
  • Lieferungen, Materialpreise und Fehlerkosten: Entwicklungstrends
  • Fachkräftemangel am Bau und die Mittel dagegen
  • Baumaterialien und Bauweisen
  • Servicetrends: Erwartungen an Hersteller & Händler
  • Bauprognose 2024 mit regionalem Ausblick
  • Baustoffbranche: Marketingtrends und Marketingbudget
  • uvm.
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