Baukonjunktur legt etwas zu
Dank diverser Großprojekte etwa im Bahnbau meldet das Statistische Bundesamt einen Anstieg des Auftragseingangs im Bauhauptgewerbe von real 17,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. 1, 2 Im Vergleich zum Juli 2026 sind dies sogar 23,0%.3 Für den gesamten Zeitraum von Januar bis August ergibt sich damit ein reales Plus von 3,2%.2 Für den Umsatz wird im August ein reales Plus von 4,9% ausgewiesen, in Summe der ersten acht Monate bedeutet dies ein Plus von 0,9%.
„Wir sehen endlich Licht am Horizont, das ist die positive Nachricht", kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die Lage am Bau. "Es dauert sicherlich etwas, bis insbesondere Großprojekte in der Branche und damit auch nachhaltig im Umsatz ankommen, für das vierte Quartal und insbesondere für das kommende Jahr sind das aber gute Nachrichten. Kritisch sehen wir hingegen die aktuell geäußerten Befürchtungen, dass die steigende Nachfrage – insbesondere durch die Mittel des Sondervermögens – zu überdurchschnittlich steigenden Preisen führen könnte. Dem widersprechen wir ausdrücklich." Schließlich hätten die Bauunternehmen in den vergangenen Jahren trotz schlechter Baukonjunktur ihr Personal überwiegend gehalten und zudem 2025 und auch in diesem Jahr weiter Personal aufgebaut. "Die Zahl der Beschäftigten ist im vergangenen Jahr in der gesamten Branche um knapp ein Prozent und in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sogar um 1,6 Prozent gestiegen. Das heißt, sie haben angesichts des angekündigten Sondervermögens sogar Unterauslastung und damit höhere Kosten in Kauf genommen, um möglichst schnell loslegen zu können.“
Warnungen kommen auch vom ZdB:
Das größte Umsatzplus der Branche lieferte der Wirtschaftsbau mit nominal 16,5%, angetrieben vor allem vom Wirtschaftstiefbau (nominal plus 27,6%). Hier schlagen Infrastrukturprojekte zu Buche. Der öffentliche Bau steigerte seinen Umsatz nominal um 6,7%. Der Wohnungsbau dagegen kam kaum vom Fleck: Hier wuchs der Umsatz nominal um lediglich 1,6%, teilt der ZdB mit. Zusätzliche Belastungen ergäben sich aus der Preisentwicklung wichtiger Baumaterialien.
Der kräftige Anstieg beim Auftragseingang gehe vor allem auf den Tiefbau mit wenigen Großaufträgen in einzelnen Bundesländern zurück, insbesondere in Bayern. Allein der Wirtschaftstiefbau legte um 64% zu (+1,37 Mrd. €). Mit einem richtigen Aufschwung in der Breite, der die mittelständische Bauwirtschaft mitnimmt, habe man leider nicht zu tun, sagt ZdB-HauptgeschäftsführerFelix Pakleppa. "Besonders deutlich zeigt sich das im Wohnungsbau (Aufträge plus 27,9 Prozent): In Bayern lag der Auftragseingang im Wohnungsbau 62,1 Prozent über dem Vorjahresmonat. Dahinter steckt im Wesentlichen ein einzelner Großauftrag der Bundeswehr für Unterkunftsgebäude. Ohne ihn wären es nominal nur 1,6 Prozent gewesen."
Das werde nicht das letzte Mal sein, so Pakleppa: "Die Bundeswehr hat Rahmenverträge für rund 300 Unterkunfts- und Funktionsgebäude vergeben. Die Wohnungsbauaufträge werden immer wieder ausschlagen, ohne dass sich an der Wohnungskrise im Land etwas ändert." Zunehmend zum Problem werde, dass Mittel aus dem Sondervermögen in so großen Losen vergeben werden, dass nur noch wenige große Unternehmen mitbieten könnten. Gleichzeitig habe der Mittelstand noch Kapazitäten: "Gerade einmal zu 45 Prozent sind im Hochbau unsere Geräte im Schnitt ausgelastet.“
Quellen: Die Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis):
1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 kalenderbereinigt | 3 preis-, saison- und kalenderbereinigt














