Das städtische Wohnungsunternehmen Gewobag, die GASAG-Gruppe und die PASM Power and Solution GmbH, ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, feierten am Dienstag den Start der neuen Heizversorgung des Pallasseums, eines denkmalgeschützten Wohnkomplexes aus den 1970er Jahren, mittels Rechenzentrumsabwärme.

Das Wärmeversorgungskonzept wurde 2024 mit dem RealGreen Award ausgezeichnet: Hier wird die Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums der Deutschen Telekom genutzt. Es beweist, dass die klimafreundliche Modernisierung von denkmalgeschützten Bestandsbauten auch sozialverträglich – ohne Mehrkosten für die Mieter – möglich ist.
Wohnbestand sozial verträglich klimaneutral sanieren
Die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden, insbesondere wenn sie unter Denkmalschutz stehen, gilt als eine der größten Hürden der Wärmewende, denn eine Dämmung der Fassade ist oft unmöglich.
Doch eine solche Herausforderung kann auch erfolgreich bewältigt werden. Die Inbetriebnahme der Wärmeversorgung mittels Abwärme zeigt, dass Klimaschutz im Bestand möglich ist, ohne die Gebäudehülle anzufassen und ohne die Bewohnerinnen und Bewohner finanziell zu überlasten.
Im Beisein von Dr. Jochen Lang von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Gewobag-Vorstand Markus Terboven und GASAG-Vorstand Matthias Trunk wurde die Anlage symbolisch gestartet. Das von GASAG Solution Plus entwickelte Konzept wurde in Zusammenarbeit mit der PASM erarbeitet.

Das technische Prinzip
Die Niedertemperaturabwärme (unter 30°C) wird in dem Rechenzentrum mit einer leistungsstarken Wasser-Wasser-Wärmepumpe auf eine Temperatur von 70 bis 75°C angehoben und über eine 140 m lange Nahwärmetrasse in die Heizzentrale des Pallasseums geleitet. Rund 500 Wohnungen werden zuverlässig über Abwärme beheizt. Ein moderner Gaskessel sichert lediglich die Spitzenlasten ab. Auf diese Weise sollen künftig rund 65 % des jährlichen Wärmebedarfs gedeckt werden. Das Konzept überzeugte die Fachwelt bereits vor seiner Fertigstellung und gewann 2024 den RealGreen Award in der Kategorie "Sozialverträgliche Dekarbonisierung".














