Abwärme aus Rechenzentrum

Ausgezeichnetes Projekt geht in Betrieb

Am Dienstag wurde für das denkmalgeschützte Wohngebäude Pallasseum in der Pallasstraße in Berlin-Schöneberg ein neues Wärmeversorgungssystem offiziell in Betrieb genommen.

Das Pallasseum in Berlin Schöneberg wurde zwischen 1974 und 1977 nach Entwürfen der Architekten Jürgen Sawade, Dieter Frowein, Dietmar Grötzebach und Günter Plessow erbaut. Die Wohnanlage wird dem architektonischen Stil des Brutalismus zugerechnet. Bild: Sinha/stock.adobe.com.
Das Pallasseum in Berlin Schöneberg wurde zwischen 1974 und 1977 nach Entwürfen der Architekten Jürgen Sawade, Dieter Frowein, Dietmar Grötzebach und Günter Plessow erbaut. Die Wohnanlage wird dem architektonischen Stil des Brutalismus zugerechnet. Bild: Sinha/stock.adobe.com.

Das städtische Wohnungsunternehmen Gewobag, die GASAG-Gruppe und die PASM Power and Solution GmbH, ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, feierten am Dienstag den Start der neuen Heizversorgung des Pallasseums, eines denkmalgeschützten Wohnkomplexes aus den 1970er Jahren, mittels Rechenzentrumsabwärme.

Die Wohnanlage, die über die Pallasstraße hinweg gebaiut wurde, trägt seit 2001 den Namen Pallasseum. Bild: stock.adobe.com/philipk76
Die Wohnanlage, die über die Pallasstraße hinweg gebaut wurde, trägt seit 2001 den Namen Pallasseum. Bild: stock.adobe.com/philipk76 

Das Wärmeversorgungskonzept wurde 2024 mit dem RealGreen Award ausgezeichnet: Hier wird die Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums der Deutschen Telekom genutzt. Es beweist, dass die klimafreundliche Modernisierung von denkmalgeschützten Bestandsbauten auch sozialverträglich – ohne Mehrkosten für die Mieter – möglich ist.

Wohnbestand sozial verträglich klimaneutral sanieren

Die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden, insbesondere wenn sie unter Denkmalschutz stehen, gilt als eine der größten Hürden der Wärmewende, denn eine Dämmung der Fassade ist oft unmöglich.

Doch eine solche Herausforderung kann auch erfolgreich bewältigt werden. Die Inbetriebnahme der Wärmeversorgung mittels Abwärme zeigt, dass Klimaschutz im Bestand möglich ist, ohne die Gebäudehülle anzufassen und ohne die Bewohnerinnen und Bewohner finanziell zu überlasten.

Im Beisein von Dr. Jochen Lang von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Gewobag-Vorstand Markus Terboven und GASAG-Vorstand Matthias Trunk wurde die Anlage symbolisch gestartet. Das von GASAG Solution Plus entwickelte Konzept wurde in Zusammenarbeit mit der PASM erarbeitet.

v.l.n.r.: Matthias Trunk, Vertriebsvorstand der GASAG | Markus Terboven, Kaufmännischer Vorstand der Gewobag | Dr. Jochen Lang, Head of Technology Development PASM Power and Air Condition Solution Management GmbH. Bild: GASAG Solutions
v.l.n.r.: Matthias Trunk, Vertriebsvorstand der GASAG | Markus Terboven, Kaufmännischer Vorstand der Gewobag | Dr. Jochen Lang, Head of Technology Development PASM Power and Air Condition Solution Management GmbH. Bild: GASAG Solutions

Das technische Prinzip

Die Niedertemperaturabwärme (unter 30°C) wird in dem Rechenzentrum mit einer leistungsstarken Wasser-Wasser-Wärmepumpe auf eine Temperatur von 70 bis 75°C angehoben und über eine 140 m lange Nahwärmetrasse in die Heizzentrale des Pallasseums geleitet. Rund 500 Wohnungen werden zuverlässig über Abwärme beheizt. Ein moderner Gaskessel sichert lediglich die Spitzenlasten ab. Auf diese Weise sollen künftig rund 65 % des jährlichen Wärmebedarfs gedeckt werden. Das Konzept überzeugte die Fachwelt bereits vor seiner Fertigstellung und gewann 2024 den RealGreen Award in der Kategorie "Sozialverträgliche Dekarbonisierung".

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