Abwärmenutzung

Dekra nutzt künftig klimafreundliche Abwärme

Der Hauptsitz der Dekra wird neu gestaltet und bezieht Wärme künftig über das Wärmenetz im Synergiepark Stuttgart. Dieses nutzt auch die Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums. 

Die Projektpartner bei der Inbetriebnahme des neuen Wärmenetzes im Synergiepark Stuttgart (v.l.nr.): Peter Drausnigg (Geschäftsführer Stadtwerke Stuttgart), Dr. Dennis Bauer (Geschäftsführer Wärmelösungen Synergiepark Stuttgart), Peter Pätzold (Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Stuttgart), Andreas Herden (Managing Director Northern Europe, nLighten), Wolfgang Linsenmaier (Chief Financial Officer, Dekra) und Martin Panz (Niederlassungsleiter Alois Müller Stuttgart). Bild: Stadtwerke Stuttgart
Die Projektpartner bei der Inbetriebnahme des neuen Wärmenetzes im Synergiepark Stuttgart (v.l.nr.): Peter Drausnigg (Geschäftsführer Stadtwerke Stuttgart), Dr. Dennis Bauer (Geschäftsführer Wärmelösungen Synergiepark Stuttgart), Peter Pätzold (Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Stuttgart), Andreas Herden (Managing Director Northern Europe, nLighten), Wolfgang Linsenmaier (Chief Financial Officer, Dekra) und Martin Panz (Niederlassungsleiter Alois Müller Stuttgart). Bild: Stadtwerke Stuttgart

Ausgangspunkt des Projekts war die bestehende Energieversorgung am Dekra Hauptsitz in Stuttgart. Ein wesentlicher Teil der Wärme wird bislang durch mehrere eigene Blockheizkraftwerke erzeugt. Drei dieser Anlagen stammen aus den frühen 1990er Jahren und hätten technisch aufwändig nachgerüstet beziehungsweise perspektivisch ersetzt werden müssen. Dekra suchte deshalb nach einer Lösung, die drei Anforderungen miteinander verbindet: eine langfristig zuverlässige Versorgung des Standorts, wirtschaftliche Planbarkeit und die Vereinbarkeit mit den eigenen Klimazielen. 

„Das Projekt steht beispielhaft für die erfolgreiche Zusammenarbeit regionaler Partner. Für Dekra bedeutet der Anschluss an das Gebäudenetz eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Wärmeversorgung. Wir verbessern wesentlich die CO2-Bilanz unserer Dekra Zentrale mit rund 2.000 Mitarbeitenden und profitieren von einer höheren Planungssicherheit bei den Energiekosten“, sagte Wolfgang Linsenmaier, Chief Financial Officer (CFO) von Dekra, bei der Inbetriebnahme des neuen Wärmenetzes im Synergiepark Stuttgart.

Lokale Abwärme statt fossiler Energie

Mit dem Anschluss an das lokale Wärmenetz können nun die älteren Blockheizkraftwerke sowie weitere Teile der bisherigen fossilen Wärmeerzeugung außer Betrieb genommen werden. Die neue Lösung nutzt Energie, die unmittelbar in der Nachbarschaft entsteht: Abwärme des dortigen Rechenzentrums, betrieben von nLighten, wird über ein geschlossenes Wassersystem aufgenommen und mithilfe von Wärmepumpen auf das für die Gebäudeversorgung erforderliche Temperaturniveau gebracht. Das Wärmenetz im Synergiepark ist auf eine Wärmeleistung von bis zu 1,8 Megawatt ausgelegt und soll künftig rund fünf Gigawattstunden Wärme pro Jahr bereitstellen.

Für Dekra liegt ein besonderer Vorteil in der räumlichen Nähe von Rechenzentrum und Hauptsitz. Die Anbindung konnte mit vergleichsweise geringem infrastrukturellem Aufwand realisiert werden. Umfangreiche Tiefbauarbeiten waren nicht erforderlich; die Leitungsführung zwischen Rechenzentrum und Dekra konnte über eine direkte Verbindung in die bestehende Infrastruktur des Standorts integriert werden. Damit wird eine bislang ungenutzte lokale Energiequelle für die Wärmeversorgung nutzbar. Gleichzeitig reduziert Dekra seine Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und deren Preisschwankungen. Dies erhöht die Kalkulationssicherheit für den Gebäudebetrieb und trägt zu einer resilienteren Energieversorgung des Standorts bei.

Bedeutender Hebel für die Dekra Klimaziele

Der Stuttgarter Hauptsitz an der Handwerkstraße gehört zu den größten Energieverbrauchern im eigenen Gebäudebestand von Dekra. Fünf zentrale Gebäude werden künftig über das neue Wärmenetz versorgt. Die Dekarbonisierung seiner Wärmeversorgung besitzt deshalb eine besondere Bedeutung für die Klimastrategie des Unternehmens. Perspektivisch können durch die Umstellung bis zu 1,7 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Jahr ersetzt werden. Die damit verbundene CO₂-Einsparung kann bis zu rund 1.000 Tonnen jährlich betragen. Die Umstellung unterstützt damit den 1,5-Grad-Dekarbonisierungspfad von Dekra und die langfristigen Klimaziele des Unternehmens.
Das Wärmenetz wird von den Wärmelösungen Synergiepark Stuttgart (WLSS), einem Joint Venture der Stadtwerke Stuttgart und der e-con AG, realisiert. Die Abwärme stammt aus dem Rechenzentrum von nLighten. Zu den ersten großen Abnehmern gehören neben Dekra auch die städtische it.schule Stuttgart.

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