Bauwirtschaft

Aufträge im Wohnungsbau brechen weiter ein

Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Auftragseingänge im Wohnungsbau immer weiter zurück gehen. 

Bild: stock. adobe.com/ Jakob Kamender
Bild: stock. adobe.com/ Jakob Kamender

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe zu den heute veröffentlichten Zahlen:

„Für den Wohnungsbaumarkt beginnt das neue Jahr fatalerweise, wie das alte endete. Im Hochbau verzeichnen die Bauunternehmen einen nominalen Auftragsrückgang um knapp 5 Prozent, real um 6 Prozent. Das ist maßgeblich auf den Wohnungsbau zurückzuführen. Hier gingen die Order um ca. 16 Prozent zurück, real um ca. 17,5 Prozent. Das war nach dem deutlichen Einbruch bei den Baugenehmigungen im Vorjahr um fast 100.000 Wohnungen auch nicht anders zu erwarten. Diese Entwicklung macht uns große Sorgen. In der anhaltenden Abwärtsspirale am Markt wird es für die Wohnungsbauunternehmen immer schwieriger, die in den Vorjahren neu an Bord geholten Mitarbeiter zu beschäftigen“, so Pakleppa weiter.

Anders bewertet Pakleppa die Entwicklung im Tiefbau. „Wir sehen im Tiefbau weiter einen anhaltend positiven Trend. Hier haben die Order um nominal 14 Prozent, real um 11 Prozent zugelegt. Dabei sind die Order im Wirtschaftstiefbau um nominal 22 Prozent gestiegen. Es sind weiter vor allem Großprojekte bei der Energie- und Verkehrsinfrastruktur, die hier zu Buche schlagen. Der Baumittelstand partizipiert hier gleichwohl nicht adäquat.

Die Bautätigkeit selbst verlief verhalten. Bei einer gleichen Anzahl von Arbeitstagen fiel die Zahl der geleisteten Stunden gegenüber dem Vorjahr um ca. 8 Prozent geringer aus. Zum einen haben uns die vielen Niederschläge witterungstechnisch behindert, zum anderen sind die Auftragspolster, gerade im Wohnungsbau, zu niedrig.

Das am Freitag beschlossene Wachstumschancengesetz ist ein wichtiges Signal, für das wir dankbar sind. Im Wohnungsbau schafft es samt der degressiven Abschreibungsmöglichkeit bei Wohngebäuden mehr Investitionssicherheit. Bauherren und Branche sind froh, dass die Union dem Gesetz zugestimmt hat. Damit allein ist die deutsche Wohnungsbaukrise aber noch nicht gelöst.

Die neuen Zahlen machen eins deutlich: Früher oder später wird die Bundesregierung um eine Entscheidung nicht herumkommen: entweder senkt sie die Anforderungen im Wohnungsneubau oder sie erhöht die Förderungen. Denn bei den hohen Bauzinsen und Materialpreisen sowie den energetischen Anforderungen ist eine Zinsstütze für viele Bauherren die letzte Möglichkeit, überhaupt noch zu bauen. Die Förderprogramme müssen auf den EH 55-Standard ausgerichtet werden und sind langfristig budgetsicher auszustatten,“ so Pakleppa abschließend.

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe erreicht im Januar ca. 5 Mrd. Euro, nominal -3,7 Prozent, real ca. -5,3 Prozent. Der Umsatz im Wohnungsbau erreichte dabei ca. 1,2 Mrd. Euro; nominal ca. -16 Prozent. Demgegenüber konnte der gewerbliche Bau mit ca. 2,4 Mrd. Euro das Vorjahresergebnis gut halten. Im Öffentlichen Bau wurden ca. 1,5 Mrd. Euro umgesetzt, nominal ein Zuwachs um ca. 3 Prozent.

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