Neues Marktanreizprogramm macht Sonnenhäuser rentabel

Solarwärmeanlagen mit hohem solaren Deckungsgrad sind einer herkömmlichen Erdgasheizung inzwischen oft auch ökonomisch überlegen. Untersuchungen des Fraunhofer ISE brachten zudem weitere unerwartete Ergebnisse.

Dieses Sonnenhaus in Landshut bezieht etwa 80 % des Wärmebedarfs von 68 m² Solarkollektoren. Das Haus ist eines von neun untersuchten Gebäuden im Projekt HeizSolar. Bild: Sonnenhaus-Institut
Dieses Sonnenhaus in Landshut bezieht etwa 80 % des Wärmebedarfs von 68 m² Solarkollektoren. Das Haus ist eines von neun untersuchten Gebäuden im Projekt HeizSolar. Bild: Sonnenhaus-Institut

Das neue Marktanreizprogramm (MAP) für Hausheizungen mit erneuerbarer Energie gibt es schon seit 1. April, aber manche überraschenden Folgen werden erst jetzt klar. Saniert man zum Beispiel ein Gebäude auf den KfW-55-Standard, sind die Jahreskosten einer Solarthermieanlage, die 60 % der Heizwärme liefert, niedriger als bei einer reinen Erdgasheizung. Außerdem lässt sich der ohnehin geringe Primärenergieverbrauch pro Quadratmeter eines KfW-55-Hauses noch einmal halbieren, wenn eine solche kostenoptimale Solarthermie-Anlage installiert wird.

Abschluss des Projekts „HeizSolar“
Bei der Abschlusstagung des Projekts „HeizSolar“ Ende Juni in Berlin zeigte Axel Oliva, Projektkoordinator beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), auch, dass es durch die MAP-Förderung sogar billiger ist, die solare Deckung auf 70 oder 80 % zu erhöhen, als eine kleine Solaranlage zu wählen, die nur 30 % schafft. Das geht aus den vorläufigen Ergebnissen des Projektes hervor, in dem seit 2011 neun so genannte Sonnenhäuser wärmetechnisch vermessen und optimiert wurden.
Sven Kobelt vom Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik (ITW) Stuttgart machte darauf aufmerksam, dass die Berechnungen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus gelten. Noch günstiger funktioniere das alles bei Mehrfamilienhäusern, von denen die Forscher ebenfalls drei Exemplare untersucht haben: „Das Verhältnis verschiebt sich vom Heizwärmebedarf zum Trinkwarmwasserbedarf, und ich komme viel einfacher auf hohe solarthermische Deckungsanteile“.

Weitere unerwartete Ergebnisse der HeizSolar-Studie
Um in einem Bestandsgebäude einen solarthermischen Deckungsgrad von 50 % und damit die spezielle Sonnenhaus-MAP-Förderung zu erreichen, kann man oft die alten Heizkörper beibehalten – falls man es schafft, auf einen KfW-55-Standard zu dämmen. Sogar wenn man nur auf KfW-70 dämmt, ist nicht immer eine Fußbodenheizung nötig. Es kann reichen, effiziente Radiatoren (Vorlauf 55 °C, Rücklauf 45 °C) einzubauen. Voraussetzung ist die Verwendung von besonders leistungsfähigen Vakuum-Röhrenkollektoren. Deren Leistungsvorsprung kann man aber auch nutzen, um in einem Einfamilienhaus 50 % solare Deckung mit nur 2 m³ Speichervolumen zu erreichen.
Die Präsentationen des Abschluss-Workshops zum HeizSolar-Projekt können auf der Website www.diesolarheizung.info heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Sonnenhaus-Institut und Sonnenhaus-Bau- und Heizkonzept gibt es unter www.sonnenhaus-institut.de.

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