Neubau-Statistik 2015: Wärmepumpenanteil bleibt stabil
Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverband Wärmepumpe e. V., bewertet die Bilanz positiv: „Die Zahlen untermauern den Trend zu umweltfreundlichen und zukunftssicheren Heizsystemen. Noch vor zehn Jahren entschied sich gerade mal jeder zwanzigste Hausbauer für eine Wärmepumpe, heute ist es jeder Dritte“. Besonders stark ist die Wärmepumpe im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser, wo ihr Anteil sogar bei 33,4 % liegt.
Zum Jahreswechsel traten mit der EnEV 2016 neue Anforderungen für energieeffiziente Neubauten in Kraft, die mit Wärmepumpen besonders einfach und kostengünstig erfüllt werden können. Der BWP rechnet daher damit, dass der Marktanteil von Wärmepumpen im Neubau weiter steigt. Ab 2021 soll dann der so genannte Niedrigstenergiegebäude-Standard eingeführt werden. Stawiarski: „Wir begrüßen diesen Schritt der Bundesregierung. Deutschland hat sich in Paris zu ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen verpflichtet. Es ist richtig und wichtig, dass die Politik mit dem Niedrigstenergiegebäude-Standard einen ersten Schritt tun will, um dem nachzukommen“.
Trend zu Luft-Wärmepumpen hält an
Um den geringen Wärmebedarf von Neubauten zu decken, sind Luft-Wärmepumpen bestens geeignet. Außerdem sparen sich Bauherren das für Erdwärmepumpen vorgeschriebene Genehmigungsverfahren. 24,3 % aller Bauherren entscheiden sich deshalb für Luft-Wärmepumpen. Hier enthalten sind auch die Wasser/Wasser-Wärmepumpen, die nicht separat ausgewiesen werden, jedoch mengenmäßig kaum ins Gewicht fallen. Erdwärme-Anlagen werden in 7,1 % aller Neubauten eingesetzt (Vorjahr: 8,1 %).
BWP-Erdwärmereferent Dr. Martin Sabel weist auf die deutlichen Unterschiede der Anteile von Erdwärmeanlagen zwischen Bundesländern hin. So nutzten beispielsweise in Sachsen und Brandenburg rund 40 % aller Wärmepumpen Erdwärme als Wärmequelle, in NRW immerhin jede Dritte. Im benachbarten Hessen beträgt der Anteil der Wärmequelle Erdwärme lediglich 12 %. Dr. Sabel führt aus: „Wir brauchen praxistaugliche Vorgaben und Genehmigungsverfahren in allen Bundesländern. Offenbar herrscht in Ländern wie Sachsen oder NRW eine positivere Einstellung gegenüber der Nutzung von Erdwärme. Andere Länder sollten sich dies zum Vorbild nehmen und dieser besonders umweltfreundlichen Technologie keine unnötigen Steine in den Weg legen“.














