Klimaschutz und Bildung – zwei Seiten einer Medaille

Ob „schwarze Null“ oder „rote Null“; auch der Bundesfinanzminister kann jeden Steuer-Euro nur einmal ausgeben. Angesichts der Herausforderungen, die unser Land in den nächsten Jahren wird stemmen müssen, ist das eine eher ernüchternde Erkenntnis – zumal die aktuelle Bundesregierung weiterhin eher geneigt ist, große Teile des Steueraufkommens für soziale Wohltaten aufzuwenden, statt zielgerichtete Investitionen in Forschung, Infrastruktur, Qualifizierung und andere grundlegende Faktoren für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes zu lenken.

Helmut Bramann ist Hauptgeschäftsführer des ZVSHK (Foto: www.christoph-papsch.de)
Helmut Bramann ist Hauptgeschäftsführer des ZVSHK (Foto: www.christoph-papsch.de)

Wirksamer Klimaschutz kostet Geld. Jede Regierung hat das Recht bzw. sogar die Pflicht, Maßnahmen zu finanzieren, die die negativen Folgen des Klimawandels bekämpfen. Hierzu zählen aber nicht allein die Verteuerung von Flugreisen oder die höhere Besteuerung fossiler Energieträger. Unser Land und seine Menschen haben das Potenzial, technologische Innovationen zu schaffen, deren Anwendung in den kommenden Jahren ungleich größere Auswirkungen auf den Schutz des Weltklimas haben kann. Der Schlüssel liegt in der Förderung von Technologieoffenheit statt Tabus und Verboten. Es liegt in der politischen Verantwortung, hierfür die entsprechenden Rahmenbedingungen zu setzen. Aber statt etwa die Förderung der Künstlichen Intelligenz im Land zu intensivieren, hat Berlin die geplante Investitionssumme gekürzt.

Noch schlimmer steht es beim Thema Bildung. Bildung, die einzige wirkliche Ressource, die unser rohstoffarmes Land hat, wird von der Politik vernachlässigt. Die Ergebnisse der neuen PISA-Studie fallen katastrophal aus. Investitionen in eine bessere Bildung sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes. Die Steuermilliarden fließen woanders hin. Dabei braucht auch Klimaschutz eine bessere Bildung. Sie ist ebenso Voraussetzung für technische Innovationen wie auch für die Qualifizierung derjenigen, die neue Technologien zu den Menschen bringen.

Fachkräftemangel und fehlende Ausbildungsreife werden für unser Handwerk, das sich mit den zukunftsweisenden Themen dieser Gesellschaft befasst, zu einer schweren Hypothek. Wir können nur hoffen, dass die Politik bald erkennt: Klimaschutz und Bildung sind zwei Seiten ein und derselben Medaille.

Printer Friendly, PDF & Email
14.06.2023
Auszeichnung
Viega wurde am 12. Juni im Düsseldorfer Ständehaus mit dem renommierten NRW.Global Business Award ausgezeichnet.
04.10.2023
Stellungnahme
Heute will sich das Bundeskabinett abschließend mit dem Klimaschutzprogramm 2023 befassen. Das Programm drohe wieder zu einer erneuten klimapolitischen Nullrunde der Ampelregierung zu werden, wenn...
20.06.2023
Ein aktueller Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) fordert die schnellere Implementierung von Energieeffizienztechnologien, damit Klima- und Energiekrise bewältigt werden können.
01.12.2023
Umfrage
Bundesverband Wärmepumpe e.V. und Energieberatendenverband GIH e.V. fordern die Ampelkoalition dazu auf, so schnell wie möglich für Klärungen beim Bundeshaushalt 2023 und 2024 zu sorgen.
11.09.2023
ZVSHK - Stellungnahme zum GEG
Die im Bundestag am 08. August verabschiedete Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) muss kurzfristig durch attraktive Förderanreize flankiert werden.
28.04.2023
Gipfeltreffen der Wärmepumpenbranche
Am Dienstag kamen wie jedes Jahr Spitzen der Wärmepumpenbranche aus herstellenden Unternehmen, Zulieferern, Fachhandwerk, Forschung und Energieversorgern zusammen.