Jede zweite Heizung in Deutschland ineffizient

Jede zweite Heizung in Deutschland ineffizient

In deutschen Heizungskellern verbirgt sich ein gewaltiges Potential für den Klimaschutz, wie die jährlichen Erhebungen des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) und der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) ergeben haben.

Effizientestruktur Heizungsanlagenbestand 2018
Effizientestruktur Heizungsanlagenbestand 2018

Etwa 57 Prozent, das entspricht ca. 12 Millionen Heizungsanlagen der etwa 21 Millionen In Deutschland installierten, wurden als nur unzureichend effizient eingestuft. „Jede zweite Heizungsanlage in Deutschland ist älter als 20 Jahre. Ab einem Alter von 15 Jahren gilt ein Heizkessel als energetisch ineffizient“, so Oswald Wilhelm, Präsident des ZIV. Das entspricht einem Anteil von 23 Prozent am Gesamtbestand.

Bei weiteren 20 Prozent der Anlagen (rund 0,8 Millionen Biomassekessel, ca. eine Million Wärmepumpen sowie rund 2,3 Millionen Brennwertgeräte in Kombination mit einer solarthermischen Anlage) werden erneuerbare Energien gekoppelt. Sie gelten als effizient. „Der Blick auf den Bestand der deutschen Heizungsanlagen zeigt, dass die deutlichen Effizienzpotentiale der Wärmewende noch nicht ausgeschöpft sind.“, erläutert Uwe Glock, BDH-Präsident. „Die Politik muss jetzt handeln und den Wärmemarkt stärker adressieren, um die Bürgen zu mobilisieren, sich aktiv an der CO2-Minderung und dem Klimaschutz zu beteiligen“.

Klimaziele 2030 in Gefahr

Im Gebäudesektor wird Deutschland die Klimaziele 2020 voraussichtlich deutlich verfehlen. Die Ziele für 2030 sind nur durch große Kraftanstrengungen zu erreichen. Laut Klimaschutzplan der Bundesregierung müssten die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor von 119 Mio. Tonnen [2014) bis zum Jahr 2030 auf 72 Millionen Tonnen reduziert werden.

„Technisch ist dies möglich, es fehlt jedoch an geeigneten Rahmenbedingungen. Die heute verfügbaren Heizungstechnologien ermöglichen dieses Ziel, es bedarf jedoch umfassender Fördermaßnahmen unter Beibehaltung der Technologieoffenheit“, konstatiert Glock. Gemeinsam mit Verbänden wie BDI, bdew, dena, DGB, ZDH spricht sich der BDH seit langem für eine technologieoffene steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ergänzend zum Marktanreizprogramm und zu den KfW-Programmen aus. Der psychologische Effekt des Steuersparens ist nach Auffassung der Verbände ein unvergleichlich starker Hebel und schafft eine große Motivation zur Nutzung des Instruments.