HOAI unter Druck – Generalanwalt hält zwingende Mindest- und Höchstsätze der HOAI für unvereinbar mit EU-Recht

Im Klageverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) hat Generalanwalt Szpunar in seinen heute veröffentlichten Schlussanträgen zum Ausdruck gebracht, dass er die Verbindlichkeit der Mindest- und Höchstsätze der HOAI für unvereinbar mit dem EU-Recht hält.

VBI-Hauptgeschäftsführer Roland Engels: Wenn der EuGH die HOAI-Mindest- und Höchstsätze kippt, brauchen die Ingenieure zügig neue praxistaugliche Rahmenbedingungen. (Foto: VBI)
VBI-Hauptgeschäftsführer Roland Engels: Wenn der EuGH die HOAI-Mindest- und Höchstsätze kippt, brauchen die Ingenieure zügig neue praxistaugliche Rahmenbedingungen. (Foto: VBI)

Der VBI, als die führende Berufsorganisation unabhängig beratender und planender Ingenieure in Deutschland, teilt diese Rechtsauffassung nicht. Die von deutscher Seite vorgebrachten Argumente für eine Beibehaltung der entsprechenden Regelungen in der HOAI sind schlüssig.

Die Vorschriften der HOAI, insbesondere die Leistungsbilder, haben sich als wertvolles Gerüst und Richtschnur für das Planen und Bauen in Deutschland über Jahrzehnte hinweg etabliert. Sie sind für Auftraggeber und Auftragnehmer ein verlässlicher Rahmen und eine Anleitung für das Planen und Bauen in Deutschland.

In diesem Zusammenhang erklärt VBI-Hauptgeschäftsführer Roland Engels: „Abzuwarten bleibt nun das endgültige Urteil des EuGH. Sollte das Gericht den Schlussanträgen des Generalanwalts folgen, benötigen die Planer in Deutschland zügig eine praxistaugliche, wirtschaftlich tragbare und vor allem nachhaltige Lösung. Der VBI sieht gute Chancen, im Gespräch mit der Bundesregierung, die sich ihrerseits bereits inhaltlich für die Beibehaltung verbindlicher Mindest- und Höchstsätze ausgesprochen hat, eine Vereinbarung zu finden. Diese Vereinbarung muss den Interessen unserer Mitglieder gerecht werden“.

Printer Friendly, PDF & Email
21.11.2025
Gemeinsames Positionspapier
Handwerk und Verbände der mittelständischen Bau- und Planungswirtschaft appellieren in einem gemeinsamen Positionspapier an die Bundesregierung, den Losgrundsatz bei Vergabereform nicht weiter...
27.01.2026
Gemeinsamer Verbände-Appell
Ein breites Verbändebündnis aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft appelliert an die Bundespolitik, die Errichtung von Solarstromanlagen auf Gebäuden weiter zu fördern.
13.07.2026
Gebäudeemissionen
Laut einem EU-Forschungsprojekt mit Beteiligung der TU Graz hätte die Verringerung des durchschnittlichen Wohnraums pro Person um nur 2 m² die größten Auswirkungen auf die Reduktion der CO2-Emissionen...
22.04.2026
Alternativlos?
Die Pläne für das Netzpaket aus dem Bundeswirtschaftsministerium beharren nach wie vor auf Ausschreibungen für Gaskapazitäten. Erneuerbare Energien und Speicherkapazitäten sind im Nachteil.
29.05.2026
Politik
Der DEPV bemängelt im Regierungsentwurf zum GModG weiterhin extreme bürokratische Belastungen für Holzwärme und fordert eine entsprechende Anpassung.
09.09.2026
Gemeinsam für mehr Qualität und Sicherheit:
Die 2024 getroffene Vereinbarung zur gewerkeübergreifenden Zusammenarbeit von Handwerksbetrieben zur Errichtung von PV-Anlagen wurde am 1. September 2026 erweitert und neu gefasst.