Größtes Industriewärmeprojekt Deutschlands startet

Größtes Industriewärmeprojekt Deutschlands startet

„Wärme frei!“ hieß es kürzlich in der Hafencity-Ost in Hamburg. Mit diesen Worten nahm man die Leitung, durch die CO2-freie Wärme des größten Industriewärmeprojekts Deutschlands zu den Anwohnern fließt, in Betrieb.

Interne Wärmetrasse: Aurubis wird ca. 25 Prozent der ausgekoppelten Abwärme innerhalb des Werksgeländes für den Eigenbedarf nutzen.
Interne Wärmetrasse: Aurubis wird ca. 25 Prozent der ausgekoppelten Abwärme innerhalb des Werksgeländes für den Eigenbedarf nutzen. (Foto: Aurubis AG)

Aurubis und enercity starteten ihr Pilotprojekt auf dem Aurubis-Werksgelände. Sie nutzen die Abwärme aus einem Nebenprozess der Kupferproduktion, bei der der im Kupferkonzentrat enthaltene Schwefel als Schwefeldioxid weiterverarbeitet und zur Schwefelsäure umgewandelt wird. Eine mehr als 3,7 Kilometer lange, neu gebaute Leitung befördert die Wärme direkt von der Industrie ins Wohn- und Gewerbegebiet.

Erfolgreiches Energiekonzept

„Das Projekt von Aurubis und enercity zeigt, wie die Industrie Energiewende mitgestaltet“, zeigt sich Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena), bei der Eröffnung erfreut. „Es demonstriert nicht nur, dass große Energieeffizienz-Potenziale durch intelligente Abwärmenutzung erschlossen werden können, sondern auch, wie im urbanen Raum innovative Energiekonzepte entstehen. Diese Erfolgsgeschichte findet deshalb hoffentlich viele Nachahmer.“

„Bei der Kupferproduktion ist Aurubis in Sachen Umweltschutz bereits an der Weltspitze“, so Jürgen Schachler, Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG. „Mit diesem Projekt gehen wir jetzt aber noch einen Schritt weiter: Wir verbessern aktiv die CO2-Bilanz außerhalb unserer Werksgrenzen. Das zeigt: Wir als energieintensive Industrie sind bei der Energiewende ein wesentlicher Teil der Lösung.“

Award-Nominierung des Projekts

Durch die Nutzung der Abwärme aus der Industrie wird jährlich ein Ausstoß von mehr als 20.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) vermieden. Am dena-Projekt „Leuchttürme energieeffiziente Abwärmenutzung“ beteiligen sich neben Aurubis und enercity 14 weitere Unternehmen. Es wurde außerdem für den Energy Efficiency Award der dena in der Kategorie Energiewende 2.0 nominiert, dessen Verleihung am 26. November 2018 auf dem Energiewende-Kongress stattfindet.

„Das Projekt trägt substanziell zur Wärmewende bei - einem Sektor, der aktuell 50 Prozent der Primärenergie beansprucht“, konstatiert Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende der enercity AG und sagt weiter: „Industriewärme ist zukunftsweisend, weil so urbane Wärmquellen eine CO2-neutrale Energieversorgung ermöglichen – und die fruchtbare Zusammenarbeit aller Akteure zeigt, in der Nähe liegt die Kraft! In dezentralen, maßgeschneiderten Projekten liegt der Schlüssel zur Wärmewende“.