06/2020: Editorial

Grüne Genesung nach Corona

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 Bild: stock.adobe.com / Alexander Limbach
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Liebe Leserinnen und Leser,

mit einem 750 Mrd. Euro schweren Europäischen Aufbauplan will die EU-Kommission der vom Coronavirus gebeutelten Wirtschaft wieder Momentum verleihen. Zugleich sollen Lehren aus der Krise gezogen werden, etwa durch die „Unterstützung strategisch wichtiger Programme zur Bewältigung künftiger Krisen.“

Eine von ihnen ist mit Sicherheit die des Klimas. Wichtig ist also das Festhalten der EU-Kommission an ihrer Leitinitiative, dem ökologischen und digitalen Wandel. Er spiele ein zentrale Rolle in der neuen Wachstumsstrategie, heißt es. Neben einer Erhöhung des BIP könne er zur Entstehung von 1 Mio. neuen umweltfreundlichen Arbeitsplätzen führen. Teil des European Green Deals ist eine massive Sanierungswelle zur Modernisierung von Gebäuden, mit der die CO2-Emissionen bis 2030 um 50 – 55 % sinken sollen.

Zur Einhaltung dieses extrem ambitionierten Ziels müssten z. B. Bestandsheizungen deutlich schneller ausgetauscht werden als bisher, sagte Klaus Jesse, Vorsitzender des Exekutivrats beim Verband der europäischen Heizungsindustrie (EHI) Ende Mai auf den Berliner Energietagen. Der Hauptgeschäftsführer des BDH, Andreas Lücke, forderte in diesem Zusammenhang u. a. eine Abwrackprämie für alte, ineffiziente Heizungen, zu denen auch der Großteil der in Deutschland laufenden Systeme gehört.

Mit Wasserstoff heizen

Unter den neuen Heizungssystemen könnten bald verstärkt Brennstoffzellenheizungen zu finden sein. Die Ankurbelung einer sauberen Wasserstoffwirtschaft ist eine der Maßnahmen des europäischen Green Deal; die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung soll im Juni im Bundeskabinett beraten werden. Auch wenn darin der Einsatz von (künftig auch grünem) Wasserstoff im Wärmemarkt erst später angedacht ist, gibt es bereits Vorstöße aus der Industrie in diese Richtung. Wie die Chancen und die erforderlichen Rahmenbedingungen beim Heizungshersteller Remeha gesehen werden, lesen Sie im Beitrag auf S. 36. Das Unternehmen Sunfire stellt ein dezentrales Mini-KWK vor, das keinen Gasanschluss benötigt und dessen Brennstoffzelle perspektivisch mit grünem Wasserstoff Wärme und Strom erzeugen kann (S. 34).

Ihre

M.Sc., Dipl.-Ing. (FH) Silke Schilling

Dipl.-Ing. Silke Schilling
Chefredakteurin

· Artikel im Heft ·

Grüne Genesung nach Corona
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