Erfolgreicher European Heat Pump Summit 2015
Die aus aller Welt angereisten Experten nutzten die Gelegenheit sich auszutauschen, Forschungsergebnisse zu diskutieren und sich über neue Trends und Entwicklungen zu informieren. Ein weiteres Highlight war die Foyer-Expo mit 21 Ausstellern, auf der eine Vielzahl neuer Produkte präsentiert wurde; der internationale Anteil der ausstellenden Unternehmen lag dieses Jahr bei über 75 %.
Der European Heat Pump Summit lieferte 2015 wieder eine Vielzahl punktgenauer und fachlich hochwertiger Antworten auf aktuelle Fragen, die sich in Europa und weltweit aus aktuellen Gesetzesvorgaben, technischen Entwicklungen und Erfordernissen für eine saubere Umwelt ergeben.
Potenzial in Europa noch lange nicht ausgereizt
In vielen Ländern in Europa profitiert man heute von den Vorteilen der Wärmepumpe. In Deutschland stellt sich das aktuell nicht so dar, weiß Dr. Rainer Jakobs vom IZW (Informationszentrum Wärmepumpen und Kältetechnik) sowie Koordinator des Summit: „In Deutschland sind die Rahmenbedingungen der Wärmepumpe zurzeit nicht optimal. Das liegt aus meiner Sicht daran, dass die niedrigen Gas- und Ölpreise bei sehr hohen und steigenden Kosten für Elektrizität kontraproduktiv für den Einsatz der Wärmepumpen sowohl in Industrie und Gewerbe als auch im Wohnbereich sind“. Dabei wäre die Wärmepumpe, so Dr. Jakobs, eine umweltfreundliche Heizmethode, die in vielerlei Hinsicht Vorteile bringt, wie man auf dem Heat Pump Summit erfahren konnte. Vorreiter sind hier die europäischen Nachbarn, allen voran Dänemark, das die Verwendung von Gas- und Ölheizungen bei Neubauten bereits verboten hat.
Die über 35 namhaften Referenten aus dem In- und Ausland zeigten in ihren Vorträgen sehr anschaulich, wie die Wärmepumpe Beiträge für den Umweltschutz liefert und wie erfolgreich der Einsatz sein kann. Zudem wurden auch die Marktpotenziale deutlich: Seit 2005 ist ein durchschnittliches Wachstum von 7,4 % p.a. vorhanden. Dies weist Thomas Nowak von EHPA in seiner Marktübersicht der EU 21 aus. Das größte Wachstum findet sich bei den Warmwasser-Wärmepumpen, die von 11.000 im Jahr 2005 auf über 110.000 verkaufte Geräte im Jahr 2014 gestiegen sind. Julian Jansen von Delta EE untersuchte den Markt für Hybrid Wärmepumpen und prognostizierte in Frankreich ein Wachstum von 6.000 in 2014 auf über 30.000 Geräte in 2020. In der gewerblichen und industriellen Anwendung rückt die hybride Nutzung von Wärme und Kälte in den Vordergrund. Jörg Saar von Danfoss stellte diese Anwendung bei Supermarktkälteanlagen in Dänemark vor. Hier wird die Kälte zur Lebensmittelkühlung genutzt und die Wärme auf ein höheres Temperaturniveau gepumpt, um dann in Fernwärmenetze eingespeist zu werden. Er erläuterte anschaulich den Weg der Supermärkte vom Energienutzer zum Energieerzeuger.
Internationale Energieagentur informierte auf dem Symposium
Ein weiteres Highlight des diesjährigen European Heat Pump Summits waren die Berichte über den Stand der globalen Forschung und Entwicklung im Rahmen des Wärmepumpenprogramms der Internationalen Energieagentur (IEA-HPT). Diese Vorträge im Bereich der Forschung & Entwicklung sind als IEA HPT Annex bekannt. Das Wärmepumpenkonzept für den Einsatz in so genannten „nearly Zero Energy Buildings“ ist Inhalt vom HPT-Annex 40 und wurde von Carsten Wemhöner von der Hochschule Rapperswil in der Schweiz umfassend erläutert. Einige hundert solcher nZE-Buildings sind gebaut und dokumentiert. Es sind Kombinationen von Stromerzeugung mit Photovoltaik und Wärmeerzeugung mittels Wärmepumpe. Die HPT Annexe 42 und 45 beschäftigen sich mit den bereits erwähnten Hybrid-Wärmepumpen und der Einbindung in Smart Grids.
Parallel zum Symposium des European Heat Pump Summit fand eine spezielle Vortragsreihe in deutscher Sprache statt. Thema: Die gewerbliche und industrielle Nutzung der Wärmepumpe.
Details zu allen Vorträgen und den Rednern sowie Fotos finden Interessierte unter: www.hp-summit.de/symposium














