Energiekennwerte-Studie
Als Grundlage für die nunmehr 20. Auflage seiner Energiekennwerte-Studie analysierte Techem anonymisierte Verbrauchsabrechnungen von rund 1,5 Mio. Wohnungen in deutschlandweit fast 120.000 Mehrfamilienhäusern. Die Ergebnisse zeigen, dass das Verbrauchsniveau für den realen, nicht witterungsbereinigten Verbrauch zwischen 2008 und 2018 trotz günstiger Witterungsveränderungen nur um 10,9 %t zurückging. Das Ziel der Bundesregierung, zwischen 2008 und 2020 den Wärmebedarf um 20 % zu reduzieren, ist damit praktisch nicht mehr erreichbar.
Der aktuellen Energiekennwerte-Studie 2019 von Techem zufolge stieg 2018 der witterungsbereinigte Raumheizwärmeverbrauch in deutschen Wohngebäuden das dritte Jahr in Folge an: Der Erdgas- und Heizölverbrauch lag mit 142 kWh/m2 btw. 143,5 kWh/m2 um jeweils 1,1 % und 1,5 % über den Vorjahreswerten. Lediglich beim Fernwärmeverbrauch verzeichnet die Studie einen minimalen Rückgang von 0,3 % auf 114 kWh/m2. Über die letzten drei Jahre hinweg beträgt der Gesamtanstieg somit für Erdgas rund 5,8 %, für Heizöl 8,5 % und für Fernwärme 4,9 %.
„Im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung hat sich die rückläufige Verbrauchstendenz, die noch bis 2013 zu beobachten war, nach einer Zeit der Stagnation in einen deutlichen Anstieg umgekehrt“, kommentiert Techem Geschäftsführer Nicolai Kuß. „Höhere witterungsbereinigte Verbräuche als 2018 gab es für Erdgas zuletzt 2011, für Heizöl sogar zuletzt 2009. Wir müssen dringend etwas dafür tun, dass Gebäude energetisch effizienter werden und weniger Wärme benötigen.“
Betrachtet man die witterungsbereinigte Verbrauchsentwicklung der Raumheizwärme über einen längeren Zeitraum, zeichnet die aktuelle Studienauflage ein noch negativeres Bild als die Vorjahreszahlen: Zwischen 2008 und 2015 lag der gemittelte Verbrauchsrückgang pro Jahr für Erdgas bei rund 1,3 %, für Heizöl bei 1,2 % und für Fernwärme bei 1 %. Im Zehnjahresmittel von 2008 bis 2018 haben sich diese Werte auf 0,4 %, 0,06 % bzw. 0,2 % verschlechtert.
Auch die scheinbar positiven nicht witterungsbereinigten Verbrauchszahlen für 2018 dürfen über die Verbrauchssteigerung der letzten Jahre nicht hinwegtäuschen: Nur aufgrund der deutlich höheren Außentemperaturen lag in dieser Heizperiode der Verbrauch von Erdgas um 5 %, der von Heizöl um 4,6 % und der von Fernwärme um 6,3 % unter den Vorjahreswerten. Über alle drei Energieträger hinweg gerechnet betrugen die CO2-Emissionen pro Nutzeinheit durchschnittlich 2,25 t.
Es besteht akuter Handlungsbedarf. Ein CO2-neutraler Gebäudebestand bis 2050 ist nur durch Einsatz regenerativer Energien, verstärkte Digitalisierung und mehr Energieeffizienz machbar.














