Löschwasserleitungen auf der sicheren Seite
Das bestehende Zertifikat der VdS Schadenverhütung GmbH (VdS) belegt die Eignung der Pressverbindungen für den Einsatz in Löschwasseranlagen „nass“, „trocken“ und „nass/trocken“. Das VdS-Zertifikat für Geberit Mapress Edelstahl bestätigt die mögliche Ausführung der trockenen Löschwasserleitung bis DN 80 in der Nenndruckstufe PN 16.
Eine vorzeitige Aktualisierung des Zertifikats ist nicht erforderlich, da alle relevanten Anforderungen bereits abgedeckt sind. In diesem Zusammenhang weist der Hersteller auf wichtige Aspekte bei der Abnahme und der rechtlichen Absicherung von Löschwasseranlagen hin.
VdS ist anerkannte Prüfstelle
Trockensprinkleranlagen werden traditionell vom VdS geprüft. Ein VdS-Zertifikat vereinfacht die Abnahme und ist im Schadensfall entscheidend für die Versicherungsdeckung. Eine Kombination VdS-zertifizierter und weiterer nicht VdS-zertifizierter Produkte könnte die Abnahme deutlich erschweren und im Versicherungsfall Probleme verursachen.
Normativer Hintergrund
Löschwasseranlagen müssen grundsätzlich gemäß DIN 14462 installiert werden. Die Norm, deren aktuelle Ausgabe im Juli 2023 erschien, führte insbesondere im Bereich der trockenen Löschwasserleitungen zu einer Verschärfung der bis dahin geltenden Anforderungen für Pressverbindungen: „Press-, Klemm- und Steckverbindungen in Löschwasseranlagen ‚trocken‘ und ‚nass/trocken‘ sind nur zulässig, wenn sie für den Einsatz geeignet sind und für den Einsatz in Trockensprinkleranlagen min. PN 16 in Verbindung mit der verwendeten Rohrleitung geprüft wurden …“, heißt es in der Norm DIN 14462 2023-07-00 4.5.2 Tabelle 1 Anmerkung.

Eine Abweichung von der DIN 14462 mittels eines alternativen Brandschutzkonzeptes ist nur zulässig, wenn die zuständige Behörde des jeweiligen Bundeslandes diese Änderung im Vorfeld bewilligt und in das Genehmigungsverfahren integriert. Mit der Genehmigung durch die Prüfstelle der zuständigen Behörde wird das alternative Brandschutzkonzept als Brandschutznachweis anerkannt und Teil der Baugenehmigung.
Die Umstellung erfordert umfangreiche Auflagen, unter anderem:
- Der Betreiber muss die etwaige eingeschränkte Nutzbarkeit der zuständigen Versicherung anzeigen, um im Schadensfall Leistungskürzungen zu vermeiden.
- Die zugelassenen Randbedingungen zum maximalen Einspeisedruck (zum Beispiel durch eine gut sichtbare Beschilderung an der Einspeisestelle) und die Nennfestigkeit des Installationsmaterials (Rohrleitungen und Formteile) müssen im Kontrollbuch lückenlos dokumentiert werden.
- Es muss eine spezifische Wartungsanweisung formuliert werden, um unzulässige Innendrücke bei der Prüfung auszuschließen.
Geberit Mapress Edelstahl
Geberit Mapress Edelstahl ist ein hoch leistungsfähiges Versorgungssystem und kann für diverse Medien eingesetzt werden. Das VdS-Zertifikat gilt nur dann, wenn bei der Installation von Löschwasserleitungen die darin genannten Anforderungen beachtet werden. Trockene Löschwasseranlagen mit Geberit Mapress Edelstahl müssen mit dem blauen FKM-Dichtring oder dem roten FPM-Dichtring ausgeführt werden. Zudem muss das Verpressen der DN 80 mit der Kompatibilität [4] erfolgen, um die PN 16 zu erfüllen. DN 100 ist für trockene Löschwasserleitungen nicht zugelassen.

Bestandsanlagen
Für noch nicht abgeschlossene Projekte gilt das zum Zeitpunkt der Abnahme gültige Regelwerk. Für Geberit Mapress Löschwasserleitungen, die bereits seit der Novellierung der DIN 14462 installiert, abgenommen und freigegeben wurden, ändert sich nichts. Geberit weist nochmals auf die erforderliche Verwendung der Kompatibilität [4] bei einer trockenen Löschwasserleitung in DN 80 hin. ⟵
Redaktion (allg.)
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