Energieeffizienz im Bestand

Ganzheitliche Systemanalyse statt Pumpentausch

In Zeiten steigender Energiepreise, zunehmender Regulatorik und ambitionierter Klimaziele rückt die Effizienz technischer Anlagen in Gebäuden immer stärker in den Fokus. Pumpensysteme werden bei den Betrachtungen dazu häufig vernachlässigt, haben weltweit aber etwa 10 % Anteil am Stromverbrauch. In Gebäuden mit umfangreicher TGA wie Krankenhäusern, Verwaltungsbauten oder Industrieanlagen ist es oft deutlich mehr. Dennoch bleiben sie in vielen Sanierungsstrategien unterrepräsentiert. Warum sich eine ganzheitliche Betrachtung lohnt, zeigt ein Projekt am Märkischen Klinikum Lüdenscheid beispielhaft.

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Das Klinikum Lüdenscheid hat 1.800 Beschäftigte und 900 Betten. Die Wärmerückgewinnungsanlage kühlt im Sommer und heizt im Winter. Früher waren zwei Normpumpen mit 230 m³ bei 110 m und 132 kW im Einsatz. Ein Wilo-Energie Audit ergab, dass eine kleinere Pumpe mit 22 kW und 90 m³/h bei 50 m genügt. Bild: Wilo SE
Das Klinikum Lüdenscheid hat 1.800 Beschäftigte und 900 Betten. Die Wärmerückgewinnungsanlage kühlt im Sommer und heizt im Winter. Früher waren zwei Normpumpen mit 230 m³ bei 110 m und 132 kW im Einsatz. Ein Wilo-Energie Audit ergab, dass eine kleinere Pumpe mit 22 kW und 90 m³/h bei 50 m genügt. Bild: Wilo SE

Im Rahmen einer technischen Schulung kam im Klinikum Lüdenscheid ein Problem zur Sprache: Zwei zentrale Bestandspumpen im Heizungsnetz sollten ersetzt werden. Die Bestandsdaten ließen zunächst auf eine konventionelle Maßnahme schließen: Betriebspunkt 230 m3/h bei 110 m Förderhöhe, angetrieben von je 132 kW starken Motoren. Eine beachtliche Leistung – die jedoch Fragen aufwarf, ob diese Dimensionierung noch dem tatsächlichen Bedarf entsprach.

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Kai Karwath

Kai Karwath

· Artikel im Heft ·

Ganzheitliche Systemanalyse statt Pumpentausch
Seite 29 bis 31
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