Abwärme aller Systemelemente effizient nachnutzen

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HUSS-MEDIEN GmbH
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Im Werk 1 des Kunststoffherstellers und -großhändlers Menshen in Finnentrop wird künftig Abwärme aus dem Produktionsprozess und weiteren Systemelementen im Heizkreislauf wiederverwendet. Bild: HG Baunach GmbH & Co. KG
Im Werk 1 des Kunststoffherstellers und -großhändlers Menshen in Finnentrop wird künftig Abwärme aus dem Produktionsprozess und weiteren Systemelementen im Heizkreislauf wiederverwendet. Bild: HG Baunach GmbH & Co. KG

Preisträger

Kategorie: Innovatives Konzept im Bestand

Objekttyp: Industriebau

HG Baunach GmbH & Co. KG, Hückelhoven

www.baunach.net

Sorpetaler Energie, Sundern

Das Unternehmen Georg Menshen GmbH & Co. KG produziert und liefert Kunststoffverschlüsse für Flaschen und Beutel. Der geplante Umbau der Heizungsanlage in Fertigungshallen und Büroräumen soll zur Nachhaltigkeit beitragen. Kern des Konzeptes ist die Nutzung von Abwärme aus vielen Elementen im Gesamtsystem. Mittels Messdatenerhebung an der Heizungsanlage wird der Transport von Wärmeenergie beurteilt und kann als Basis für weitere Optimierungen dienen.

Abwärmenutzung optimieren

Die Nutzung der Abwärme vorgelagerter Prozesse durch eine nachgeschaltete Wärmerückgewinnung (WRG) bietet ein außerordentlich großes Energieeinsparpotenzial. Das ist wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll. Bei der Rücklaufnutzung der Fa. Baunach ist sie bereits integriert. Das System, das bei Menshen vom Handwerksmeister und Ingenieur Jakob Appelhans und seinem Team von Sorpetaler Energie mit hydraulischen Konzepten und Produkten der Firma Firma HG Baunach GmbH & Co. KG geplant und ausgeführt wird, verknüpft zahlreiche Abwärmeproduzenten und -verbraucher sowie unzählige technisch optimierte Einzelelemente. Wärme wird hier an allen Ecken und Enden zurückgewonnen, z. B. aus den Druckluftkompressoren der Fertigung, den thermostatisch abgeglichenen Brennwertkesseln und durch Rücklaufnutzung. Verwendet wird sie etwa im Radiatorkreis für den Frostschutz in der Energieversorgungszentrale und in mehreren Pufferspeichern. Spezielle Ventiltechnik sorgt für einen ständigen temperaturgeführten hydraulischen Abgleich der Wärmeerzeuger- und Wärmeverbraucherkreise, in den Pufferspeichern wird mit dem so genannten Zwei-Zonen-Prinzip gearbeitet.

Hans-Georg Baunach (2.v.l.), Geschäftsführer der HG Baunach GmbH & Co. KG, und Jakob Appelhans, Sorpetaler Energie (2.v.r). Bild: Stephan Falk

„Das zeigt, wie man im Bereich des Klimaschutzes ein Gebäude voranbringt und dass man ohne den ganz großen finanziellen Aufwand trotzdem eine maßgebliche Energieeinsparung erzielen kann“, lobt Prof. Dr. Bert Oschatz vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden in seiner Laudatio.

MSc, Dipl.-Ing. Silke Schilling

Dipl.-Ing. Silke Schilling
Chefredakteurin
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Abwärme aller Systemelemente effizient nachnutzen
Seite 37
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