Wasser marsch! beim WSBV Dieburg e. V.

Trinkwassergüte und Nutzerhygiene in Sanitärbereichen

Beim Neubau ihrer Schwimmhalle bewiesen die rund 300 Mitglieder des Wassersportvereins Dieburg e.V. Teamgeist und Durchhaltevermögen: Weil kein Ersatzbau für das Ende 2019 wegfallende WSV-Hallenbad geplant war, nahm der Wassersportverein den Neubau selbst in die Hand und realisierte die Finanzierung des Acht-Millionen-Euro-Projekts in Eigenregie. Bei der Ausstattung der Sanitärbereiche entschieden sich die Betreiber für Produkte des Armaturenherstellers Schell.

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Die knapp 600 Nutzerinnen und Nutzer pro Tag kommen nicht nur vom WSV Dieburg, sondern auch von 23 umliegenden Schulen sowie über 20 Vereinen. Ändert sich die Auslastung – z. B. während der Ferien – können via Schell Wassermanagement-System SWS automatisierte Stagnationsspülungen zum Erhalt der Trinkwassergüte vorgenommen werden. Bild: Schell GmbH & Co. KG
Die knapp 600 Nutzerinnen und Nutzer pro Tag kommen nicht nur vom WSV Dieburg, sondern auch von 23 umliegenden Schulen sowie über 20 Vereinen. Ändert sich die Auslastung – z. B. während der Ferien – können via Schell Wassermanagement-System SWS automatisierte Stagnationsspülungen zum Erhalt der Trinkwassergüte vorgenommen werden. Bild: Schell GmbH & Co. KG

Nach einer intensiven Zeit der Abstimmungen und Diskussionen ging für die Vereinsmitglieder des WSV Dieburg ein Traum in Erfüllung: Die Finanzierung des neuen Sportbads stand auf einem soliden Fundament, der Wassersportverein konnte selbst als Bauherr auftreten. Nach Baubeginn im Januar 2020 konnte bereits am 28. August 2021 – rechtzeitig vor der Hallenbadsaison – die Eröffnung erfolgen.

Spezifische Anforderungen für das Trinkwassermanagement

Für die Sanitärausstattungen hatten die Betreiber folgendes Anliegen: Durch Stagnationsspülungen sollte der Erhalt der Trinkwasserhygiene optimal unterstützt und der Vermehrung von gesundheitsgefährdenden Legionellen effektiv vorgebeugt werden. Zudem sollte die Trinkwasserinstallation nachhaltig und wirtschaftlich betrieben sowie den Besucherinnen und Besucherndes Sportbads eine hygienische Nutzung ermöglicht werden.

Unterschiedlich starke Frequentierung und permanent wechselnde Personengruppen: Bei der sanitären Ausstattung des Sportbads Dieburg waren Lösungen gefragt, die den Erhalt der Trinkwassergüte unterstützen. Gemäß VDI 6023 sollte z. B. in den Ferienzeiten mindestens alle 72 Stunden ein vollständiger Wasserwechsel in der gesamten Trinkwasserinstallation erfolgen – und das nach Möglichkeit ohne zusätzlichen Personaleinsatz und hohe Personalkosten. Des Weiteren wünschte sich der Betreiber eine Möglichkeit, seiner Nachweispflicht zum Erhalt der Trinkwassergüte zuverlässig nachkommen zu können. Die Nutzerhygiene sollte bestmöglich unterstützt werden – bei gleichzeitig hohem Bedienkomfort. Die Robustheit der verbauten Produkte sowie die Energieeffizienz beim Betrieb der Trinkwasserinstallation spielten beim Neubau der Schwimmhalle eine zentrale Rolle.

Berührungslose elektronische Armaturen

Sämtliche Sanitärräume des Sportbads Dieburg sowie die an den Seminarraum angegliederte Teeküche wurden im Rahmen des Neubaus mit Schell Produktlösungen ausgestattet. Insgesamt kamen 11 Waschtischmodule Montus sowie 11 elektronische Waschtischarmaturen Xeris E-T zum Einsatz. Die mit mehreren Design- und Innovationspreisen ausgezeichnete Armatur überzeugt durch erstklassiges Design, Robustheit und hohen Bedienkomfort. „Die intelligente Infrarot-Sensortechnik ermöglicht bei Xeris E-T eine berührungslose, hygienische Wasserentnahme und trägt somit effektiv dazu bei, die Nutzerhygiene zu unterstützen. Laut WHO werden 80 Prozent der Krankheitserreger durch Hände übertragen. Dieses Risiko entfällt bei berührungslosen Armaturen. Potenzielle Krankheitsübertragungen durch Schmierinfektionen werden minimiert, da die Armatur mit gereinigten Händen nach der Nutzung zum Abschalten nicht mehr berührt werden müssen“, erläutert Sebastian Belz, Vertriebsbeauftragter bei Schell. „Zugleich ist Xeris E-T dank Infrarot-Sensortechnik ressourcenschonend und wirtschaftlich, da der Wasserfluss nur dann ausgelöst wird, wenn sich Hände im Erfassungsbereich des Sensors befinden, und automatisch stoppt, sobald sich die Hände nicht mehr in Reichweite des Sensors befinden.“

Die Waschtischarmatur Xeris E-T ermöglicht dank intelligenter Infrarotsensortechnik eine berührungslose, hygienische Wasserentnahme und minimiert somit die Gefahr von Schmierinfektionen. Im Vergleich zu einer Einhebel-Armatur spart Xeris E-T zudem bis zu 70 % Wasser. Bild: Schell GmbH & Co. KG

In der Konsequenz fließt Wasser nur, wenn es tatsächlich benötigt wird – im Vergleich zu normalen Einhebelarmaturen spart Xeris E-T so bis zu 70 % beim Wasserverbrauch. Xeris E-T überzeugte die Betreiber des Sportbades außerdem durch den integrierten, thermostatischen Verbrühungsschutz. Dieser greift auch bei Druckschwankungen im System oder bei Ausfall der Kaltwasserleitung und bietet somit den Nutzerinnen und Nutzern optimalen Schutz.

Bei der Teeküche entschied sich der Betreiber des Sportbads Dieburg für die elektronische Küchenarmatur Grandis E. Je nach Bedarf lässt sich die Armatur flexibel per Infrarotsensor oder manuell per Einhebelmischer bedienen. Damit vereint sie das Beste aus beiden Welten: berührungslose und Einhebelbedienung. Beim Befüllen von Gefäßen oder des Beckens kann man wie gewohnt den klassischen Einhebelmischer benutzen. Beim Händewaschen von verschmutzten Händen bietet sich hingegen die besonders hygienische berührungslose Funktion per Sensor an.

Die Armatur löst nur dann aus, wenn sich z. B. eine Hand 3 cm oder näher am Sensorfeld befindet. Die Sensorreichweite von 3 cm verhindert versehentliches Auslösen, etwa durch das Abstellen eines Topfes im Spülbecken.

Die Küchenarmatur Grandis E kann an verschiedensten Waschbeckenausführungen zum Einsatz kommen. Denn der Drehwinkel des schwenkbaren Auslaufs kann bei der Montage an Einzel- und Doppelwaschbecken individuell begrenzt werden. Die Einstellungen sorgen dafür, dass der Auslauf nicht versehentlich über die Ablagefläche geschwenkt und dort vergessen wird. So ist sichergestellt, dass der Wasserfluss auch bei Stagnationsspülungen nur im Spülbecken landet. Überschwemmungen werden so effektiv vermieden. 22 dazugehörige Eckventile Comfort mit Regulierfunktion und Filter schützen die elektronisch gesteuerten Armaturen zuverlässig vor winzigen Schwebstoffen aus dem Trinkwasser.

Durch die Vernetzung sämtlicher elektronischer Armaturen mit SWS wird die Trinkwassergüte im Sportbad Dieburg an allen Entnahmestellen optimal unterstützt – auch in der Teeküche, in der die hybride Küchenarmatur Grandis E verbaut wurde. Bild: Schell GmbH & Co. KG

Im Bereich der Damen- und Herrenumkleiden wurden außerdem insgesamt 29 Unterputzduschen Linus D-C-T installiert, die sich komfortabel per CVD-Touch-Elektronik auslösen lassen. Da der Wasserfluss nach voreingestellter Zeit automatisch stoppt, wird kein Wasser verschwendet, wenn z. B. ein Nutzer das Ausschalten vergisst. Im Vergleich zur konventionellen Einhebelauslösung führt die Selbstschlussfunktion zu einer Wasserersparnis von bis zu 55 %. Auch die CVD-Touch-Elektronik trägt zur Nutzerhygiene bei und minimiert das Risiko von Krankheitsübertragungen, da die Armaturen nach der Nutzung zum Abschalten nicht mehr berührt werden müssen. Das innovative ThermoProtect-Thermostat bietet zuverlässigen Verbrühungsschutz während des Duschens. Der ist hier besonders wichtig, da Verbrühungen beim Duschen weitere Gefahren bergen, wie z. B. Stürze, ausgelöst durch Fluchtreaktion auf nassem Boden. Für maximalen Duschkomfort sorgen darüber hinaus die Duschköpfe Comfort Flex mit Softstrahl und Antikalknoppen.

Die im Sportbad Dieburg verbauten Unterputz-Duschen Linus D-C-T von Schell lassen sich komfortabel per CVD-Touch-Elektronik auslösen und unterstützen Nutzerhygiene sowie Wassersparen. Bild: Schell GmbH & Co. KG

Herzstück der Trinkwasserinstallation: Automatisiertes Spülmanagement

Auch im stark frequentierten Sportbad Dieburg kann es – zum Beispiel während der Ferienzeiten – zur zeitweisen Unterbrechung des Betriebes kommen. Um auch in diesen Zeiträumen die gesundheitsgefährdende Vermehrung von Bakterien, wie z. B. Legionellen, in den Rohrleitungen der Trinkwasserinstallation zu verhindern, wünschte sich der Betreiber der Schwimmhalle die Möglichkeit, fachgerechte Wasserwechsel gemäß VDI 6023 automatisiert durchführen zu können. Die Richtlinie fordert einen vollständigen Wasserwechsel nach spätestens 72 Stunden über alle Entnahmestellen hinweg. Im Sportbad Dieburg sorgt das Schell Wassermanagement-System SWS in Kombination mit vernetzten Armaturen an allen Entnahmestellen mit automatisierten Stagnationsspülungen für regelmäßigen Wasseraustausch in allen Leitungen und unterstützt damit effektiv den Erhalt der Trinkwassergüte.

Über den SWS Server lassen sich Schell Armaturen einfach und flexibel vernetzen. Individuell programmierbare, automatisiert durchgeführte, regelmäßige Stagnationsspülungen unterstützen effizient beim Erhalt der Trinkwassergüte. Dank lückenloser digitaler Dokumentation aller Daten können Betreiber ihrer diesbezüglichen
Nachweispflicht mühelos und zuverlässig nachkommen. Bild: Schell GmbH & Co. KG

Über Gruppenbildung mehrerer Armaturen, die gleichzeitig angesteuert werden, können bei Stagnationsspülungen mit SWS hohe Volumenströme und damit Turbulenzen im Wasser erreicht werden, um die Rohre vollständig zu spülen. Zudem können über SWS alle Armaturenparameter zentral an geänderte Bedürfnisse angepasst werden. Dazu gehören z. B. Sensorreichweiten und Stagnationsspülungen. Letztere können nicht nur zeitdeterminiert, sondern auch temperaturabhängig ausgelöst werden. Optional verbaute Temperatursensoren prüfen die Wassertemperatur in den jeweiligen Leitungen und lösen Stagnationsspülungen aus, wenn die Temperatur des Kaltwassers (PWC) auf über 25 °C ansteigt oder die Temperatur des Warmwassers (PWH) unter 55 °C fällt. Darüber hinaus werden über SWS z. B. Betriebsdaten und Stagnationsspülungen aufgezeichnet – so dass der Betreiber jederzeit und mühelos seiner Nachweispflicht nachkommen kann.

Das Wassermanagement-System SWS von Schell ermöglicht ein ganzheitliches, gebäudeübergreifendes und wirtschaftliches Trinkwassermanagement, u. a. mit automatisierten Stagnationsspülungen über alle relevanten Entnahmestellen eines Gebäudes. Bild: Schell GmbH & Co. KG

WC-Spülkasten-Modul mit Stagnationsspülung

In den WCs im Bereich der Umkleiden sowie im Foyer wurden 9 WC-Module Montus Flow installiert, die ebenfalls mit dem SWS Server vernetzt sind, um auch hier regelmäßige Stagnationsspülungen zum Erhalt der Trinkwassergüte durchführen zu können. Die Installation der Module ist besonders einfach, da keine zusätzliche Warmwasserleitung zum WC-Spülkasten erforderlich ist. Alle Warmwasseranschlussleitungen zu Duschen, Waschtisch- und Küchenarmaturen können über SWS und die elektronischen Schell Armaturen gespült werden. Damit lässt sich ein zusätzlicher Wärmeeintrag in die Vorwandkonstruktion und somit in die Kaltwasserinstallation vermeiden. Weiterer Vorteil: Stagnationsspülungen werden bei Montus Flow direkt ins Ablaufrohr geleitet. Der Spülkasten wird dabei nicht befüllt, damit die Füllhöhe normgerecht bleibt. Weiterhin kamen neun WC-Betätigungsplatten Montus Konkav zum Einsatz, die mit komfortabler Zweimengenspülung zu einem sparsamen Wasserverbrauch beitragen. In den Herren-WCs wurden zusätzlich zwei Urinalmodule Montus installiert. Auch hier stand bei der Betätigung der Spülung die Nutzerhygiene im Vordergrund. Die eingesetzte Urinalsteuerung Edition E ist ebenfalls mit SWS vernetzt. Sie lässt sich hygienisch und berührungslos per Infrarot-Sensor auslösen: Verlässt die Person den Sensorbereich, erkennt die Armatur, dass der Nutzungsvorgang beendet ist und startet die Spülung automatisch.

Fazit

Innovative Schell Produktlösungen sorgen im Sportbad Dieburg für einen reibungslosen, wirtschaftlichen und nachhaltigen Betrieb der Trinkwasserinstallation. SWS und vernetzte elektronische Armaturen unterstützen den WSV Dieburg e. V. mit automatisierten Stagnationsspülungen effektiv beim Erhalt der Trinkwassergüte gemäß VDI 6023 über alle Entnahmestellen hinweg. Elektronische Schell Armaturen bieten darüber hinaus ein Höchstmaß an Nutzerhygiene. Besonderer Pluspunkt für Planer: Das Schell Produkt-Portfolio ermöglicht ein ganzheitliches, gebäudeübergreifendes und wirtschaftliches Trinkwassermanagement aus einer Hand.

Eine Information der Schell GmbH & Co. KG, Olpe

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· Artikel im Heft ·

Trinkwassergüte und Nutzerhygiene in Sanitärbereichen
Seite 86 bis 88
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