Kupferverband

Versorgungsengpässe gefährden Produktion

Die möglichen Versorgungsengpässe mit Gas bereiten der deutschen Kupferindustrie Sorgen, können u.U. Auswirkungen auf Hersteller und Zulieferer im SHK-Bereich haben und auch die Energiewende gefährden.

Die Kupferindustrie gehört zu den energieintensiven Industrien und braucht zuverlässige Versorgungsleistungen, um die Produktion aufrecht zu erhalten. Bild: Kupferverband. Quelle: Kupferinstitut
Die Kupferindustrie gehört zu den energieintensiven Industrien und braucht zuverlässige Versorgungsleistungen, um die Produktion aufrecht zu erhalten. Bild: Kupferverband. Quelle: Kupferinstitut

Die energieintensive Kupferbranche ist auf eine zuverlässige und nachhaltige Energieversorgung angewiesen, um ihre Produktionskapazitäten aufrechtzuerhalten. Eine Reduzierung des Volumens kann Auswirkungen auf Endprodukte und Investitionsgüter haben. Zudem ist Kupfer ein wichtiger Werkstoff für die Mobilitäts- und Energiewende.

„Als wichtigstes Technologie- und Funktionsmetall ist Kupfer von großer sozio-ökonomischer Bedeutung“, so Michael Sander, Geschäftsführer des Kupferverbandes. „Kupferwerkstoffe finden sich nicht nur in zahlreichen Anwendungen des täglichen Lebens wie im Smartphone oder Computer, sondern sind auch wichtige Komponenten industrieller Produkte. Entsprechend große und stetig wachsende Bedeutung hat hier auch die heimische Kupferindustrie.“

Herstellungsprozesse sichern

Die deutsche Kupferindustrie verbuchte im Jahr 2021 ein Produktionswachstum von 6 %. Allein in der Erzeugung und ersten Bearbeitung sind fast 20.000 Mitarbeitende beschäftigt, dazu kommen tausende mehr in der Herstellung und Weiterverarbeitung sowie in deren Zulieferfirmen.

Auch aus technischer Sicht ist eine unzureichende Gasversorgung problematisch: Bei der Herstellung von Halbzeugen und Produkten aus Kupferwerkstoffen durchlaufen diese zahlreiche thermische Prozesse, um die Produkteigenschaften optimal in engen Toleranzen nach Kundenvorgabe einzustellen. Sander dazu: „Dabei ist in vielen Fällen das Herauf- und  Herunterfahren der Anlagen im Produktionsablauf nicht von jetzt auf gleich realisierbar und benötigt eine entsprechende Vorlaufzeit“.

Energiewende bedroht?

Eine besondere Rolle spielen Kupferwerkstoffe zudem in der Umsetzung des europäischen Green Deal bzw. in der Energie- und Mobilitätswende oder auch im Baubereich. Erneuerbare Energien kommen ohne Kupfer ebenso wenig aus wie Elektroautos. Fehlen nun die entsprechenden Vorprodukte und Bauteile aus Kupferwerkstoffen, so ist nicht nur der Fortschritt der Energiewende selbst gefährdet, sondern auch die Versorgung der Bevölkerung.  Denn Kupfer ist aufgrund seiner hervorragenden elektrischen- und Wärmeleitfähigkeit.

Alexander Dehnelt, Vorstandsvorsitzender des Kupferverbandes, fasst die Situation zusammen: „Zurzeit sehen wir als Kupferindustrie wenig Möglichkeiten im Herstellungsprozess z.B. von Kupfer-Halbzeug kurzfristig auf alternative Energieträger umzusteigen. Zwar gibt es erste Ansätze, doch bis das flächendeckend umgesetzt ist, braucht es noch Zeit. Insofern ist eine zuverlässige Gasversorgung für die Kupferindustrie gegenwärtig noch alternativlos.“

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