Bundesverband Gebäudemodernisierung

BVGeM kritisiert dena-Leitstudie Klimaneutralität

Der Bundesverband Gebäudemodernisierung begrüßt die neue dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität. Insbesondere im Gebäudesektor fordert er aber konkrete Maßnahmen und schlägt einen Plan dafür vor.

Cover. Quelle: BVGeM
Cover. Quelle: BVGeM

Der BVGeM begrüßt die generelle Erfüllung der Klimaschutzziele, vermisst aber ein verbindliches Handlungskonzept in der dena-Leitstudie Klimaneutralität. Die Studie sei ein realitätsfremder Berliner Blickwinkel mit mangelhaftem Bezug zur Basis. Der Verband fordert, viel schneller vom Planen ins Handeln kommen. Mit der CO2-Reduktion könne sofort begonnen werden. Der BVGeM e.V. bietet der dena aktive Unterstützung an und legt eine Umsetzungsstrategie für die Klimaneutralität bis 2045 vor.

Maßnahmenkatalog für einen klimaneutralen Gebäudesektor

Der BVGeM verlangt für den Gebäudebestand wesentlich ambitioniertere Ziele als in der dena-Studie beschrieben, ohne etwa Hauseigentümer zu überfordern. Die Umsetzungsstrategie greift für den Bausektor relevante Handlungsempfehlungen der dena-Studie heraus, analysiert, kommentiert und formuliert ergänzende Vorschläge. Der daraus entstandene 4-Punkte-Plan des Verbandes zielt auf die Sanierung des Wohngebäudebestands für klimaneutrale Bewohnbarkeit ab.

1. Gesetzgebung

Baurecht und Fördermittel entbürokratisieren und praktikabler gestalten. Die Initiative einer „Umbauordnung“ sowie die Forderung eines eigenen Bundesbauministeriums von „Architects for Future“ wird ausdrücklich begrüßt.

2. Weiterbildung

Noch immer wird seitens der Bau-Fachleute unterschiedlich beraten. Drei Experten, drei Standpunkte – verwirrte Hauseigentümer, Stillstand. Die Weiterbildung zum „zertifizierten Modernisierungsberater“, die es seit gut 20 Jahren mit bisher über 5.000 Teilnehmern gibt, vermittelt eine „einheitliche Modernisierungssprache“, die verlässliche Orientierung gibt.

3. Informationsoffensive für Hauseigentümer

In einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit wird seit 2003 der Weg einer Gebäudesanierung mit allen Vorteilen allgemeinverständlich beschrieben. Zugleich werden weit verbreitete Irrtümer ausgeräumt wie etwa „Wände müssen atmen“ – müssen sie nicht und können sie auch nicht. (https://modernisierungsoffensive.com/pressespiegel/)

4. Optimierung der Bauprozesse

Zeiteinsparungen von 50 % können durch den weiteren Ausbau der Digitalisierung und dem Organisieren von immer gleichen Bau-Teams, die immer identische Gebäudetypen sanieren, realistisch erreicht werden – Digitalisierung, Standardisierung, Prozessdenken. Die Idee der 2013 gegründeten „Modernisierungsoffensive“ mit einer „Vereinfachung der Instrumente“ wurde seitens des zuständigen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) in der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 als wichtige Ergänzung aufgenommen – im neuen GebäudeEnergieGesetz 2020 (GEG) dann aber wieder gekippt.

Kritik an dena-Geschäftsführung

Der BVGeM e.V. kritisiert, dass der dena-Chef Andreas Kuhlmann auch Funktionär bei „Zukunft Gas“ ist. Auch der dena-Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Bareiß habe sich durch seine klimakritischen Äußerungen für eine Aufgabe innerhalb einer Energiespar-Agentur disqualifiziert. Der Verband bemängelt die potenziell mögliche Einflussnahme der fossilen Energiewirtschaft und kritisiert zugleich, dass eine Vielzahl anderer Verbände und Institutionen, die als Partner an der Leitstudie zwar beteiligt waren, nicht in
dem Maße Berücksichtigung fanden, wie sie es in ihrem üblichen Engagement für den Klimaschutz sind. Zudem seien wichtige Institutionen, wie
etwa Klimaschutzbeauftragte der Städte und Kommunen sowie regionale Energie-Agenturen, offenbar gar nicht befragt worden.

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