Referenzobjekt Walkertshofen

Nahwärme in Gemeinschaft

In einem neu entstehenden Wohngebiet in der Nähe von Augsburg werden 13 Häuser künftig gemeinschaftlich über ein Nahwärmenetz beheizt. Die künftigen Bauherren der Ein- und Mehrfamilienhäuser verlegten die Fernwärmerohre in Eigenregie. Die Wärme wird auf Basis von Holzpellets bereitgestellt.

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Stolze Gesellschafter der Wärme­gemeinschaft Walkersthofen: Klaus Böck, Manuel Mayer, Hans Blumenhofer, Reinhard Mayer, Lothar Tomaschko, Thomas Hör (von links nach rechts) Bild: Helmut Gastl
Stolze Gesellschafter der Wärme­gemeinschaft Walkersthofen: Klaus Böck, Manuel Mayer, Hans Blumenhofer, Reinhard Mayer, Lothar Tomaschko, Thomas Hör (von links nach rechts) Bild: Helmut Gastl

In der schwäbischen Gemeinde Walkertshofen im Landkreis Augsburg schlossen sich acht Bauherren und die Gemeinde zu einer „Wärmegemeinschaft“ zusammen, um die geplanten Ein- und Mehrfamilienhäuser im Neubaugebiet Röstergraben mit einem Nahwärmenetz zu erschließen. Die Wärme soll auf Basis von Holzpellets CO2-neutral bereitgestellt werden. Der Gedanke dahinter: Ein Nahwärmenetz, das Energie aus nachwachsenden Rohstoffen bezieht, ist grundsätzlich nicht nur gut für die Umwelt und die ökologische Bilanz, sondern auch ein Schritt in Richtung verlässlicher und bezahlbarer Unabhängigkeit.

Die Initiatoren dieses Projekts sind ein Bauherr und ein ehemaliger Versorgungsingenieur. In Zusammenarbeit mit der ÖkoFEN Heiztechnik GmbH entstand aus der innovativen Idee in kurzer Zeit ein Realisierungskonzept.

Das Interesse an einem gemeinsamen ökologischen Nahwärmenetz war bei allen Bauherren groß. Die „Wärmegemeinschaft Walkertshofen GbR“ wurde aus der Taufe gehoben. Die Gesellschafter und künftigen Bauherren waren von der Idee begeistert. Über 350 m Fernwärmerohre wurden in Eigenregie verlegt und die Grundstücke mit Kontrollschächten angeschlossen.

In einem rund 50 m2 großen Heizhaus werden in der Folge zwei Pelletheizkessel mit Brennwerttechnik mit je 64 kW, das Pelletlager sowie ein 2.000 l Pufferspeicher installiert. Den benötigten Strom für den Betrieb der Heizung und die Pumpen liefert eine Photovoltaikanlage. Die Anlage soll im September 2021 fertiggestellt sein, rechtzeitig zum Bezug der ersten Wohnhäuser. Das Investitionsgesamtvolumen der Heiztechnik im Heizhaus von ca. 140.000 Euro wird mit 35 % vom Staat bezuschusst.

Wärmenetz statt Einzelheizung

Die Vorteile einer gemeinschaftlichen Nahwärmeversorgung liegen für die Bauherren auf der Hand. Jedes Haus hat anstelle einer eigenen Heizung lediglich eine Übergabestation. Die Wärme wird durch einen Wärmezähler erfasst und nach Verbrauch abgerechnet. Wartungs- und Betriebskosten fallen für jeden Hausbesitzer nur anteilig an. Zudem entfallen die sonst erforderlichen Räume für Heizung und Brennstofflager. In der Summe ist davon auszugehen, dass jeder der Bauherren im Vergleich zum Einsatz einer eigenen Pellet-Heizanlage etwa 40 % der Investitionskosten einspart. Seit dem 01. 01. 2021 ergeben sich überdies Steuervorteile, denn auf Pelletwärme wird kein CO2-Preis erhoben.Die Gesellschafter der „Wärmegemeinschaft Walkertshofen“ sehen sich auf dem richtigen Weg. Das Nahwärmenetz ist ein gutes Beispiel, wie Energieversorgung lokal optimal umgesetzt werden kann. Zudem wird deutlich, dass die Nutzung nachwachsender Rohstoffe nicht zu teurer Energie führt. Viel mehr noch: In Zeiten des Klimawandels kann jeder der beteiligten Bauherren guten Gewissens stolz darauf sein, langfristig einen sinnvollen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu leisten.

Projektdaten

 

 

Objekt: Heizhaus Wärmegemeinschaft

Bauherr: Wärmegemeinschaft Walkertshofen

Planer: Eigenregie (Wärmegemeinschaft Walkertshofen)

Wärmenetz-Planer: Eigenregie in Zusammenarbeit mit dem Fernleitungsrohrhersteller

Pellet-Technik: ÖkoFEN Heiztechnik GmbH, 2–3 Pelletkessel PESK 64 Maxi Brennwert.

Gesamtleistung 1. Stufe 128 kWIn der weiteren Ausbaustufe auf 3 Kessel ist dann eine maximale Leistung von 192 kW geplant.

Beate Schmidt-Menig

Beate Schmidt-Menig
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