Baugenehmigungen 2018: Wärmepumpe verteidigt Platz eins

Die Wärmepumpe blieb auch im Jahr 2018 Spitzenreiter bei den Heizsystemen im Neubau. Laut neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts konnte die Wärmepumpe ihren Vorsprung vor dem fossilen Energieträger Gas bei den genehmigten Wohngebäuden weiter ausbauen.

Marktanteile der Wärmepumpen bei Baugenehmigungen 2014 bis 2018
Marktanteile der Wärmepumpen bei Baugenehmigungen 2014 bis 2018

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 117.869 Wohngebäude genehmigt. Davon werden 51.527 Gebäude künftig mit einer Wärmepumpe ausgestattet sein. Damit steigt der Anteil auf 43,7 Prozent. Bei 8.839 Gebäude (7,5 Prozent) kommt Erdwärme zum Einsatz, während 42.668 Gebäude (36,2 Prozent) andere Umweltwärme, aus Wasser und vor allem Luft zum Heizen nutzen. Die Wärmepumpe ist damit erneut das beliebteste Heizsystem im Neubau und lässt Gasheizungen (48.311 Gebäude) hinter sich.

Standardheizsystem im Neubau wird Wärmepumpe

„Im Neubau, der nach aktuellen energetischen Standards errichtet wird, verlieren fossile Energieträger stetig an Bedeutung – deshalb war diese Entwicklung absehbar und wird sich auch zukünftig weiter fortsetzen“, zeigt sich Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe, überzeugt. „Damit die Klimaziele im Gebäudebereich eingehalten werden können, muss sich die Bundesregierung zu einem ambitionierten Gebäudeenergiegesetz durchringen. Wir brauchen einen Technologiewechsel und eine echte Energiewende im Heizungskeller“, so Sabel weiter.

Die Wärmepumpe erreichte erstmals auch den ersten Platz bei der Betrachtung aller genehmigten Gebäude. In den 2018 genehmigten 145.016 Wohn‐ und Nichtwohngebäuden arbeiten in 54.538 künftig Wärmepumpen. Das entspricht einem Anteil von 37,6 Prozent. In 54.273 Gebäude werden Gasheizungen (37,4 Prozent) genutzt. So ist die Wärmepumpe auch in der Gesamtbetrachtung Spitzenreiter.

Die Wärmepumpe entwickelt sich zur Schüsseltechnologie in Neubau und Bestand

Die Wärmewende im Gebäudebestand zu vollziehen, ist die eigentliche Herausforderung. Daher ist es wichtig, den Anteil an Wärmepumpen auch in diesem Bereich auszubauen. Die technischen Lösungen sind grundsätzlich vorhanden. Jedoch verhindert das derzeitige Energiepreisgefüge den dringend notwendigen verstärkten Einsatz von Wärmpumpen in Bestandsgebäuden. „Eine Reform der Entgelt‐ und Abgabensystematik ist überfällig. Die Wärmepumpe als Schlüsseltechnologie der Sektorkopplung leidet unter der zu hohen Belastung des Strompreises, insbesondere im Verhältnis zu Erdgas und Heizöl “, erklärt Sabel.

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