PlanRadar-Umfrage: Pfusch am Bau

Schwerwiegende Baumängel treten vor allem bei der Planung und beim Brandschutz auf, wie die Umfrage des Unternehmens PlanRadar im Januar 2019 ergab.

Baumängel sind ein großes Problem (Foto: Tom Bayer/stock.adobe.com)
Baumängel sind ein großes Problem (Foto: Tom Bayer/stock.adobe.com)

Die Erkenntnisse wurden größtenteils aus Immobilienprojekten mit Mischnutzung, Wohn-, Büro- und Handelsobjekte sowie Hotels und öffentliche Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser gewonnen. PlanRadar hat die Umfrage unter seinen 3.500 Nutzern durchgeführt, von denen rund 160 an der Umfrage teilnahmen. Ca. 75 Prozent der teilnehmenden Firmen gehören zu den Clustern Architektur und Planung, Ingenieure und Bau-Technik oder zu bauausführenden Firmen. Bauträger und Projektentwickler, Projektsteuerer, Property bzw. Facility Manager sowie die örtliche Bauaufsicht an der Befragung beteiligten sich ebenfalls an der Befragung. 

Fehler beim Brandschutz große Gefahr

Auf die Frage nach den häufigsten Fehlern am Bau antworteten die Teilnehmer mit Elektrik und Beleuchtung, Haustechnik sowie Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen. Beim Brandschutz und am Trockenbau werden ebenso häufig Fehler gemacht.

Die Planungsfehler sind ein großes Problem und können sogar Gefahr für Leib und Leben bedeuten. „Die gute Auftragslage bei Planern und ausführenden Unternehmen und die einhergehende Überlastung der handelnden Personen führt immer häufiger zu unkonzentrierten und übereilten Arbeiten“, kritisiert Sander van de Rijdt, Geschäftsführer und Mitgründer von PlanRadar. „Die Häufigkeit auftretender Mängel sagt allerdings noch nichts über deren Bedeutung aus. Insbesondere Gewerke, die bei falscher Ausführung im Zweifel Gefahren für Leib und Leben auslösen, wie zum Beispiel Elektrik oder Brandschutz, müssen auch unter Zeit- und Kostendruck professionelle und qualitativ einwandfreie Ergebnisse abliefern“, so Van de Rijdt weiter.

Der Brandschutz führt die Mängelliste an. Jeder dritte Fehler beim Brandschutz und jeder fünfte in der Planung wird laut Experten demnach als schwerwiegend eingestuft. Mängel an der Fassade (20 Prozent), am Dach (16 Prozent), bei den Fenstern/Verglasungen (15 Prozent) und bei den Trockenbauten sowie beim Rohbau (je 14 Prozent) belegen die nachfolgenden Plätze.

Digitales Arbeiten soll Baumängel verhindern

„Den Großteil unserer Nutzer kostet die Bearbeitung der auftretenden Baumängel laut deren Aussage bis zu fünf Stunden Arbeitszeit pro Woche“, so Van de Rijdt weiter. „Rund jedem Vierten gehen zwischen sechs und zehn Stunden verloren und jeder Zehnte beziffert den Mehraufwand durch das Management von Baumängeln sogar auf mehr als zehn Stunden pro Woche.“

Etwa die Hälfte der Befragten gab an, dass mithilfe eines digitales Management und einer digitalen Dokumentation bis zu fünf Arbeitsstunden pro Woche eingespart werden könnten. Rund jeder Fünfte meint, dass sogar sechs Stunden oder mehr möglich wären. Die Kosten steigen ebenfalls durch die Beseitigung von Baumängeln. Sie belaufen sich für jeden fünften Projektbeteiligten auf mindestens zwei Prozent der Bausumme, ergab die Umfrage. Ebenfalls jeder fünfte beziffert die Höhe auf ein bis zwei Prozent der Bausumme.

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