Stellungnahme des BVF e. V. zum Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes

Stellungnahme des BVF e. V. zum Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes

Nach dem BEE hat sich nun auch der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V. zum gemeinsamen Referentenentwurf von BMWi und BMI für das Gesetz zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude mit dem das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) geäußert.

Stellungsnahme
Stellungsnahme des BVF e. V. zum GEG

Viele Punkte des GEG- Entwurfs wie z. B. Technologieoffenheit, die Wirtschaftlichkeitsanforderung und den verstärkten Einsatz sowie Einbezug von gebäudenah erzeugtem PV-Strom sieht der BVF positiv. Vor allem Sektor der Niedrigenergiehäusern sieht der Verband in der Zukunft sehr sinnvolle Einsatzmöglichkeiten bei folgender Technologiekombination: hoher baulicher Wärmeschutz (KFW 55 oder besser), elektrische Flächenheizung, PV-Anlage mit möglichst großer Kollektorfläche und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Die Schwachstellen des Entwurfs

Doch genau an der Stelle weist der Entwurf große Schwachstellen auf. Die beschriebene Kombination wird durch den vorliegenden Entwurf des GEG – bewusst oder unbewusst – vom Markt gedrängt. Die vermeintliche Ineffizienz sei dafür der Grund, der bisher jedoch nicht nachgewiesen wurde. Zur Nachweisung der Effizienz der Wirtschaftlichkeit der Kombination hat der BVF eine fundierte Studie in Auftrag gegeben.

Hierbei wurden vergleichende Berechnungen aus Sicht der Effizienz und der Wirtschaftlichkeit für unterschiedliche Anlagenvarianten, darunter Anlagenkombinationen mit elektrischer Direktheizung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Vorgaben zur Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien und drei Effizienzniveaus, vorgenommen. Die Ergebnisse der Berechnungen für die verschiedenen Anlagevarianten stellt die Studie übersichtlich dar. Sie widerlegt den pauschalen Vorwurf der Ineffizienz sowohl in Bezug auf den Endenergiebedarf als auch auf die Wirtschaftlichkeit.

Was will der BVF

Der BVF stellt deshalb folgende Forderungen an den Entwurf des GEGs:
Ziel: Die elektrische Flächenheizung, welche die energetischen Anforderungen eines zukünftigen GEG erfüllen kann, sollte neben vielen anderen Möglichkeiten eine anerkannte Technologie in Deutschland sein, die nicht durch die Gesetzgebung benachteiligt wird.

Der BVF fordert die Beendung der pauschalen Diskriminierung der elektrischen Direktheizung, insbesondere durch § 23. Der BVF fordert den Erhalt der Technologiefreiheit für alle nachweislich in Frage kommenden Lösungen. Daher fordert der BVF e. V. die Streichung von § 23 Abs. (1) 3 Ausschluss der elektrischen Direktheizung oder zumindest, dass elektrische Flächenheizungen davon ausgenommen bleiben; insbesondere in Kombination mit erhöhtem baulichen Wärmeschutz KFW55 oder besser.

Der BVF fordert zu § 23 (2), dass die innerhalb des Gebäudes unmittelbar nach Erzeugung oder nach vorübergehender Speicherung genutzte Strommenge und damit die anrechenbare PV-Strommenge auf Basis DIN V 18599-9:2018 zu ermitteln ist; alternativ die Anhebung der Anrechenbarkeitsgrenze auf 40 Prozent.

Der BVF fordert die Beibehaltung von § 102 Innovationsklausel. Die Innovationsklausel aus dem früheren Entwurf des GEG aus 2018 soll wieder aufgenommen werden, um die Zukunftsoffenheit und die Entwicklung noch innovativerer, effizienterer Lösung zu unterstützen.

Der BVF fordert vorliegende Begründungen zu den §§23 und 36 zu streichen. Die grundsätzliche pauschale Bewertung der elektrischen Direktheizung als „ineffizientes“ System in den Begründungen zu den §23 und §36 ist zu streichen (oder alternativ ist zu beschreiben, dass mit GEG-konformen Rahmenbedingungen, z.B. hinsichtlich des baulichen Wärmeschutzes und weiterer Anlagentechnik die elektrische Direktheizung ein energetisch effizientes, wirtschaftliches und ökologisch sinnvolles Heizsystem darstellt).

Studie belegt Wirtschaftlichkeit

Die Studie belegte in einigen Fällen, dass die elektrische Direktheizung sowohl von den Investitionskosten als auch von den laufenden Betriebskosten günstiger als andere gängige Lösungen wie Wärmepumpe oder Gas-Brennwert ist. Solche Vorteile in Zeiten von Wohnungsnot und mangelndem bezahlbarem Wohnraum nicht zu nutzen, sei der Öffentlichkeit nicht zu vermitteln. Die Nutzung selbst erzeugten PV-Stromes sei kostengünstiger und umweltfreundlicher als der aus dem öffentlichen Netz. Das GEG schließt diese Lösung für die Anrechenbarkeit jedoch aus und steht somit im Widerspruch zum grundsätzlich technologieoffenen Ansatz des GEG und kann zukünftige technische Entwicklungen behindern.

„Wir möchten mit unserem Beitrag dazu anregen, innovative Kombinationen von Gebäudehülle und Anlagentechnik zu fördern. Hochwertiger Wärmeschutz, gebäudenah erzeugter (und genutzter) Strom aus PV und elektrische Flächenheizungen sind eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Option zur Erreichung unserer Klimaziele“, erklärt BVF-Geschäftsführer Axel Grimm die Sachlage.