So schützen sich kleine und mittlere Betriebe vor Einbrechern

So schützen sich kleine und mittlere Betriebe vor Einbrechern

Jährlich verursachen Einbrüche in Betrieben, Praxen und Firmenbüros eine Schadensumme von über 300 Millionen Euro. Das Einbruchrisiko lässt sich unter anderem mithilfe smarter Technik senken.

Das passende Sicherheitskonzept hilft, sich vor Einbrechern zu schützen (Foto: Nürnberger Versicherungen)

Der Einbruchschutz spielt bei den meisten Betrieben aufgrund des hektischen Arbeitstages eine untergeordnete Rolle. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollten entsprechende Schutzvorkehrungen treffen, da die hohen Folgekosten eines Einbruchs schnell ihre Existenzen bedrohen können.

Jeder Betrieb braucht ein Sicherheitskonzept

Ralf Michl, Experte von der Nürnberger Versicherung, rät den Betrieben, zunächst ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten. Dabei lohnt sich hier ein Blick in die Unterlagen der Inhaltsversicherung. Bestimmte Schutzmaßnahmen gegen Einbruch und Diebstahl gehören zu den Voraussetzungen einiger Policen.

Darüber hinaus bietet die VdS Schadenverhütung, Europas größtes Institut für Unternehmenssicherheit, eine gute Orientierung für nötige Schutzmaßnahmen. Die VdS bewertet Betriebsarten nach ihrem Einbruchsrisiko. Entsprechend dieser Sicherungsklassen erhalten die jeweiligen Betriebe dann bestimmte Schutzvorkehrungen. Weitere Informationen sind online verfügbar unter www.vds.de/betriebsartenverzeichnis und www.vds.de/sicherungsrichtlinien.

Unterstützung erhalten Unternehmen zudem von (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen. Vor Ort helfen sie bei der Ermittlung von Schwachstellen am Gebäude und auf dem Grundstück. Informationen zu den Beratungsstellen finden Interessierte online hier.

Nach der erfolgreichen Erstellung des Sicherheitskonzepts steht dessen Umsetzung auf dem Plan. Türen und Fenster erweisen sich oft als Schwachstellen. Dem Experten zufolge lohnt es sich daher, in den Gebäudeschutz zu investieren. Ralf Michl empfiehlt, Fenster und Türen, aber auch Rollläden oder Gittertüren mit einer entsprechenden Widerstandsklasse umzurüsten.

Nachrüstungen am Gebäude und Smart-Home-Technologien

Das Sicherheitskonzept sollte auch Schaufenster und Kellerfenster miteinbeziehen. Sogenannte Errichterfirmen unterstützen bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen. „Diese sollte von der VdS Schadenverhütung zertifiziert und geprüft sein, um eine fachgerechte und professionelle Nachrüstung zu garantieren“, rät der Experte.

Smart-Home-Technologie verbessert ebenfalls den Einbruchschutz. Bewegungsmelder, Überwachungskamera, Alarmanlage und Smartphone werden miteinander vernetzt. Beim Auslösen bestimmter Sensoren legen Firmeninhaber selbst fest, was dann geschehen soll. Beispielsweise könnte das Licht im Inneren angehen, sobald sich Einbrecher an Türen oder Fenstern zu schaffen machen oder die Überwachungskamera filmt den Einbruchversuch. Der Alarm ließe sich auslösen, woraufhin die Polizei und der Unternehmer automatisch informiert werden würden.

Das Smartphone dient bei vielen digitalen Systemen zusätzlich als Fernsteuerung. Damit lassen sich während des Einbruchs die unterschiedlichen Sicherheitsmaßnahmen – auch manuell – einschalten wie etwa das Livebild der Überwachungskamera. „Ist die Kamera mit einer Sprachfunktion ausgestattet, ist es teilweise sogar möglich, direkten Kontakt mit den Einbrechern aufzunehmen und sie so zu vertreiben“, erklärt Ralf Michl.

Versicherungsschutz für den Ernstfall

Einen entscheidenden Faktor beim Einbruchschutz spielen darüber hinaus auch die Mitarbeiter. Der Arbeitgeber muss klare Regeln für den Umgang mit Sicherheitsmaßnahmen schriftlich festlegen. Folgende Fragen müssen geklärt werden: Wer ist wann für welche Maßnahmen verantwortlich? Wer schließt die Räumlichkeiten ab und aktiviert die Alarmanlage?

Einen hundertprozentigen Schutz vor Einbrechern können jedoch auch die höchsten Sicherheitsstandards und modernsten Technologien nicht gewährleisten. Der Experte rät daher zu einer Geschäfts-Inhaltversicherung. Sie umfasst das gesamte Betriebsinventar von der Büroeinrichtung bis zu Arbeitsgeräten und Materialien.