Viele Menschen denken noch immer, Wärmepumpen seien nur etwas für Neubauten. Aktuelle Analysen zeigen jedoch, dass rund drei Viertel der Hamburger Gebäude theoretisch auch unsaniert vollständig mit Wärmepumpen versorgt werden können (BUKEA 2026). Modernisierungsmaßnahmen erhöhen das Potenzial weiter, sind jedoch keine zwingende Voraussetzung. In vielen Fällen reichen bereits kleinere Anpassungen.
Unabhängige Beratung ist eine wichtige Grundlage, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Die Beratung zeigt: „In etwa 70 bis 80 % der Fälle ist die Wärmepumpe wirtschaftlich betrachtet die beste Lösung“, erklärt Matthis Döring, Hamburger Energielotse und Energieberater der Verbraucherzentrale Hamburg. „Eigentümer:innen sparen bereits heute im Vergleich zu fossilen Heizsystemen häufig rund ein Drittel ihrer Betriebskosten jährlich ein. Perspektivisch wird sich zudem der Kostenunterschied zwischen Strom und Gas weiter vergrößern, nicht zuletzt, weil immer weniger Haushalte das Gasnetz nutzen, und es ein ständig wachsendes Angebot aus heimischer Stromproduktion aus Sonne und Wind gibt.“
Moderne Luft/Wasser-Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln wie Propan erreichen heute höhere Vorlauftemperaturen und arbeiten deutlich leiser als frühere Generationen. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten auch im Gebäudebestand. Das spiegelt sich in steigenden Absatzzahlen wieder (BWP 2026): Wärmepumpen dominieren den Wärmeerzeugerabsatzmarkt im Neubau und auch im Bestand.
Potenziale in Hamburg
Mit dem neuen Entwurf der kommunalen Wärmeplanung und der Hamburger Wärmepumpen Potenzialkarte erhalten Eigentümer:innen eine erste datenbasierte Orientierungen, ob das eigene Gebäude grundsätzlich für den Einsatz von Wärmepumpen geeignet ist. Demnach besteht in nahezu allen Hamburger Quartieren besteht Potenzial für den Einsatz von Wärmepumpen. Besonders hoch ist das Versorgungspotenzial bei Ein- und Zweifamilienhäusern oder Doppelhaushälften 100 % (AIB, FfE 2024). In Reihenhauskomplexen beträgt es 88 % (unsaniert), 92 % (saniert) und bei Reihenendhäusern sogar 99 %. . Auch Mehrfamilienhäuser bieten mit bis zu 80 % ein hohes Versorgungspotenzial, Nichtwohngebäude 95 %.
Auch Wohneigentümergemeinschaften sollten jetzt handeln, denn der Heizungstausch ist aufgrund von verschiedenen Interessen, Abstimmungsprozessen und technischen Rahmenbedingungen zwar komplex, aber trotzdem notwendig. Hier setzen spezielle Wohnungseigentümer:innen (WEG)-Beratungen der Hamburger Energielotsen an.














