Studie

Technische Optimierung wichtiger als Verhaltensänderung

Einer Auswertung von Verbrauchsdaten durch co2online zufolge wird der Energieverbrauch für Warmwasser eher von der Anlagentechnik als vom Nutzungsverhalten beeinflusst.

Bild: IBeart/stock.adobe.com
Bild: IBeart/stock.adobe.com

co2online und Scientists for Future analysierten gemeinsam den Gasverbrauch für die Warmwassererzeugung von knapp 700 Haushalten. Demnach verursachen besonders Warmwasser-Zirkulationssysteme hohe Energieverluste. In Ein-Personen-Haushalten mit Zirkulation könne der Verbrauch bis zu dreimal höher sein als ohne. Dies zeige, dass das größte Sparpotenzial in der Optimierung der technischen Systeme liegt – ein einmaliger Schritt, der langfristig wirkt.

„Während der Energiekrise wurde oft über Verhaltensänderungen gesprochen, wie kürzeres Duschen. Doch die Analyse zeigt: Die großen Einsparungen lassen sich durch technische Optimierungen erreichen“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. „Wer darauf verzichten kann, permanent heißes Wasser in der Leitung vorzuhalten, sollte das Zirkulationssystem zu Gunsten der Energieeinsparungen auf jeden Fall abschalten.“

Ein angepasstes Nutzerverhalten bleibe zwar wichtig, aber technische Verbesserungen böten das größte Potenzial für langfristige Einsparungen ohne ständige bewusste Anstrengung. Das widerlege den verbreiteten Mythos, dass Sparen vor allem eine Verhaltensfrage ist.

Handlungsempfehlungen für Verbraucher

Hauseigentümer könnten bei zentral beheizten Gebäuden die Verteilleitungen und den Warmwasserspeicher dämmen. Bei Zirkulationssystemen empfehle es sich, die Zirkulationsleitung entweder zu dämmen oder, wenn möglich, abzutrennen und zu entleeren. Für kleinere Haushalte könne sogar ein Umstieg auf eine dezentrale Warmwassererzeugung, wie etwa Durchlauferhitzer, wirtschaftlich sein.

Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen unterstützen Energieberater und das Fachhandwerk. Maßnahmen zur Optimierung der Energieeffizienz, wie die Erneuerung der Warmwasseranlage oder die Dämmung der Leitungen werden im Rahmen des Heizungstauschs oder der Heizungsoptimierung staatlich gefördert.

„Besonders Haushalte in älteren Gebäuden mit schlecht isolierten Warmwasserleitungen sollten auf Optimierungen achten. Hier sind die Verluste besonders hoch, und technische Maßnahmen wie die Dämmung der Leitungen oder die Abschaltung der Zirkulation können große Einsparungen bringen“, betont Dr. Hartmut Ehmler, Mitglied bei Scientists for Future und Autor der Auswertung.

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